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Unterhaltung

Ronja Räubertochter feiert Premiere

Am 20. September 2026 feierte die neue Adaption von Ronja Räubertochter in der Wiener Volksoper als farbenfrohes Musiktheater Premiere. Regisseurin Ruth Brauer-Kvam setzt auf rasante Szenenwechsel, während Kyrre Kvam die Musik zwischen nordischem Rumpelpop und klassischen Musicalklängen steuert.

Wenn sich der Saal in ein Rockkonzert verwandelt und Fragen aus dem Publikum direkt auf der Bühne beantwortet werden, hat die Kinderstückzeit in der Wiener Volksoper begonnen. Zum Saisonauftakt am Sonntag feierte die Neuinterpretation von Astrid Lindgrens schwedischem Klassiker Ronja Räubertochter im Haus am Gürtel ihre Uraufführung. Das Stück präsentiert sich als schnelles, charmantes und protofeministisches Musiktheater mit viel Tempo.

Visuelle Zauberwelt und filmische Ästhetik auf der Bühne

Für die Inszenierung wählt Regisseurin Ruth Brauer-Kvam einen beinahe filmischen Ansatz, der auf rasche Szenenwechsel und amüsante Effekte setzt. Der Hintergrund wechselt wie eine umgeblätterte Buchseite beständig zwischen winterlichen und frühlingshaften Kulissen sowie zwischen Burg und Wald. Das von Monika Rovan entworfene Bühnenbild erinnert an Scherenschnitte und Schattenspiele, die akustisch von Georg Haselböck als Beatboxer und Live-Geräuschmacher belebt werden.

Vor dieser lebendigen Kulisse wächst die kleine Ronja, gespielt von Hannah Severin, als Tochter des Räuberhauptmanns Mattis (Juergen Maurer) heran. Sie lernt bald Birk kennen, dargestellt von Eike Onyambu, den Sohn des verfeindeten Räuberhauptmanns Borka (Daniel Ohlenschläger). Die beiden Kinder schließen in dieser nordischen Romeo-und-Julia-Variante eine enge Wahlgeschwisterschaft. Am Ende gelingt es ihnen durch diesen Bund, auch die verfeindeten Familienväter und deren Gefolgschaften zu versöhnen.

Musikalische Vielfalt und schaurige Fabelwesen im Wald

Die musikalische Untermalung stammt aus der Feder von Kyrre Kvam und bietet eine breite stilistische Palette. Zwischen nordischem Rumpelpop, klassischen Musicalnummern und zarten Gesangstrios ist für jeden Geschmack etwas dabei, begleitet von abwechslungsreichen Räuberchoreografien. Trotz der meist humorvoll gezeichneten und gutmütigen Räuberbanden hält die Inszenierung für Zuschauer ab sechs Jahren auch schurkische Momente bereit.

Wenn die Graugnome oder die Wilddruden angreifen, wird es auf der Bühne durchaus gruselig. Für optisches Aufsehen sorgen zudem die kultigen Rumpelwichte, deren visuelle Gestaltung im Stück für Schmunzeln sorgt.

Die kultigen Rumpelwichte (Wieso denn bloß?) sehen hingegen ein wenig aus wie Riesenspermien. Die Botschaft und der wilde Freiheitsdrang seiner Hauptfigur zieht auch heute noch, 45 Jahre nach Erscheinen der Vorlage.

Kritik zur Uraufführung, SN

Dauer und kommende Aufführungstermine der Neuproduktion

Die universelle Botschaft der Vorlage über den Drang nach Freiheit hat auch viereinhalb Jahrzehnte nach ihrem Erscheinen nichts von ihrer Anziehungskraft verloren.

Ronja Räubertochter feiert Premiere
Photo: SN

Wer die Premiere verpasst hat, bekommt in den kommenden Monaten zahlreiche weitere Gelegenheiten, das Musiktheaterstück im Haus am Gürtel zu erleben. Der Spielplan sieht Aufführungen bis in den Februar vor.

  • Nächste Termine im September und Oktober: 24. September sowie am 2., 11., 18., 20. und 30. Oktober 2026.
  • Weitere Vorstellungen im Winter: Am 30. November, 8. und 18. Jänner und 7. Februar 2027.
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Sophie Krueger

Über den Autor

Sophie Krueger leitet das Unterhaltungsressort von Germanic Nachrichten. Ihr Schwerpunkt liegt auf Film, Streaming, Popkultur und prominenten Entwicklungen mit redaktioneller Einordnung und sauberer Quellenlage.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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