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Technik und Wissenschaft

Taubenschwänzchen: Hitze und Südwinde sorgen für Rekordsommer in britischen Gärten

Tausende Taubenschwänzchen und andere Insekten wie Efeubienen tauchen in diesem Sommer vermehrt in britischen Gärten auf. Experten führen das Rekordaufkommen im Jahr 2026 auf warme Südwinde und Hitzeperioden zurück, während gleichzeitig der Klimawandel das Überwintern dieser ehemals reinen Wanderfalter in Europa begünstigt.

Ein ungewohnter Sommergast im Garten

Als Luke Burstow im Sommer in seinem Garten in Sussex zu Abend aß, zischte plötzlich ein rasantes Insekt an ihm vorbei. I was like: ‘Wow!’, erinnerte er sich an die Begegnung mit dem Taubenschwänzchen, einer Schmetterlingsart, die aus Kontinentaleuropa und Nordafrika in das Vereinigte Königreich migriert berichtet der Guardian. Ähnliche Beobachtungen häufen sich derzeit im ganzen Land.

Besonders in den West Midlands und im restlichen Mittelengland verzeichnen Naturschützer in diesem Jahr stark steigende Zahlen. James Benwell von der Organisation Birmingham and Black Country Wildlife Trust sprach gegenüber Medien von einem Rekordjahr für Sichtungen des Taubenschwänzchens, das wegen seiner Flugweise oft mit einem winzigen Vogel verwechselt wird.

Wissenschaftliche Hintergründe zur Biologie des Taubenschwänzchens

Das Taubenschwänzchen trägt den wissenschaftlichen Namen Macroglossum stellatarum und wurde im Jahr 1758 von Carl Linnaeus beschrieben. Es gehört zur Familie der Schwärmer, die weltweit mehr als 1.400 Arten umfasst. Im Gegensatz zu vielen anderen Nachtfaltern sind die Tiere tagaktiv und können mit präziser Flugtechnik in der Luft verharren. Der Name leitet sich zum einen von ihrem kräftigen, schnellen Flug ab, der an einen greifvogelartigen Sturzflug erinnert; die Bezeichnung hummingbird verdanken sie der Evolution, da sie blühend von Pflanze zu Pflanze eilen und dabei ein summendes Geräusch erzeugen erklärt eine Fachanalyse zu der Insektenart.

Mit einer Flügelspannweite von 40 bis 45 Millimetern und einer Körperlänge von drei Zentimetern besitzen die Falter ein außergewöhnliches Verhältnis von Kraft zu Gewicht. Ihre braunen Vorderflügel sind mit dunklen, wellenförmigen Mustern für die Tarnung versehen, während die orangefarbenen Hinterflügel beim Flug aufleuchten. Ein fächerförmiger Schwanz aus steifen Haarschuppen dient als eingebauter Stabilisator, der rasche Richtungswechsel erlaubt.

Klimawandel und veränderte Wanderungsbewegungen

Experten erklären das diesjährige Phänomen durch eine Kombination aus Wetterbedingungen in den südlichen Brutgebieten und dem sommerlichen Klima in Nordeuropa. Starke Südwinde und Hitzewellen haben laut Richard Harrington, einem Ehrenmitglied der Royal Entomological Society, dazu beigetragen, hohe Stückzahlen der Falter über den Kanal zu treiben. Zudem könnten vertrocknete Futterpflanzen im Mittelmeerraum die Insekten zur Weiterwanderung gezwungen haben erläutert das britische Medium.

Taubenschwänzchen: Hitze und Südwinde sorgen für Rekordsommer in britischen Gärten
Photo: peckperk.com

Ray Barnett, Ratsmitglied der British Entomological and Natural History Society, weist darauf hin, dass milde Winter im Zuge des globalen Wandels dazu führen könnten, dass die Tiere künftig dauerhaft in der Region bleiben. Wenn sich diese Muster verfestigen, werde das Taubenschwänzchen von einer reinen Wanderart zu einer dauerhaft ansässigen Spezies in Großbritannien. Die Raupen ernähren sich unter anderem von Echtem Labkraut und Wiesen-Labkraut, die als heimische Wildpflanzen weit verbreitet sind.

Physische Anpassungen und energetische Kosten

Der Schwebeflug des Taubenschwänzchens verlangt dem Insekt enorme körperliche Leistungen ab. Seine Rüssel ist 25 bis 28 Millimeter lang und wird zum Nektarsaugen in tiefen, röhrenförmigen Blüten ausgerollt. Um diese Flugmanöver bei Frequenzwerten von 70 bis 85 Flügelschlägen pro Sekunde durchzuhalten, steigt die Temperatur im Thorax der Tiere auf über 45 Grad Celsius an. Der Stoffwechsel kann sich auf das Hundertfache der Ruheherzfrequenz erhöhen, weshalb die Falter ununterbrochen Nahrung aufnehmen müssen, um Muskelschäden zu vermeiden beschreibt die zoologische Dokumentation.

A hummingbird hawk-moth with large orange wings which shutter rapidly feeds from a red valerian flower
Photo: bbc.co.uk

Neben dem Taubenschwänzchen beobachten Umweltschützer in diesem Sommer auch das vermehrte Auftreten anderer Arten wie der Efeubiene und der Wespenspinne in Regionen, in denen diese Tiere früher als ungewöhnlich galten.

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Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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