US-Präsident Donald Trump empfing den chinesischen Staatschef Xi Jinping zu einem Staatsbesuch im Weißen Haus, obwohl er Peking zuvor scharf kritisiert hatte.
US-Präsident Donald Trump begrüßte den chinesischen Staatschef Xi Jinping zu einem hochrangigen Gipfeltreffen, das von ungewöhnlicher Pomp und Zeremonie geprägt war. Noch vor wenigen Jahren trat Trump im Wahlkampf mit harten Worten gegen China auf und warf dem Land vor, die amerikanische Wirtschaft geschädigt zu haben. Nun empfing er den Gast demonstrativ herzlich auf dem Rollfeld der Joint Base Andrews in Maryland. Es war das erste Mal, dass Trump einem ausländischen Staatschef diese persönliche Höflichkeit erwies.
Rote Teppiche und diplomatische Inszenierung im Weißen Haus
Die Inszenierung des Besuchs setzte auf maximale visuelle Effekte. Die beiden Staatsmandarine schritten nach der Landung über einen rund 30 Meter langen roten Teppich. Einen Tag später folgte ein weiterer roter Empfang im Weißen Haus, gefolgt von einem festlichen Staatsessen am Abend. Auf dem Menü standen unter anderem Seebarsch in Sesamkruste und geschmorter Pak Choi, abgerundet durch ein Dessert aus Vanille-Crémeux und Honigeis. Als persönliches Geschenk überreichte Trump seinem Gast eine Statue eines Weißkopfseeadlers.
Beim offiziellen Zusammentreffen im Oval Office betonten beide Seiten den Wert ihres persönlichen Verhältnisses.
Xi schlug einen ähnlich kooperativen Ton an und kündigte zudem an, dass China bald zwei Große Pandas namens Ping Ping und Fu Shang in den Zoo von Atlanta schicken werde, was in den USA für positive Resonanz sorgte.
Interne Kritik und geopolitische Spannungen um den Iran
Trotz der freundlichen Gesten stieß der Empfang in Washington auf scharfe Kritik – auch aus den Reihen der Republikaner. Der Vorsitzende des Streitkräfteausschusses im Senat, Roger Wicker, bemängelte öffentlich, dass ein solch großem Empfang angesichts zahlreicher ungelöster Konflikte mit der Kommunistischen Partei Chinas unangebracht sei laut der Berichterstattung im Senat.
Hinter den Kulissen belasten vor allem Chinas angebliche Verbindungen zum Iran das Verhältnis. Geheimdienstkreise und US-Beamte äußerten den Verdacht, dass Peking Teheran im laufenden Konflikt unterstützt hat. So deuten Hinweise darauf hin, dass ein im April über dem Iran abgeschossenes F-15-Kampfflugzeug von einer chinesischen Schulterrakete getroffen wurde. Zudem soll China dem Iran zu Beginn des sieben Monate andauernden Konflikts Radartechnologien zur Verfügung gestellt haben, um Tarnkappenflugzeuge aufzuspüren.
Der wirtschaftliche Machtkampf und das Scheitern harter Zölle
Trumps Versuch, den wirtschaftlichen Rivalen im vergangenen Jahr mit massiven Zöllen und Exportbeschränkungen in die Zwingstelle zu zwingen, blieb erfolglos wie Analysten betonen. Da China ein Quasi-Monopol auf seltene Erden besitzt, die für die Elektronikindustrie unverzichtbar sind, konnte Peking einen Handelswaffenstillstand erzwingen.

Experten werten die Annäherung daher als pragmatischen Rückzug der US-Regierung nach gescheiterten Konfrontationen.
Trump hat seinen Ansatz gegenüber China dramatisch geändert, weil sein erster Versuch mit superhohen Zöllen und Exportbeschränkungen nicht erfolgreich war. Xi und Trump gerieten in einen Machtkampf, und Xi ging als Sieger hervor.
Trotz anhaltender US-Zölle verzeichnet China weiterhin eine enorme globale Exportstärke. Vor allem günstige Elektrofahrzeuge setzen etablierte Autoindustrien in Europa, Japan und Südkorea unter Druck, während Peking seine militärischen und technologischen Kapazitäten im Bereich der Künstlichen Intelligenz trotz westlicher Exportkontrollen weiter ausbaut.
Verwandte Artikel