Das US-Verkehrsministerium hat am Montag in der Region Washington, D.C. den Einsatz eines neuen künstlichen Intelligenz-Tools zur Luftraumüberwachung gestartet. Das System namens SMART soll Flugdaten bündeln, den Verkehr entzerren und Verspätungen reduzieren, wobei der Mensch weiterhin die endgültige Kontrolle behält.
Das Verkehrsministerium der Vereinigten Staaten hat am Montag im Rahmen einer umfassenden Modernisierungsinitiative für die Flugsicherung ein neues Software-Tool auf Basis künstlicher Intelligenz eingeführt.
Einführung von SMART an den Flughäfen in Washington und Baltimore
Bei der neuen Technologie handelt es sich um das System mit der Bezeichnung strategisches Management von Luftraum, Routen und Flugbahnen, kurz SMART. Zum Einsatz kommt die Software zunächst am Ronald Reagan Washington National Airport, am Washington Dulles International Airport sowie am Baltimore/Washington International Thurgood Marshall Airport.
Die Einführung erfolgt im Zuge einer breit angelegten Modernisierungsoffensive der Federal Aviation Administration (FAA). Die Behörde hatte im Juni einen auf zwölf Jahre angelegten Vertrag im Wert von 875 Millionen US-Dollar mit dem Unternehmen Air Space Intelligence unterzeichnet, um die SMART-Software sowie zugehörige Daten- und Designdienste bereitzustellen. Der gesamte Infrastruktur- und Technikausbau, der bis 2028 bundesweit abgeschlossen sein soll, beläuft sich auf ein Investitionsvolumen von 12,5 Milliarden US-Dollar.
Funktionsweise und Ziele des KI-gestützten Flugsicherungssystems
Das System zentralisiert nach Angaben der Behörden rund 200 unterschiedliche Datenströme, um die Abläufe im Luftraum zu optimieren. Ein offizielles Informationsblatt der FAA beschreibt die Arbeitsweise der Software wie folgt: Unter Verwendung künstlicher Intelligenz analysiert SMART Flugpläne, Wetterbedingungen, Flughafenkapazitäten, Luftraumbedingungen sowie operative Einschränkungen, um Verkehrsströme vorauszuberechnen und potenzielle Konflikte zu erkennen, bevor diese tatsächlich entstehen.
Verkehrsminister Sean Duffy erklärte, durch die grundlegende Neugestaltung des Luftraummanagements und die Vermeidung von Problemen im Vorfeld werde SMART frustrierende Verspätungen drastisch reduzieren, Fluglotsen entlasten und die Reisekosten senken. Sean Duffy, Verkehrsminister
Die US-Regierung verbindet mit dem Softwareeinsatz konkrete wirtschaftliche Erwartungen. Neben der Entlastung des Personals und der Reduzierung von Flugverspätungen soll durch effizientere Routenführung auch weniger Treibstoff verschwendet werden. Diese Einsparungen könnten nach Regierungsangaben an die Passagiere in Form niedrigerer Ticketpreise weitergegeben werden.
Sicherheitsbedenken und die Rolle des menschlichen Personals
Die Modernisierungsmaßnahmen wurden auch vor dem Hintergrund früherer Zwischenfälle beschleunigt. Eine im Januar 2025 ereignete Kollision in der Nähe des Ronald Reagan National Airports hatte die Diskussionen um die Sicherheit und Organisation des Luftraums neu entfacht. Kritiker wie der demokratische Senator Tim Kaine aus Virginia betonten nach der Ankündigung, dass vor allem die Umsetzung ausstehender Sicherheitsempfehlungen und die Verringerung des Flugaufkommens am Flughafen Reagan im Vordergrund stehen müssten.

Gleichzeitig betonen das Verkehrsministerium und die Flugsicherheitsbehörde ausdrücklich, dass die künstliche Intelligenz keineswegs die menschlichen Lotsen ersetzen wird. Das System liefert lediglich Empfehlungen und Vorschläge für alternative Routen bei starkem Verkehr, während die Entscheidungs- und Kontrollgewalt vollständig bei den menschlichen Fachkräften verbleibt.
Die FAA plant derweil, die Zahl der zertifizierten Fluglotsen bis zum Jahr 2028 von derzeit rund 11.000 auf 12.563 Kräfte zu erhöhen.
Erweiterung und Zeitplan der kommenden Monate
Nach dem regionalen Start in der Region Washington, D.C. ist eine schrittweise Ausweitung auf weitere Regionen der Vereinigten Staaten vorgesehen. Berichten zufolge läuft die initiale Erprobungsphase im Rahmen eines Pilotprojekts an, während die vollständige Integration in das nationale Luftraumsystem im Laufe der kommenden Jahre bis 2028 umgesetzt werden soll.
