Franziska Koch hat bei der Straßenrad-WM im kanadischen Montréal die Bronzemedaille im Einzelzeitfahren gewonnen. Auf dem 39,2 Kilometer langen Kurs musste sich die deutsche Meisterin am Sonntag nur der siegreichen Schweizer Titelverteidigerin Marlen Reusser und der Britin Zoe Bäckstedt geschlagen geben.
Der Auftakt der Straßenrad-Weltmeisterschaften in Kanada hat der deutschen Mannschaft am Sonntag eine unerwartet starke Medaille beschert. Franziska Koch fuhr auf dem anspruchsvollen und ungewöhnlich langen Kurs in Montréal auf den dritten Platz und sicherte sich damit den Bronzerang im Einzelzeitfahren der Frauen.
Marlen Reusser triumphiert am Geburtstag in Montréal
An ihrem 35. Geburtstag beschenkte sich die Schweizer Titelverteidigerin Marlen Reusser selbst. Sie absolvierte die 39,2 Kilometer in einer Zeit von 50:24 Minuten und verwies die Konkurrenz mit einer souveränen Leistung auf die Plätze.
„Da habe ich mir ein schönes Geschenk gemacht. Ich bin in das Rennen gegangen und dachte, dass ich heute auf jeden Fall etwas zu feiern habe. Es war mein zweiter Titel, aber jedes Rennen fühlt sich immer wieder neu an – und zu gewinnen, das ist immer wieder ein neues und grandioses Gefühl.“
Marlen Reusser, Zeitfahr-Weltmeisterin
Silber ging an die erst 21-jährige Britin Zoe Bäckstedt, die mit einem Rückstand von 40,11 Sekunden ins Ziel kam.
Franziska Koch fährt auf das Podium der Profi-Karriere
Mit fast 40 Kilometern Länge war es das längste Zeitfahren ihrer Profi-Karriere. Die 26 Jahre alte deutsche Meisterin war früh an der Reihe und übernahm nach ihrer Zieldurchfahrt deutlich die Führung, bis Bäckstedt und Reusser kamen. Während Bäckstedt bei den Zwischenzeiten immer vor Koch lag, teilte sich Reusser das Rennen ein. Bei der ersten Zwischenzeit lag sie noch sieben Sekunden hinter Koch. Bei der dritten und letzten Zwischenzeit, rund zehn Kilometer vor dem Ziel, hatte sie dann mehr als 20 Sekunden Vorsprung. Die deutsche Meisterin zeigte sich von der Distanz unbeeindruckt und hielt sich während des gesamten Rennverlaufs in den Medaillenrängen auf. Im Ziel fehlten ihr letztlich 45,54 Sekunden auf die Siegerin aus der Schweiz.

„Ich hatte eine gute Pace und war schon sehr zufrieden, als ich über die Ziellinie gefahren bin. Ich bin etwas schneller losgefahren als mir es mein Trainer vorgegeben hatte, aber ich dachte mir, man kann es ja mal versuchen. Das hat super geklappt, und ich freue mich total über die Medaille.“
Franziska Koch, deutsche Zeitfahr-Meisterin und WM-Dritte
Die letzte deutsche WM-Zeitfahr-Medaille der Frauen hatte Lisa Brennauer vor neun Jahren in Richmond/Virginia gewonnen. Auch damals war es Bronze. Koch hatte erst im Frühjahr mit dem Erfolg beim Klassiker Paris-Roubaix deutsche Radsport-Ge
Top-Platzierungen und weitere Medaillenchancen in Kanada
Die im Vorfeld ebenfalls als Medaillenkandidatin eingeschätzte Antonia Niedermaier erwischte keinen guten Tag und belegte am Ende Platz sieben mit 1:49 Minuten Rückstand. In der WM-Geschichte hatte es bisher viermal Gold für deutsche Radrennfahrerinnen gegeben, Hanka Kupfernagel (2007), Judith Arndt (2011, 2012) und Lisa Brennauer (2014) hatten triumphiert. Die Frauen waren in Montreal auf dem identischen Kurs unterwegs, den auch die Männer am Abend bewältigen müssen. Ebenfalls ungewöhnlich war die Länge: Mit fast 40 Kilometern war es für Koch das längste Zeitfahren ihrer Profi-Karriere. Die Top-Ten-Platzierungen komplettierten Athletinnen wie die Italienerin Elisa Longo Borghini (+0:50) und die Französin Cédrine Kerbaol (+1:10) sowie die Belgierin Lotte Kopecky (+1:47).
Noch zwei weitere Medaillenchancen bei der WM
Noch zwei weitere Medaillenchancen bei der WM. Für die deutschen Fahrerinnen Koch und Niedermaier ist die Weltmeisterschaft in Kanada damit noch nicht beendet. Im Rahmen des Programms stehen in den kommenden Tagen weitere Einsätze an, darunter die Mixed-Zeitfahrstaffel am Dienstag sowie das Straßenrennen am kommenden Samstag.
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