Fast drei Jahrzehnte nach dem Tod von Prinzessin Diana im August 1997 entfacht ein neues Buch von Charles Spencer einen heftigen königlichen Streit. Das Königshaus reagierte mit einer seltenen Rüge auf Vorwürfe über angebliche Aussagen von König Charles III. im Zusammenhang mit der Beerdigung, während neue Details über ein abgelehntes Angebot der Queen bekannt wurden.
Die Erinnerung an die tragischen Ereignisse des Spätsommers 1997 bleibt im Vereinigten Königreich hochenotional. Die damaligen Bilder der jugendlichen Prinzen William und Harry, die hinter dem Sarg ihrer Mutter schritten, sind tief in das kollektive Gedächtnis eingeschrieben. Nun bricht ein neuer öffentlicher Konflikt über die Deutungshoheit dieser Tage aus. Im Zentrum steht das im Penguin-Verlag erscheinende Buch von Charles Spencer mit dem Titel Swan Song: Diana, My Sister
, das Vorabveröffentlichungen zufolge schwere Anschuldigungen gegen den heutigen König erhebt.
Schwere Vorwürfe gegen König Charles und die seltene Reaktion des Palasts
Laut Auszügen, die vorab in der Daily Mail erschienen, schildert Spencer ein angebliches Telefonat mit dem damaligen Thronfolger kurz vor der Beerdigung. Der Streit entzündete sich demnach an der Frage, ob die Prinzen William und Harry, damals 15 und 12 Jahre alt, am Trauerzug teilnehmen sollten. Als Spencer dies ablehnte und argumentierte, seine Schwester hätte das nicht gewollt, sei der damalige Prinz Charles heftig in Rage geraten.

König Charles III. (damals Prince of Wales) versicherte via Daily Mail, man werde sie schon bald genug vergessen.

Der Buckingham-Palast wies die Darstellung in einer ungewöhnlich deutlichen und scharfen Erklärung zurück, über die die BBC berichtete.
Ein Sprecher des Buckingham-Palasts teilte via BBC und Zeit mit, während man zu Büchern aus Prinzip keinen Kommentar abgebe, sei sich Seine Majestät bewusst, dass der Schmerz geschwisterlicher Trauer den Verstand vernebeln, das Urteilsvermögen beeinträchtigen und die Erinnerung auf Weisen färben könne, die andere selbst viele Jahre nach einem solchen Verlust nicht wiedererkennen.
Frühere Vertraute des Königs äußerten gegenüber Medien zudem die Überzeugung, dass sich Charles III. niemals so geäußert haben würde.
Das abgelehnte Angebot von Queen Elizabeth II. für den HRH-Status
Neben den Konflikten um die Beerdigung enthält das Buch auch neue Einblicke in administrative Überlegungen des Königshauses direkt nach dem Unfalltod der Prinzessin im August 1997 in Paris. Wie n-tv berichtet, bot Queen Elizabeth II. an, Diana posthum wieder das Prädikat Her Royal Highness
(HRH) zu verleihen. Diana hatte diesen Titel infolge ihrer offiziellen Scheidung 1996 verloren.
Überbracht wurde das Angebot demnach von Robert Fellowes, dem damaligen Privatsekretär der Queen und Ehemann von Dianas Schwester Jane, während einer Fahrt im Royal Train zum Familiensitz Althorp. Charles Spencer lehnte die Geste jedoch ab, weil sie sich für ihn wie ein nachträglicher Trostpreis anfühlte – räumt in seinen Memoiren allerdings ein, sich später gefragt zu haben, ob seine Schwester diese späte Wiederherstellung ihres Status vielleicht doch gewollt hätte.
Familiäre Loyalitäten und das Naheverhältnis zu Prinz Harry
Die Veröffentlichung fällt in eine ohnehin angespannte Phase für das britische Königshaus, die durch die jüngsten Aufenthalte von Prinz Harry und Herzogin Meghan in Großbritannien zusätzlich angeheizt wird. Beobachter und royal Experten weisen auf die engen familiären Bande zwischen Charles Spencer und seinem Neffen Prinz Harry hin. Laut Berichten von GB News pflegt der Earl ein sehr positives Verhältnis zu Harry, während Berichte über Differenzen zu Thronfolger William kursieren.
Harry und Meghan besuchten im Sommer Althorp House, das Eltern- und Kindheitshaus von Diana, wo die verstorbene Prinzessin auch beigesetzt ist. Angesichts der anhaltenden Spekulationen um Wohn- und Lebenspläne des Herzogs von Sussex außerhalb des eigentlichen Königshofs wird in britischen Medienberichten darüber spekuliert, ob die Familie Spencer dem Paar künftig nahestehen wird.
Chronologie der Eskalation und nächste Buchschritte
Für das Königshaus bedeutet der Vorabdruck eine erneute schwere Belastungprobe, während die britische Öffentlichkeit über die historische Deutung der Ereignisse von 1997 debattiert.
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