Beim Ausbau der Schweizer Wasserkraft geraten die geplanten Vorhaben massiv unter Druck. Gemäss Gesetz sollen schweizweit 16 Wasserkraftprojekte von nationaler Bedeutung realisiert werden, von denen 15 aus einem runden Tisch hervorgingen, auf den sich Kantone, Stromfirmen und Umweltverbände im Jahr 2021 geeinigt hatten. Ursprünglich sollten diese Kraftwerke bis 2040 rund zwei Terawattstunden zusätzlichen Winterstrom liefern nach Angaben der Neuen Zürcher Zeitung.
Schweizer Wasserkraft: 16 Projekte reichen nicht aus
Zahlreiche Projekte klemmen jedoch. Widerstand gibt es insbesondere gegen das Gornerli-Projekt, einen Stausee am Gornergletscher oberhalb von Zermatt, welches zudem deutlich redimensioniert werden muss. Andere Vorhaben wie die geplante Erhöhung der Staumauern Curnera und Nalps werden aus wirtschaftlichen Gründen vorerst nicht weiterverfolgt. Laut dem Bundesamt für Energie dürften die 16 Projekte bis 2040 deshalb nur gut die Hälfte der ursprünglich erwarteten zusätzlichen Winterproduktion liefern, was Energieminister Albert Rösti unter Zugzwang setzt, um die Winterlücke mit zusätzlichen Projekten zu schliessen.
Mögliche Ergänzungen und politische Reaktionen
Als mögliche Ergänzungen kommen Vorhaben infrage, die etwa im Wallis früher geprüft, am ersten runden Tisch aber nicht berücksichtigt wurden, oder Projekte wie Dix+, das weitgehend auf bestehender Infrastruktur aufbauen würde. In Graubünden drängt sich zudem die Planung für eine Erhöhung des Zervreilasees auf, während laut Jean-François Steiert, Freiburger Staatsrat und Präsident der Bau-, Planungs- und Umweltdirektoren-Konferenz, auch ökologische Sanierungen mit zusätzlicher Stromproduktion verbunden werden könnten wie die NZZ berichtet.

Unterdessen steht Energieminister Rösti auch politisch in der Kritik. Die Präsidentin der Grünen, Lisa Mazzone, hat gefordert, ihm das Eidgenössische Departement für Umwelt (Uvek) zu entziehen. Diese Forderung stiess bei anderen Parteien allerdings weitgehend auf Ablehnung, auch wenn Kritiker wie GLP-Präsident Jürg Grossen oder Mitte-Nationalrat Stefan Müller-Altermatt die Energie- und Klimapolitik des Bundesrates ebenfalls bemängeln.
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