Verteidigungsminister Pete Hegseth hat General Christopher T. Donahue seines Amtes enthoben. Die Entlassung am Dienstag markiert den jüngsten Schritt in einer umfassenden Säuberung der militärischen Führungsriege und folgt auf monatelange Spannungen im Pentagon rund um den Afghanistan-Abzug des Jahres 2021.
Das umstrittene Afghanistan-Foto und Pete Hegseths Fixierung auf General Donahue
Der Konflikt zwischen Verteidigungsminister Pete Hegseth und General Christopher T. Donahue entzündete sich an einer Aufnahme aus den späten Augusttagen des Jahres 2021. Am 30. August 2021 um 23:59 Uhr – genau eine Minute vor Ablauf der vereinbarten Frist für den US-Abzug – verließ Donahue als letzter amerikanischer Soldat den Hamid Karzai International Airport in Kabul. Ein Armeefotograf hielt den Moment fest, in dem der Vier-Sterne-General in eine C-17 stieg (berichtet The Daily Beast). Das Bild, aufgenommen mit einem iPhone und einem Nachtsichtmonokel, verbreitete sich rasch auf allen Nachrichtenseiten.
Jahre später stieß sich Hegseth an diesem Bild, das er irrtümlich als Selfie bezeichnete. Laut The Daily Beast war diese Fixierung ein zentraler Grund für Hegseth, den als Ausnahmetalent geschätzten Offizier aus dem Dienst zu drängen. Hinzu kam, dass Hegseth den Abzug as desaströs empfand und Donahue fälschlicherweise mit dem Selbstmordanschlag einer ISIS-Suizidbombers in Verbindung brachte, bei dem vier Tage vor dem Abzug 13 US-Soldaten und mehr als 170 Afghanen getötet worden waren – obwohl diese Soldaten nicht unter Donahues Kommando gestanden hatten.
Hintergründe der Evakuierung und Donahues Verhandlungen in Kabul
Als General Donahue im August 2021 in Kabul eintraf, war die militärische Lage bereits unhaltbar. Hunderte Afghanen hatten die Zäune des Bagram Air Force Base durchbrochen, und die Evakuierung lief unter extremem Druck. Wie Rolling Stone Deutschland ausführt, hatte Donahue bereits während seiner früheren Dienstzeit als Kommandeur der Special Operations Joint Task Force-Afghanistan Verbindungen zu verschiedenen Akteuren geknüpft und im Rahmen der Operation Freedom’s Sentinel eine realpolitische Zusammenarbeit mit den Taliban organisiert, um gemeinsam gegen ISIS-K vorzugehen.
Bei seiner Ankunft auf dem Flughafen in Kabul konfrontierte Donahue bewaffnete Taliban auf dem Dach des Terminals direkt.
General Christopher T. Donahue wies die Bewaffneten via Rolling Stone Deutschland an, vom Dach herunterzukommen, da sie dort fertig seien und verschwinden sollten.
Gescheiterte Interventionen und der Abgang von Armeesekretär Dan Driscoll
Hochrangige Militärs, republikanische Gesetzgeber und Verbündete versuchten vergeblich, den General im Amt zu halten. Der Republikaner Senator Tim Sheehy, ein ehemaliger Navy SEAL, setzte sich für Donahue ein, wurde jedoch von General Dan Caine gewarnt, dass solche Bemühungen Hegseth nur noch mehr verärgerten. Auch Armeesekretär Dan Driscoll versuchte, ein Treffen zwischen Vizepräsident JD Vance und Donahue zu arrangieren, um den Vier-Sterne-General zu schützen. Als Hegseth davon erfuhr, ließ er das Treffen laut Berichten von The Daily Beast sofort absagen.

Die wiederholten Reibereien mit Verteidigungsminister Hegseth kosteten schließlich auch Driscoll das Amt. Nach einer stillen Verabschiedung für Donahue in Fort Bragg zeigte sich bei einer internen Zusammenkunft, dass Driscoll die Belastungsgrenze erreicht hatte. Ein anwesender Armeevertreter berichtete gegenüber The Daily Beast:
Ein anonymer Armeevertreter berichtete via The Daily Beast, dass Driscoll noch in dieser Woche zurücktreten werde.
Driscoll gab daraufhin seinen Rückzug zum 2. September bekannt. Unterdessen hat Pete Hegseth, der keinen höheren Dienstgrad als den eines Majors erreichte, im Zuge seiner Umstrukturierungen bereits rund 10 Prozent der höchstrangigen Offiziere der US-Streitkräfte entlassen oder deren Beförderungen blockiert.
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