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Zürich sagt Ja zu strengeren Hochhausrichtlinien

Die Zürcher Stimmbevölkerung hat am Sonntag mit rund 62 Prozent Ja-Anteil die umstrittene Parlamentsvorlage für strengere Hochhausrichtlinien angenommen. Der Entscheid beendet die weitreichenden Pläne für bis zu 40 Meter hohe Gebäude in mehreren Quartieren. Zugleich erteilt er dem gegnerischen Modell des Stadtrats eine deutliche Absage.

Abstimmungsresultate am 27. September 2026

In Zürich herrscht Klarheit über die künftige Stadtentwicklung in die Höhe. Wie offizielle Abstimmungsresultate am Nachmittag des 27. September 2026 zeigten, befürworteten sämtliche Stadtkreise die schärferen Vorgaben des Gemeinderats für Hochbauten deutlich. Mit genau 65’852 Ja-Stimmen zu 39’432 Nein-Stimmen fiel das Verdikt für die sogenannte BZO-Teilrevision eindeutig aus.

Am höchsten lag der Ja-Anteil in den Kreisen 3, 9 und 12 mit jeweils über 65 Prozent, während der tiefste Wert im Kreis 7+8 mit 54,5 Prozent Ja verzeichnet wurde.

Deutliche Absage an die Stadtratspläne in den Quartieren

Im Zentrum der Abstimmung stand die Frage, wie stark die Stadt Zürich in den kommenden Jahren verdichtet werden soll. Der Gemeinderat setzte sich mit seiner Vorlage durch, die grossflächige Zonen für Gebäude bis zu 40 Meter Höhe streicht. Hohe Häuser sollen künftig nur noch an wenigen ausgewählten Standorten und vor allem in Quartierzentren möglich sein. Wer künftig ein Bauwerk mit einer Höhe von mehr als 60 Metern errichten will, muss zwingend einen Gestaltungsplan vorlegen, der vom Gemeinderat genehmigt werden muss. Zudem verlangt die angenommene Vorlage für alle Hochhäuser ein Konkurrenzverfahren und bei einer Mehrausnützung im Gestaltungsplan soll diese vollständig preisgünstigem Wohnraum dienen.

Ganz anders fiel das Votum für den Gegenvorschlag des Stadtrats aus, der den ehemaligen Stadtrat André Odermatt betraf. Dieses Modell erlitt eine wuchtige Niederlage, da alle Kreise ihn ablehnten. Der Nein-Stimmen-Anteil lag ebenfalls bei über 62 Prozent. Mit 65’494 Nein-Stimmen bei nur 39’347 Ja-Stimmen lehnten alle Wahlkreise diese Variante ab. Am höchsten lag die Ablehnung der Stadtratsvorlage im Kreis 12 mit fast 70 Prozent, an zweiter Stelle folgte der Kreis 9 mit knapp 67 Prozent Nein.

Politische Reaktionen zum Ausgang der Zürcher Abstimmung

Stellungnahmen von SP, Grünen und AL

SP, AL, Grüne und die SVP machten sich für die Vorlage des Parlaments stark und durften sich zu den Gewinnern zählen. Die SP verkündete bereits kurz nach 15 Uhr den Triumph der gemeinderätlichen Hochhausrichtlinien und schrieb in einer Mitteilung, mit dem Ja zum Hochhaus-Kompromiss des Gemeinderats sei die «drohende Abbruchwelle vom Tisch». Oliver Heimgartner von der SP sagte: «Die Bevölkerung hat heute einmal mehr ein deutliches Zeichen gegen die Verdrängung gesetzt.» Oliver Heimgartner, Präsident SP Stadt Zürich, ergänzte: «Mit dem Ja zur Gemeinderatsvorlage haben wir verhindert, dass noch mehr Menschen aus Zürich verdrängt werden.»

Zürich sagt Ja zu strengeren Hochhausrichtlinien
Foto: Tages-Anzeiger

Die Grünen zeigten sich davon überzeugt, dass die angenommene Vorlage «Rücksicht auf bestehende Quartierstrukturen und Hochhäuser dort ermöglicht, wo sie städtebaulich und ökologisch sinnvoll sind.» Die AL schrieb, die Stimmbevölkerung habe «das Märli durchschaut», dass Hochhäuser zusätzlichen Wohn- und Grünraum schaffen würden und ökologisch seien.

Auf der Gegenseite herrschte Enttäuschung bei den bürgerlichen Befürwortern. Nicolas Cavalli, Präsident der Stadtzürcher GLP, sagte: «Ich hätte gehofft, dass unsere Argumente besser verfangen», und fügte hinzu, dass die «Angstkampagne» der unheiligen Allianz obsiegt habe. Die Mitte teilte mit, dies «bremst auf absehbare Zeit die Schaffung von dringend benötigtem Wohnraum». Përparim Avdili, Präsident der Stadtzürcher FDP, erklärte: «Leider konnten wir nicht über unsere Wähleranteile hinweg mobilisieren», und zeigte sich besorgt über das Image des Hochhauses.

Konsequenzen für die anstehende Bauordnung

Revision der Bau- und Zonenordnung

Mit Blick nach vorne forderte Oliver Heimgartner, dass es jetzt auch ein Zeichen an die Politik sein müsse, um vorwärts zu machen mit bezahlbarem Wohnraum, und betonte bezüglich der anstehenden Revision der Bauordnung: «Das Resultat zeigt auch, dass der Stadtrat bei der Bau- und Zonenordnung umdenken und die Interessen der Mietenden in der Raumplanung viel konsequenter berücksichtigen muss.»

Zürich sagt Ja zu strengeren Hochhausrichtlinien
Foto: SRF
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Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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