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Technik und Wissenschaft

Astronomen Simulieren Absturz Möglicher Monde Auf Die Venus

Astronomen haben mithilfe von Computermodellen eine mögliche Erklärung dafür gefunden, warum die Venus im Gegensatz zur Erde keinen eigenen Mond besitzt. Laut einer im Fachmagazin The Astrophysical Journal veröffentlichten Studie würde ein Trabant aufgrund der extrem langsamen Rotation des Planeten unweigerlich spiralförmig nach innen driften und schließlich mit ihm kollidieren.

Die Venus gilt als der Schwesterplanet der Erde, unterscheidet sich von ihr jedoch in einem markanten Punkt: Sie hat keinen Mond. Während der Erdmond vor rund 4,5 Milliarden Jahren infolge einer gewaltigen Kollision der jungen Erde mit einem Planeten namens Theia entstand, blieb der Nachbarplanet bis heute ohne ständigen Begleiter. Eine im Fachmagazin The Astrophysical Journal veröffentlichte Untersuchung widmet sich diesem langjährigen astronomischen Rätsel und kommt zu einem nüchternen Schluss.

Computermodelle simulieren das Schicksal möglicher Venus-Monde

Um herauszufinden, warum der Planet keinen Trabanten aufweist, nutzte ein Forschungsteam ein spezielles Computermodell. Die Simulationen bildeten die Bewegungen unterschiedlich großer Monde in Abhängigkeit von den verschiedenen Rotationsperioden des Planeten ab. In der Mehrzahl der Durchläufe zeigte sich ein einheitliches Muster: Der jeweilige Mond stürzte am Ende auf die Oberfläche des Himmelskörpers.

Dabei spielte die Masse des Trabanten eine entscheidende Rolle für den Verlauf der Simulation. Je massereicher der simulierte Mond war, desto schneller kam es zu dem berechneten Absturz. Die Berechnungen verdeutlichen, dass sich ein Mond in der Umlaufbahn dieses Planeten auf Dauer nicht stabil halten lässt.

Die extrem langsame Rotation als physikalische Ursache

Als Hauptgrund für die Instabilität identifizierten die Autoren die ungewöhnlich langsame Drehung des Planeten um die eigene Achse. Während sich die Erde in etwa 24 Stunden einmal komplett dreht und dieser Prozess den Mond im Laufe der Zeit immer weiter von unserem Heimatplaneten entfernt, verhält sich die Situation beim Nachbarplaneten genau umgekehrt.

Die Rotation der Venus verläuft extrem langsam: Für eine vollständige Umdrehung benötigt sie 243 Erdentage. Dieses extreme Tempo der Eigenrotation führt in Kombination mit der Schwerkraft dazu, dass sich ein möglicher Mond spiralförmig nach innen bewegen müsste. Am Ende stünde unweigerlich der Zusammenstoß mit dem Planeten.

Auswirkungen auf Geologie, Klima und die Suche nach Beweisen

Die wissenschaftliche Untersuchung beantwortet nicht die Frage, ob der Planet in seiner Frühzeit tatsächlich einen Mond besaß und diesen in der Folge einbüßte. Sie belegt lediglich, dass ein solcher Begleiter dort keine dauerhafte Existenz hätte führen können. Sollte es in der Vergangenheit tatsächlich zu einer solchen Kollision gekommen sein, hätte dies nach Einschätzung der Forscher massive Spuren hinterlassen.

Astronomen Simulieren Absturz Möglicher Monde Auf Die Venus

Ein derartiger Einschlag oder ein Absturz des Trabanten hätte die Rotation, die Geologie sowie das Klima des Planeten tiefgreifend beeinflusst. Ob sich heute noch physikalische Belege für ein solches historisches Ereignis finden lassen, gilt jedoch als äußerst schwierig.

Venus hatte einen Mond – und hat ihn komplett verschluckt
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Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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