Die NFL erlebte am Auftaktwochenende der Saison 2026 eine historische Offensivflut mit Rekordwerten und spektakulären Wendungen.
Historischer Offensiv-Boom zum Saisonstart
Der erste Spieltag der NFL-Saison 2026 brach mit allen Gewohnheiten. Üblicherweise startet die Football-Liga eher verhalten in den Spielbetrieb, doch das Auftaktwochenende lieferte eine historische und punktereiche Flut an Offensivaktionen.
Baltimore Ravens überrollen die Indianapolis Colts
Zu den eindrucksvollsten Auftritten des Wochenendes zählte die Leistung der Baltimore Ravens. Das Team, das im Vorjahr die Playoffs verpasst hatte, präsentierte sich zum Auftakt in Indianapolis in glänzender Verfassung und sicherte sich einen klaren 41:23-Auswärtssieg.
Quarterback Lamar Jackson steuerte als Passgeber (17 von 25 Versuchen für 324 Yards, 13,0 Yards pro Passversuch) starke Werte bei und lief zudem für einen Touchdown (7 Läufe für 40 Yards und 1 Touchdown, inklusive eines Design-Runs über fünf Yards), während Running Back Derrick Henry insgesamt 163 Yards und drei Touchdowns erzielte. Nach einer Verletzungshistorie in den Spielzeiten 2022 und 2025 zeigt sich der zweimalige MVP unter dem neuen Offensive Coordinator Declan Doyle wieder voll einsatzfähig. Zay Flowers steuerte im ersten Durchgang fünf gefangene Bälle für 150 Yards und einen Touchdown bei, ehe ihn eine Oberschenkelverletzung (Hamstring injury) an die Seitenlinie zwang. Auch Mark Andrews trug mit 4 Receptions für 49 Yards bei sechs Targets zum Erfolg bei. Die Ravens treffen im nächsten Spiel auf die New Orleans Saints.
Chicago Bears gewinnen Offensiv-Spektakel gegen Carolina
Ein noch extremeres Offensiv-Festival ereignete sich in Chicago, wo die Bears die Carolina Panthers mit 59:37 bezwangen. Diese Begegnung ging as das punktereichste Eröffnungsspiel der NFL-Historie in die Bücher ein und rangiert unter den zwölftpunktereichsten Partien der Ligageschichte. Quarterback Caleb Williams glänzte mit einem Passer Rating von 124,1, 334 Total Yards und vier Gesamttouchdowns, während D’Andre Swift (18 Läufe, 124 Yards, 3 Touchdowns) seinen frisch unterzeichneten Vertragsaufschlag rechtfertigte und Kyle Monangai mit einem 61-Yard-Touchdown-Lauf (10 Läufe, 100 Yards, 1 Touchdown) ebenfalls traf. Auch Backup-Tight-End Cole Kmet fing einen Touchdown-Pass, während Luther Burden III (5 Catches, 63 Yards) und Rome Odunze (2 Catches, 47 Yards) im stark besetzten Receiving Corps unauffälliger blieben.
Die Bears treffen in der kommenden Woche auf die Minnesota Vikings.
Arizona Cardinals überraschen die Chargers und Matt LaFleurs Packers verspielen Führung
Während die großen Offensiven dominierten, sorgten andere Partien für personelle und strategische Dramen. Unter der Leitung von Neu-Cheftrainer Mike LaFleur besiegten die Arizona Cardinals die von Jim Harbaugh trainierten Los Angeles Chargers in Los Angeles. Quarterback Jacoby Brissett agierte treffsicher (erfolgreich bei 6 von 9 Pässen für 113 Yards und CPOE bei Würfen über 10 Air Yards laut Next Gen Stats), während die Cardinals-Defense um drei Sacks, zwei erzwingene Turnover und einen geblockten Punt Justin Herbert und die Offense von Mike McDaniel auf 268 Yards und 1st Downs beschränkte. Die Cardinals blicken nun auf Partien gegen die Seattle Seahawks und San Francisco 49ers.
Weniger erfreulich verlief der Auftakt für den Bruder des Cardinals-Coaches: Packers-Trainer Matt LaFleur verspielte mit Green Bay eine Zwölf-Punkte-Führung im Schlussviertel gegen die Minnesota Vikings. Nach einer Gehirnerschütterung von Kyler Murray in der ersten Halbzeit übernahm Ersatz-Quarterback Carson Wentz die Partie für Minnesota, während die Packers-Offense unter dem massiven Blitz-Druck von Brian Flores (Blitz-Rate bei Jordan Love Dropbacks, die vierthöchste Rate seit mindestens 2018 laut Next Gen Stats) einbrach. Jordan Love verlor tief in der eigenen Hälfte einen Fumble und warf zudem eine Interception.
Matt LaFleur, Cheftrainer der Green Bay Packers, erklärte via NFL.com, dass sie in dieser Situation aggressiv vorgehen und den Gegner voll attackieren wollten.
Mit dieser historischen Pleite – die Vikings holten einen Rückstand von zwölf Punkten im letzten Viertel auf und gewannen mit 17 Punkten Vorsprung als erstes Team in der NFL-Historie bei einem Rückstand von 12+ Punkten mit unter 20 Minuten verbleibender Spielzeit – stehen die Packers vor einer schwierigen Trainingswoche, während die Liga auf eine packende zweite Spielwoche blickt.
Weiterlesen