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Technik und Wissenschaft

Hubble-Teleskop entdeckt zehnseitige Welle am Südpol des Saturns

Astronomer haben mithilfe des Weltraumteleskops Hubble eine riesige, zehnseitige atmosphärische Welle am Südpol des Saturns entdeckt. Die Struktur bildet sich seit 2023 aus und erinnert an das berühmte Nordpol-Sechseck des Planeten. Forscher veröffentlichten die Ergebnisse am 2. September 2026 in der Fachzeitschrift Science Advances.

Am Südpol des Saturns formiert sich eine bemerkenswerte geometrische Struktur. Neue Beobachtungen zeigen eine gigantische, zehnseitige atmosphärische Welle, die den Planeten in der südlichen Hemisphäre umkreist. Das Phänomen erstreckt sich über mehrere Atmosphärenschichten hinweg und ist in einem kräftigen Jetstream eingebettet, wie die Europäische Weltraumorganisation ESA und die NASA über das Hubble-Teleskop mitteilten.

Recent observations with the NASA/ESA Hubble Space Telescope have revealed a giant, evolving 10-sided atmospheric wave encircling Saturn’s south pole. This discovery marks the first time a large regular-sided jet pattern has been observed in the planet’s southern hemisphere. The feature appears remarkably similar to Saturn’s famous hexagon at its northern pole, but is also distinctly different, suggesting scientists may be witnessing a new atmospheric phenomenon develop on the iconic gas giant. By piecing together several years of Hubble observations dating back to 2023, researchers found subtle hints of the structure beginning to emerge before it became a clearly defined pattern. Those observations were taken as part of Hubble’s Outer Planet Atmospheres Legacy (OPAL) program, which has photographed the outer planets annually for more than a decade. The results have been published in the journal Science Advances.

Entdeckung durch Amateure und professionelle Beobachter

Die Entdeckung ist das Ergebnis einer ungewöhnlichen Zusammenarbeit zwischen professionellen Forschern und Amateurastronomen. Erste Hinweise auf ein schwaches, wellenförmiges Band am Südpol tauchten in Bodenbildern aus dem Jahr 2024 auf. Beteiligt daran waren unter anderem die Amateurastronomen Trevor Barry und Jean-Paul Oger, die ihre Aufnahmen über das Portal der Universität des Baskenlandes einreichten.

Agustín Sánchez-Lavega, lead author of the new study, is a researcher at the University of the Basque Country in Spain. The university manages a website, called Planetary Virtual Observatory Laboratory, that accepts ground-based images of Solar System planets contributed by observers all over the world. It was in those images, first in 2024, that Sánchez-Lavega and amateur astronomers Trevor Barry and Jean-Paul Oger noticed a subtle undulating band along the southern pole. Additional 2025 imagery taken from the ground hinted even more strongly toward this decagon structure. That’s when the Hubble observations come into the picture. Hubble’s vantage from space offers unmatched image sharpness and spatial resolution over full rotations of Saturn, without smearing by Earth’s atmosphere. Sánchez-Lavega erklärte, angesichts der Symmetrie des Saturns in seinem Nord-Süd-Jetstream-System habe man in Hubble-Bildern seit 1990 nach einem Gegenstück zum nördlichen Sechseck des Saturns am Südpol gesucht. Er fügte hinzu, auch Bilder der Raumsonde Cassini, die den Saturn zwischen 2004 und 2017 umkreist habe, hätten keinen Anhaltspunkt für eine langlebige Formation gezeigt, während die Hubble-Daten das Vorhandensein des Merkmals bis ins Jahr 2023 zurückverfolgt bestätigten.

Dort analysierte ein Forschungsteam unter der Leitung von Agustín Sánchez-Lavega die Daten. Zusätzliche Aufnahmen aus dem Jahr 2025 erhärteten den Verdacht auf eine zehneckige Struktur, woraufhin das Hubble-Teleskop präzise Aufnahmen aus dem All lieferte. Die Wissenschaftler veröffentlichten ihre Analyse im September 2026 im Fachjournal Science Advances.

