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Solothurner Spitäler AG: Vorwurf des sexuellen Missbrauchs gegen Pfleger

Ein schwerwiegender Verdacht erschüttert den Schweizer Gesundheitssektor und den Frühbereich: Ein Pfleger der Solothurner Spitäler AG soll im Dezember 2025 eine Patientin während der Wundversorgung sexuell missbraucht haben. Parallel dazu befindet sich in Saint-Sulpice (VD) ein Krippenmitarbeiter nach schweren Anschuldigungen wegen mutmasslicher Übergriffe auf ein zweijähriges Kind in Untersuchungshaft.

Mutmasslicher Übergriff in Solothurner Spital während der Wundversorgung

Eine Patientin hat schwere Vorwürfe gegen einen Pfleger der Solothurner Spitäler AG erhoben. Die Betroffene befand sich zwischen dem 21. Dezember 2025 und dem 1. Weil sie sich kraft- und energielos fühlte, wurde sie in diesem Zeitraum stationär betreut. Während einer abendlichen Behandlung in dem Zimmer, das sie mit einer demenzkranken Patientin teilte, kam es laut ihrer Schilderung zu dem Vorfall.

Der Pfleger versorgte eine Wunde, doch plötzlich hat er mir absichtlich unters T-Shirt gefasst und meine Brüste massiert, berichtete die anonym bleibende Frau über die Handlungen des Pflegers, wie 20 Minuten die Schilderung der Patientin dokumentierte. Als sie ihn aufforderte, damit aufzuhören, habe er dies getan. Anschliessend sei er für eine halbe Stunde verschwunden. Ich war wie versteinert und wusste nicht, wie weiter, schilderte sie die Situation. Erst nach diesen 30 Minuten hat er meine Wunde fertig versorgt. Schon zuvor sei ihr das Verhalten des Pflegers auffällig gewesen, da er bei einer Thrombosespritze spielerisch so getan habe, als sei die Spritze ein Dartpfeil und ihr Oberschenkel eine Dartscheibe.

Sexueller Missbrauch in Solothurner Spital

Reaktion der Spitalleitung und ausbleibende Strafanzeige

Am Tag nach dem Vorfall wandte sich die Betroffene unter Tränen an die Seelsorgerin, wobei sie fast einen Nervenzusammenbruch erlitt, und sprach später mit der Stationsleitung. Letztere reagierte jedoch mit Unverständnis und erklärte der Patientin laut deren Aussagen, sie habe die Situation falsch verstanden, was für die Betroffene völlig unverständlich war. Auch nach der Entlassung habe sie mit dem Erlebten gekämpft und Mühe gehabt zu duschen, weil sie sich so geekelt habe. Die Solothurner Spitäler AG bestätigte auf Anfrage, dass der Vorfall bekannt ist und die internen Abklärungen erfolgt sowie abgeschlossen sind. Aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes konnte Oliver Schneider, Leiter Marketing und Kommunikation, jedoch keine Stellung beziehen und nicht kommentieren, ob der betroffene Pfleger weiterhin im Spital arbeitet und wie konkret der Vorfall aufgearbeitet wurde.

Eine formelle Strafanzeige reichte die Patientin nicht ein. Sie begründete dies damit, dass ausser der demenzkranken Person im Zimmer keine Zeugen vorhanden waren und ihr von der Opferhilfe gesagt wurde, dass sie in dem Fall einen Anwalt selbst bezahlen müsse.

Untersuchungshaft für Krippenmitarbeiter in Saint-Sulpice

Un petit garçon dénonce des abus sexuels dans une

In einem zeitlich nachgelagerten, aber parallel diskutierten Fall von mutmasslichem Missbrauch in einer Kindertagesstätte in Saint-Sulpice (VD), die sich zu einem knapp sieben Kilometer vom Zentrum Lausanne entfernten Ort befindet, befindet sich ein Angestellter seit mehreren Monaten in Untersuchungshaft. Saint-Sulpice steht wegen des Vorfalls unter dem Schock. Der Fall kam ans Licht, nachdem ein zweijähriger Junge im Oktober 2025 seinen Eltern mitteilte, ein Erwachsener der Crèche habe ihn auf den Mund geküsst. Die Eltern suchten das Gespräch mit der Crèche-Leitung, doch diese schien den Worten des kleinen Jungen laut Aussagen der Mutter keinen Glauben zu schenken.

Solothurner Spitäler AG: Vorwurf des sexuellen Missbrauchs gegen Pfleger
Photo: bluewin.ch

Nachdem im Juni 2026 ein weiterer Vorfall gemeldet wurde – der Junge gab an, der Mitarbeiter habe seine Intimbereiche berührt und ihm später sein Genital gezeigt –, reichten die Eltern am 7. Juli eine Anzeige bei der Kantonspolizei ein. Am darauffolgenden Morgen wurde der Mitarbeiter der Kindertagesstätte verhaftet. Bluewin berichtete über die Festnahme des Verdächtigen, der als Angestellter der Cafeteria der Crèche tätig war und keine spezifische pädagogische Ausbildung absolviert hatte, wobei eine solche Ausbildung auf kantonaler Ebene nicht obligatorisch ist. Bei seiner Befragung gab der Mann zudem zu, im Mai 2024 ein Video mit kinderpornografischem Inhalt in einer Telegram-Gruppe geteilt zu haben, das ihn sexuell erregt habe.

Solothurner Spitäler AG: Vorwurf des sexuellen Missbrauchs gegen Pfleger
Photo: 20min

Machtverhältnisse und Dunkelfeld in Institutionen

Beide Fälle werfen ein Schlaglicht auf die besonderen Verhältnisse in Pflege- und Betreuungseinrichtungen. Mario Fasshauer, Geschäftsleiter der Patientenstelle Zürich, betont, dass Berichte über Grenzverletzungen keine Einzelfälle darstellen. Gerade kranke, geschwächte, sedierte oder anderweitig abhängige Menschen befinden sich in einem besonderen Macht- und Vertrauensverhältnis, erklärte Fasshauer, auch wenn sich die tatsächliche Häufigkeit solcher Vorfälle nicht beziffern lasse. Aus der Beratung sei bekannt, dass Betroffene Übergriffe teils erst später einordnen und sich aus Scham, Unsicherheit oder wegen des Abhängigkeitsverhältnisses zunächst nicht melden.

Die Justiz qualifizierte die mutmasslichen Taten im Fall der Kindertagesstätte als sehr schwer und schockierend, während für den beschuldigten Angestellten in Untersuchungshaft die Unschuldsvermutung gilt. Wie 20 Minuten zudem berichtete, wurden in der Romandie zwischen 2020 und 2025 insgesamt 22 Fälle von sexuellem Missbrauch in Kitas verzeichnet, was bei einigen Eltern aus Angst dazu führte, den Eintritt ihrer Kinder in Krippen hinauszuzögern oder von Männern geleitete Einrichtungen zu meiden. Im Fall des Solothurner Spitals bleiben offene Fragen zur internen Aufarbeitung bestehen, da die Solothurner Spitäler AG unter Berufung auf den Persönlichkeitsschutz keine weiteren Auskünfte zum Verbleib des Mitarbeiters erteilte.

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Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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