Zum Inhalt springen
Welt

Kraftstoffpreise steigen: Experten nennen Spartipps für Autofahrer

Kraftstoffpreise erreichen in Deutschland neue Höchststände, während der Liter Super E10 im bundesweiten Durchschnitt 2,215 Euro kostet. Depta zeigt konkrete Wege auf, wie Autofahrer durch Standortwahl, Solarstrom und passende Ladetarife beim Fahren von Benzinern und Elektroautos spürbar sparen können.

Die Kraftstoffpreise markieren laut aktuellen Berichten neue Höchststände an den Zapfsäulen. Im bundesweiten Durchschnitt müssen Autofahrer für einen Liter Super E10 aktuell 2,215 Euro bezahlen. Wer sein Fahrzeug mit einem Verbrauch von 7,5 Litern auf 100 Kilometer betankt, zahlt somit rund 16,61 Euro rein für die Kraftstoffkosten auf dieser Strecke. Noch etwas teurer gestaltet sich der Betrieb bei Dieselfahrzeugen: Hier liegt der Literpreis bei 2,232 Euro, was bei einem angenommenen Durchschnittsverbrauch von 6,5 Litern auf 100 Kilometer Gesamtkosten von rund 14,51 Euro verursacht.

Als treibende Kraft hinter den Notierungen wirkt neben dem Rohölmarkt auch das Niedrigwasser am Rhein, welches den Transport von Kraftstoffen spürbar erschwert und verteuert. Wer seine Routen und Tankstopps genauer kalkuliert, findet erhebliche finanzielle Handlungsspielräume.

Autobahntankstellen und das Einsparpotenzial abseits der Fernstraßen

Ein wesentlicher Hebel zur Kostenreduktion liegt im direkten Standort der Tankstelle. Eine Auswertung des ADAC aus dem April 2026 belegt, dass Tankstellen direkt an der Autobahn im Durchschnitt rund 33 Cent je Liter teurer sind als vergleichbare Stationen abseits der Fernstraßen. Bei einer herkömmlichen Tankfüllung von 50 Litern entsteht allein durch die Wahl des falschen Standorts ein finanzieller Mehraufwand von gut 16 Euro.

Wer diese Preisdifferenz kennt und für den Tankvorgang wenige Kilometer von der Autobahn abfährt, kann ohne technische Umrüstungen unmittelbar Geld sparen. Ähnliche Mechanismen greifen auch im Bereich der Elektromobilität, wo unüberlegtes Laden im öffentlichen Raum unnötig ins Geld gehen kann, während vorbereitete Fahrer deutlich günstigere Tarife nutzen.

Elektromobilität: Günstiger laden mit Solarstrom und Vertragstarifen

Für Halter von Elektroautos bietet sich je nach Ladeinfrastruktur ein noch deutlich größeres Sparpotenzial. Laut einer Studie des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme belaufen sich die Stromgestehungskosten kleiner Photovoltaik-Dachanlagen auf 6 bis 14 Cent je Kilowattstunde. Legt man einen realistischen Stromverbrauch von 20 Kilowattstunden auf 100 Kilometer für ein Elektroauto zugrunde, ergeben sich daraus Energiekosten zwischen 1,20 und 2,80 Euro pro 100 Strecke. Insbesondere bei bereits teilweise abgeschriebenen Solaranlagen bewegt sich die Rechnung meist am unteren Rand dieser Spanne.

Wer keine eigene Dachanlage besitzt, muss beim öffentlichen Laden ebenfalls nicht zwingend hohe Kosten tragen. So erklärt Harald M. Depta aus eigener Praxiserfahrung mit Blick auf Fahrten an die Ostsee, dass an Schnellladesäulen mit einem Vertragstarif ohne laufende Grundgebühr 0,39 Euro je Kilowattstunde anfallen. Selbst bei einer spontanen Ad-hoc-Ladung ohne vertragliche Bindung liege der Preis bei 0,49 Euro je Kilowattstunde. Berechnet auf einen Bedarf von 20 Kilowattstunden pro 100 Kilometer bedeuten diese Tarife Kosten von 7,80 beziehungsweise 9,80 Euro – Werte, die klar unter dem klassischen Benzinpreis von 16,61 Euro liegen.

Der ADAC weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass der Preisunterschied zwischen regulären Vertragstarifen und teuren Ad-hoc-Preisen bis zu 62 Prozent betragen kann. Eine vorherige Information über den passenden Ladetarif zahlt sich im Alltag somit ähnlich stark aus wie der bewusste Verzicht auf das Tanken an teuren Autobahnraststätten.

Batteriespeicher und der Einfluss geopolitischer Krisen

Um den Vorteil von selbst produziertem Solarstrom maximal auszuschöpfen, lassen sich Photovoltaikanlagen mit Batteriespeichern kombinieren. Solche Speicher fangen den tagsüber produzierten Solarstrom ein und stellen ihn abends oder nachts für die heimische Wallbox zur Verfügung, wenn das Elektrofahrzeug ohnehin angeschlossen ist. Auf diese Weise bleibt der Ladevorgang vom aktuellen Sonnenstand entkoppelt, während die Preise an den öffentlichen Zapfsäulen und klassischen Tankstellen weiter schwanken.

Harald M. Depta verweist diesbezüglich auf seine eigene Anlage mit einer Leistung von gut 17 Kilowatt Peak und zwei Speichern von zusammen rund 27 Kilowattstunden Kapazität, mit der sich der überwiegende Teil des Jahresverbrauchs für zwei Elektrofahrzeuge im Eigenheim selbst decken lässt. Derartige technische Lösungen stellen für viele Eigenheimbesitzer mit Solaranlage längst keinen Sonderfall mehr dar.

Letztlich zeigt der Blick auf die Energiemärkte, dass geopolitische Krisen – wie etwa der Konflikt im Iran – wiederkehren und die Preise für importiertes Öl dauerhaft unberechenbar machen. Der Ruf nach staatlichen Entlastungen bietet dabei selten eine schnelle oder nachhaltige Lösung, solange die individuelle Mobilität stark von fossilen Rohstoffen abhängig bleibt.

Hohe Spritpreise: Die besten Spartipps vom Auto-Experten
Teilen Facebook X WhatsApp E-Mail
Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.