Ein geologischer Zwilling mit großen Rätseln

Das neue Muster erinnert sofort an das berühmte Sechseck am Nordpol des Saturns. Während die Nord-Hexagon seit mehr als vierzig Jahren bei jeder Beobachtung nachgewiesen werden konnte, stellt die Entwicklung am Südpol die Astronomen vor ein neues Rätsel. Wie Live Science berichtet, ist die Struktur im Laufe der vergangenen Jahre deutlich kräftiger geworden.

Amy Simon, Co-Autorin der Studie und leitende OPAL-Wissenschaftlerin am Goddard Space Flight Center der NASA in Greenbelt, Maryland, erklärte, so etwas habe man in der südlichen Hemisphäre des Saturns noch nie gesehen. Sie fügte hinzu, das nördliche Sechseck sei bei jeder Beobachtung seit mehr als 40 Jahren vorhanden gewesen, während dieses Merkmal anders sei – es scheine sich zu verstärken, was ihnen die seltene Gelegenheit biete, die Entwicklung eines riesigen atmosphärischen Musters zu beobachten.

Simon ergänzte, das nördliche Sechseck sei bei jeder Beobachtung seit mehr als 40 Jahren dagewesen, doch dieses Merkmal sei anders – es scheine sich zu verstärken und biete ihnen die seltene Chance, die Entwicklung eines gigantischen atmosphärischen Musters zu beobachten.

Weder die historischen Daten der Raumsonde Cassini, die den Planeten zwischen 2004 und 2017 umkreiste, noch ältere Hubble-Aufnahmen zeigten Spuren dieser Formation. Auch bei gezielten Suchen, die bis ins Jahr 1990 zurückreichen, ließ sich kein äquivalentes Muster im Süden nachweisen. Erst die Kombination aus jahrelangen Archivalien und dem schärfer werdenden Blick durch den jahreszeitlichen Wandel auf dem Saturn machte den Wandel sichtbar.

Messdaten der Wide Field Camera 3

Die genaue Verortung des Dezagons gelang den Forschern durch Aufnahmen in verschiedenen Wellenlängenbereichen. NASA-Daten der Wide Field Camera 3 zeigen, dass die Welle um den 63. Breitengrad zentriert ist. Da unterschiedliche Filter verschiedene Höhenlagen der Atmosphäre abbilden, lässt sich erkennen, dass die Struktur vertikal tief in die Gasmasse des Planeten hineinreicht.

A single wavelength of light from NASA’s Hubble Space Telescope’s Wide Field Camera 3 provides a particularly clear view of the 10-sided atmospheric wave discovered encircling Saturn’s south pole. The feature, labeled “decagon,” is embedded within one of Saturn’s powerful jet streams. The wave is centered around 63 degrees south latitude, and its apparent position shifts slightly depending on the wavelength of light observed. Observations from Hubble at different wavelengths of light reveal the structure at different altitudes. Hubble observations also show that the feature was present as early as 2023 and has become more pronounced over subsequent years.

Für die Analyse nutzte das Team unter anderem Beobachtungen vom 29. August 2025, bei denen die Kamerafilter F395N, F502N und F631N zum Einsatz kamen. Das daraus resultierende Bildmaterial macht die Zehneck-Struktur in hoher Auflösung sichtbar, frei von den atmosphärischen Störungen der Erde.

Ausblick auf künftige Messungen mit James Webb

Ob das Dezagon zu einer dauerhaften Einrichtung wie das nördliche Pendant wird oder sich in den kommenden Jahren wieder auflöst, ist derzeit völlig offen. Das Forschungsteam plant fortlaufende Beobachtungen im Rahmen des OPAL-Programms von Hubble. Zudem sollen weitere Daten des James-Webb-Weltraumteleskops sowie erweiterte Computerrechnungen klären, welche physikalischen Dynamiken im Inneren des Gasriesen diese planetare Wellenbildung antreiben.

More observations with Hubble and the James Webb Space Telescope (JWST) will be required to see how the wave is generated and what the decagon illustrates about atmospheres in large gas giants like Saturn.

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Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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