Bei der U16-Wahl zur bevorstehenden Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern haben die AfD mit 33,3 Prozent und die Linke mit 25,3 Prozent die meisten Stimmen erhalten. Die Ergebnisse der Jugendwahl, die vom 7. bis 11. September.
Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren konnten in Mecklenburg-Vorpommern in der Woche vom 7. bis zum 11. September in insgesamt 51 Wahllokalen ihre Stimme abgeben beim Landesjugendring. Insgesamt wurden 1.504 Stimmen in 51 selbstorganisierten Wahllokalen abgegeben. Die am Montag veröffentlichten Ergebnisse zeigen ein klares Votum für die politischen Ränder: Die AfD hat dabei mit 33,3 Prozent des Gesamtergebnisses die meisten Stimmen der teilnehmenden jungen Menschen erhalten, direkt gefolgt von der Linken mit 25,3 Prozent. Dahinter folgen die SPD mit 14,2 Prozent und die Grünen mit 8,1 Prozent.
Unter fünf Prozent lagen bei den unter 16-Jährigen hingegen die CDU mit 3,9 Prozent, die Tierschutzpartei mit 3,6 Prozent, das BSW mit 2,9 Prozent und die FDP mit 1,8 Prozent. Auf sonstige Parteien entfielen demnach 6,8 Prozent der Stimmen.
Ursachen des Frusts und politische Entfremdung
Hinter den Ergebnissen stecken laut Angaben der Organisatoren tiefgreifende Sorgen der jungen Generation. „Die Jugend will Veränderung, sagte Geschäftsführerin des Landesjugendringes, Ina Bösefeldt, bei der Vorstellung der Ergebnisse. Junge Menschen stünden unter erheblichem Druck: psychische Belastungen, multiple Krisen, fehlende Selbstwirksamkeit.
„Viele erleben, dass ihre Perspektiven und Interessen von der Politik nicht ausreichend wahr- und ernst genommen werden“, erklärte Bösefeldt weiter. Kassandra Engel von der Landesarbeitsgemeinschaft Jugendarbeit sagte ebenfalls, dass die Ergebnisse nicht überraschen: „Junge Menschen teilen schon längst die gleichen Ängste wie Erwachsene, beispielsweise ihre Eltern, nur Antworten darauf finden sie gegebenenfalls an anderen Orten. Und das sei häufig Social Media. Unumstritten sei, dass gerade die AfD dort junge Menschen anspreche. Was es brauche, sei Demokratieförderung, auch digital.
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Vergleich zur regulären Landtagswahl und dem aktuellen Umfragebild
Die U16-Wahl zeichnet in Teilen ein anderes Bild als jüngste Umfragen zur regulären Landtagswahl am 20. September. In einer Befragung des Forschungsinstituts Infratest dimap im Auftrag der ARD kam die SPD auf 33 Prozent, hinter der AfD mit 38 Prozent. Die CDU rutschte auf 7 Prozent ab. Die Linkspartei lag bei 9 Prozent, die Grünen bei 5 Prozent, das BSW bei 4 Prozent.
Ein historischer Kontext begleitet die diesjährige Abstimmung: Bei der U16-Wahl konnten Kinder und Jugendliche vom 7. bis 11. September ihre Stimme in einem der 51 Wahllokale im Land abgeben. Insgesamt nutzten laut Landesjugendring rund 1.500 Kinder und Jugendliche die Möglichkeit.
Am Sonntag, 20. September 2026, wird in Mecklenburg-Vorpommern ein neuer Landtag gewählt. Rund 1,3 Millionen Menschen sind laut Landeswahlleitung wahlberechtigt. Bis zur Wahl wird Mecklenburg-Vorpommern von SPD und der Linken regiert. Ministerpräsidentin ist Manuela Schwesig von der SPD, die seit 2017 an der Spitze der Landesregierung steht und nach der Landtagswahl 2021 erneut gewählt wurde.
Parallelen zur Berliner Jugendwahl und bundesweite Debatte
Die Wahlergebnisse für zwei Wahlen auf Landesebene stehen fest, die U16-Wahlen zum Landtag in Mecklenburg-Vorpommern und die U16-Wahl zum Abgeordnetenhaus von Berlin inklusive der Bezirksverordnetenversammlungen. In der Woche vom 7. bis zum 11. September haben insgesamt 40.878 junge Menschen unter 16 Jahren ihre Stimmen in 352 Wahllokalen abgegeben. Zur Wahl standen dieselben Parteien wie zur bevorstehenden Landtagswahl bzw. Abgeordnetenhauswahl am 20. September auf dem Stimmzettel. In beiden Bundesländern finden die offiziellen Wahlen erstmals mit einem Wahlalter von 16 Jahren statt. Junge Menschen unter 16 Jahren haben sich mit gestiegenem Interesse an den U18-Wahlen beteiligt: Die Anzahl der Wahllokale und die absolute Wahlbeteiligung nahmen im Vergleich zu den letzten Wahlen zu. Die Kinder- und Jugendwahl U18 ist eine der größten Initiativen der außerschulischen politischen Jugendbildung in Deutschland. Wahlergebnisse der U18-Wahlen bzw. U16-Wahlen sind nicht repräsentativ für junge Menschen, sie zeigen aber die parteipolitischen Präferenzen der Teilnehmenden.

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