Für das umstrittene Logistikzentrum des Spediteurs Raben in Salzburg-Schallmoos gibt es nach jahrelangen Planungen und einer Freigabe des Gestaltungsbeirats grünes Licht, da ein aktuelles Gutachten keine rechtliche Grundlage für eine Bausperre sieht, wie der ORF im September 2026 berichtete.
Das geplante und langjährig umstrittene Logistikzentrum des Spediteurs Raben im Salzburger Stadtteil Schallmoos steht vor seiner Realisierung. Nachdem die Pläne des Unternehmens mehrfach überarbeitet werden mussten, erteilte der Gestaltungsbeirat in der vergangenen Woche die offizielle Freigabe, wie der ORF im September 2026 berichtete. Damit ist eine von vielen Anrainern und der Bürgerinitiative geforderte Bausperre endgültig vom Tisch.
Rechtsgutachten verhindert Bausperre für das Projekt in Schallmoos
Hoffnungen auf eine Verhinderung des Projekts durch eine behördliche Bausperre erfüllten sich nicht. Laut einem aktuellen Gutachten, das vom ORF im September 2026 zitiert wurde, fehlt jegliche ausreichende rechtliche Grundlage, um eine Bausperre über das Areal im Norden der Stadt zu verhängen. Der Spediteur Raben zeigte sich über diese Entwicklung erleichtert und kündigte an, das offizielle Bauansuchen so schnell wie möglich einzureichen.
Stadträtin Anna Schiester (Bürgerliste) räumte ein, dass sie nach wie vor keine persönliche Freude mit dem Vorhaben hat, betonte jedoch, das Projekt nicht weiter verzögern zu wollen. Ich glaube, der politische und öffentliche Druck hat sehr wohl geholfen, das Projekt noch weiter zu entwickeln. Hier muss ich aber auch sagen, dass Raben sehr gesprächsbereit war
, erklärte Schiester laut dem Bericht des ORF.
Protest der Bürgerinitiative und Sorge vor zusätzlichem LKW-Verkehr
Bei der Bürgerinitiative Schallmoos herrscht nach dem grünen Licht Enttäuschung. Die Anrainer hatten sich massiv gegen einen weiteren Logistikbetrieb in dem ohnehin bereits stark belasteten Stadtteil gewehrt und dafür nach Angaben des ORF Tausende Unterschriften gesammelt.
- Eine möglichst ökologische Umsetzung des Baus, um die Hitzebildung im Stadtteil zu reduzieren.
- Eine Anpassung der Straßenverhältnisse an den zu erwartenden Mehrverkehr zur Erhöhung der Sicherheit.
- Eine grundsätzliche Überarbeitung des gesamten Gewerbeschwerpunkts in Schallmoos.
Nach Berechnungen und Angaben des Spediteurs Raben wird das neue Logistikzentrum im Norden der Stadt im Falle einer planmäßigen Umsetzung zusätzliche 240 LKW-Fahrten pro Tag in die Region bringen.
Zukunft des Gewerbeschwerpunkts und Zeitplan bis zur Inbetriebnahme
Um die angespannte Situation zwischen den eng aneinandergrenzenden Wohn- und Gewerbeflächen in Schallmoos künftig zu entlasten, verweist die Stadtpolitik auf das neue Räumliche Entwicklungskonzept. Stadträtin Schiester betonte gegenüber dem ORF, dass es auf lange Sicht wichtig sei, den bestehenden Gewerbeschwerpunkt weiter einzuschränken, wozu bereits zahlreiche Anregungen aus der Bevölkerung eingegangen seien.
Der Spediteur Raben plant derweil fest mit der Umsetzung und geht davon aus, dass das neue Logistikzentrum im Norden der Stadt in zwei Jahren seinen Betrieb aufnehmen kann.
Weiterlesen