Wissenschaftler haben an der Lady Elliot Island am Great Barrier Reef in Australien dokumentiert, wie ein Großer Tümmler namens Bubbles gezielt Makrelenhechte der Art Bigeye Trevally jagt, bis diese vor Stress ihr gefressenes Mahl erbrechen. Der Delfin frisst das Erbrochene anschließend auf.
Im Great Barrier Reef vor der Küste Australiens hat ein Großer Tümmler eine ungewöhnliche Methode entwickelt, an Nahrung zu gelangen. Statt selbst in der Gruppe nach kleineren Fischen zu jagen, hat sich das als Bubbles bekannte Tier darauf spezialisiert, bestimmte Raubfische so lange zu bedrängen, bis diese ihre frisch gefangene Beute ausspucken. Wie Marine researchers in Australia’s Great Barrier Reef berichteten, wurde Bubbles (wissenschaftlich Tursiops truncatus, wie IFLScience anmerkt) von Forschern dabei beobachtet, wie er eine bigeye trevally jagte, bis sie erbrach, bevor er das soeben Speewübte fraß. Das Tier ist auch den lokalen Guides wie Meister-Riff-Guide Pieter Demmers und der Meeresbiologin Jacinta Shackleton bekannt, die laut Discover Wildlife berichtete: „He basically chases this one fish. The fish throws up. He eats the vomit.“ Nach dem Verzehr dreht er laut Shackleton den Kopf direkt zu Beobachtern und stößt einen langen Klick aus, fast als wolle er sagen: „Look what I did! I got the food. I’m so smart.“ Discover Wildlife vergleicht dieses Verhalten mit Fregattvögeln, die eine weiße Seeschwalbe (white capped noddy
) durch die Luft jagen — ein Spektakel, das Shackleton mit einem „V8 supercar race“ verglich.
Beobachtungen an der Lady Elliot Island von 2021 bis 2025
Forscher der University of the Sunshine Coast (UniSC) dokumentierten dieses Verhalten zwischen Juni 2021 und Oktober 2025. In diesem Zeitraum registrierten die Wissenschaftler insgesamt 20 Begegnungen (laut Discover Wildlife beziehungsweise 11 aufgezeichnete Fälle von Kleptoparasitismus laut IFLScience) zwischen dem Delfin und Schulen von Makrelenhechten (Bigeye Trevally
), wobei er in elf Fällen das Erbrochene der Fische fraß. An der Erforschung beteiligt waren neben PhD-Kandidat Romney Edwards-Francis auch Co-Autoren wie Asia Haines. Die Ergebnisse der Untersuchung wurden im Fachjournal Ecology and Evolution veröffentlicht.
Vier Phasen der Fisch-Jagd nach dem Modus von Bubbles
Das Vorgehen des Delfins läuft nach einem präzisen Muster ab, das laut IFLScience in verschiedene Phasen eingeteilt wird:

- Scannen: Der Delfin sucht die Umgebung mittels Echolokation ab und visiert einen Fisch mit dickem Bauch an.
- Anvisieren: Bubbles sondert das ausgewählte Tier von der restlichen Schule ab.
- Verfolgen: Er jagt den Fisch in unmittelbarer Nähe und kopiert dessen Bewegungsrichtung.
- Aufnahme: Sobald der Fisch vor Stress erbricht, frisst der Delfin die Nahrung, während das Opfer unversehrt entkommt.
In einer halben Stunde (bis zu 10 Mal in 30 Minuten, so Ars Technica und IFLScience) wurde beobachtet, wie der Delfin diese Abfolge wiederholte. Anders als in Gruppen jagende Artgenossen agiert Bubbles bei diesen Raubzügen stets als Einzelgänger.
Einschätzungen der Forscher zu Aufwand und Echolokation
Die Wissenschaftler vermuten, dass das gezielte Erzeugen von Stress durch Verfolgung und tiefe Klicklaute die Fische zum Auswürgen bringt.
Romney Edwards-Francis, Doktorandin und Ko-Autorin der Studie, spekulierte, dass das Erbrochene der Makrelenhechte an Tagen, an denen Bubbles bei der Jagd weniger erfolgreich war, einen leichten Snack darstelle, vor allem da der Schwarm der Makrelenhechte fast jeden Tag sehr zuverlässig am selben Ort zu finden sei.
Die Forscher halten es zudem für möglich, dass Bubbles mithilfe von Echolokation erkennen kann, welche Fische gerade einen besonders nahrhaften, vollen Magen haben.
Asia Haines, Ko-Autorin der Untersuchung, erklärte, man habe beobachtet, wie er dieses Verhalten über mehrere Jahre hinweg wiederholte, was darauf hindeute, dass er möglicherweise gelernt habe, gezielt die Fische mit dem vollsten Bauch ins Visier zu nehmen, um die lohnendsten Mahlzeiten zu erhalten.
Ob auch andere Delfine diese Taktik anwenden, bleibt vorerst unklar, da solche Unterwasserbeobachtungen äußerst schwierig lückenlos zu erfassen sind. Das Forschungsteam hofft nun auf Hinweise von anderen Meeresbiologen weltweit, um festzustellen, ob es sich um ein verbreitetes Phänomen handelt.
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