Papst Leo XIV. ist am Freitag zu einem viertägigen Besuch in Frankreich eingetroffen. Der Pontifex will in Paris, Lourdes und Metz über Künstliche Intelligenz, den Schutz des menschlichen Lebens und den Frieden sprechen, während er gleichzeitig versucht, das Ansehen der katholischen Kirche nach schweren Missbrauchsskandalen zu stärken.
Ankunft in Paris und Begegnungen mit Staatsführung
Mit der Landung einer Chartermaschine auf dem Pariser Flughafen Orly hat Papst Leo XIV. seinen viertägigen Pastoralbesuch in Frankreich begonnen. Für das Staatsoberhaupt, das im Mai nicht mehr antreten darf, fällt die Visite in die Endphase seiner Amtszeit. Beobachter weisen darauf hin, dass die Zusammenkunft auch eine Gelegenheit für den Präsidenten bietet, in einer Zeit niedriger Beliebtheitswerte an der Seite des Papstes aufzutreten.
Dabei stand die Diskussion über globale Regeln für Künstliche Intelligenz im Mittelpunkt. Der Papst hatte erst kürzlich in Rom vor neuen Gefahren für die Sicherheit und den internationalen Frieden gewarnt, die von unkontrollierter Technologie ausgehen, und die internationale Politik zu einem besonnenen Umgang aufgefordert. Am Abend war ein Friedensgebet in der restaurierten Kathedrale Notre-Dame geplant, die nach dem verheerenden Brand im Jahr 2019 wieder für Gläubige geöffnet ist.
Sicherheitsvorkehrungen und enormer Andrang bei den Gottesdiensten
Die Behörden haben für das verlängerte Wochenende massive Sicherheitsvorkehrungen getroffen. Nach Angaben des französischen Innenministers Laurent Nunez sind rund 37.000 Sicherheitskräfte im Einsatz, um die Veranstaltungen zu schützen.

Das Interesse der Bevölkerung hat die Organisatoren indes überrascht. Für die Jugendmesse im Stade de France waren sämtliche 70.000 Plätze innerhalb einer Viertelstunde ausgebucht. Auch für die zentrale Messe auf dem Place de la Concorde und entlang der Avenue des Champs-Élysées haben sich fast 600.000 Menschen registriert. Wegen des massiven Andrangs wurde zusätzlich die angrenzende Avenue de la Grande Armée freigegeben.
Spannungen bei Gesellschaftsfragen und der Umgang mit Missbrauch
Der Besuch führt den Papst in ein Land, das sich stark säkularisiert hat und dessen Gesetzgebung in den vergangenen Jahren mehrfach im Widerspruch zur katholischen Lehre stand. Frankreich verankerte 2024 das Recht auf Abtreibung in der Verfassung und verabschiedete im Sommer ein Gesetz zur Legalisierung der Sterbehilfe.

Ein weiteres zentrales Thema der Reise ist die Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs in der Kirche. Fünf Jahre nach einem umfassenden Untersuchungsbericht, der von Hunderttausenden betroffenen Kindern sprach, lastet schwerer Druck auf der kirchlichen Führung.
Leo trägt die immense Verantwortung, zu verkünden, dass es genug ist.
Reiseabschnitt in Metz und europäische Einigung
Zum Abschluss seiner Reise wird der Papst am Sonntag in die lothringische Stadt Metz reisen. Dort will er an das Erbe von Robert Schuman erinnern und sich den Prinzipien der europäischen Einheit widmen. Die Reise endet am Montag nach vier intensiven Tagen.
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