Jürgen Klopp hat sein erstes Spiel als deutscher Bundestrainer verloren.
Die erste Niederlage unter Bundestrainer Jürgen Klopp in Augsburg
Die Euphorie um den Neustrukturierungskurs der Nationalmannschaft hat einen spürbaren Dämpfer erhalten. Nach dem 1:1-Unentschieden in Amsterdam gegen die Niederlande wollte das deutsche Team vor heimischem Publikum in Augsburg den ersten Sieg unter der Leitung von Jürgen Klopp als Chefcoach einfahren. Stattdessen endete das Aufeinandertreffen mit einer historischen Pleite, denn Deutschland verlor zum ersten Mal überhaupt ein Länderspiel gegen Griechenland.
Die Begegnung begann mit einer aktiven DFB-Auswahl, die zunächst dominierte. Der Debütant Bambasé Conté setzte früh Akzente und verzeichnete den ersten deutschen Torschuss, während Karim Adeyemi mit seiner enormen Schnelligkeit und mehreren Antritten die griechische Hintermannschaft beschäftigte.
Das spielentscheidende Tor und die Fehler im deutschen Aufbauspiel
Nach dem Seitenwechsel kippte das Geschehen zunehmend. Griechenland stand defensiv kompakt und ließ kaum Lücken zu. In der 67. Spielminute führte ein folgenschwerer Ballverlust im Mittelfeld zu einer ungesicherten Situation vor dem deutschen Tor. Joshua Kimmich, der das Spiel aus der Zentrale heraus organisierte, verlor den Ball, woraufhin ein Zweikampf im eigenen Sechzehner nicht konsequent geführt wurde.
Der darauffolgende Abschluss von Dimitris Kourbelis wurde unglücklich von Kimmich abgefälscht und schlug unhaltbar für Torhüter Alexander Nübel im Kasten ein. Nübel war beim abgefälschten Schuss machtlos, während das Team nach dem Rückstand kaum noch nennenswerte Mittel gegen die gut geordnete griechische Defensive fand.
„Schießen einmal aufs Tor. Der Ball ist drin. Für mich jetzt ein Kackspiel.“
Klopp selbst zog nach dem Abpfiff ein nüchternes Fazit. Er betonte, dass aus der gemeinsamen Woche zwar viel Positives mitgenommen werden könne, das Resultat auf dem Platz jedoch enttäuschend verlaufen sei.
Scharfe ARD-Kritik von Bastian Schweinsteiger und die Kaderbewertung
Nach der Partie fand der ARD-Experte Bastian Schweinsteiger deutliche Worte zur aktuellen Verfassung des DFB-Teams. Der Weltmeister von 2014 konstatierte im TV-Studio, dass die deutsche Mannschaft den Anschluss an die absolute europäische Spitze vorerst verloren habe.
„Also nochmal, wir sind keine Topmannschaft mehr. Wir sind im Mittelmaß angekommen. Wir haben diese Spieler nicht mehr. Davon müssen wir wegkommen.“
Auf Nachfrage von Moderatorin Esther Sedlaczek, welche Spielertypen ihm fehlen würden, verwies Schweinsteiger auf die Gäste: Die Griechen hätten mit Akteuren wie Christos Tzolis, Marios Vatistras oder Vangelis Pavlidis echte Unterschiedsspieler besessen, die dem Spiel ihren Stempel aufgedrückt hätten. Gleichzeitig nahm Schweinsteiger den Bundestrainer in Schutz und bezeichnete die aktuelle Phase als notwendige Testphase, in der Klopp den großen Kader sichten müsse.
Einzelkritik und Ausblick auf das anstehende Länderspiel gegen Serbien
Die Zeugnisse für die deutsche Elf spiegelten einen durchwachsenen Abend wider. Während Inter-Mailand-Verteidiger Yann Aurel Bisseck mit starker Zweikampfführung und großer Luftpräsenz als Lichtblick überzeugte, erwischten vor allem die Akteure des FC Bayern München einen schwierigen Tag. Neben Kapitän Kimmich erhielt auch Abwehrchef Jonathan Tah die Note 4, wobei Tah zwar 136 Pässe spielte, aber weniger als die Hälfte seiner direkten Duelle gewann.

Bereits am kommenden Donnerstag bietet sich der Nationalmannschaft die Gelegenheit zur Wiedergutmachung. Dann trifft das DFB-Team im nächsten Länderspiel auf Serbien, in dem Klopp den ersten Sieg seiner Amtszeit anstrebt.
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