Robert Pattinsons Film Primetime
hat bei seiner Weltpremiere am 5. Der A24-Thriller unter der Regie von Lance Oppenheim widmet sich der umstrittenen NBC-Reality-Show To Catch a Predator
aus dem Jahr 2006.
Robert Pattinsons Verwandlung als Chris Hansen in Venedig
Das Drama um die journalistischen Methoden und die mediale Maschinerie der 2000er Jahre feierte am 5. Robert Pattinson, der neben seiner Hauptrolle auch als Produzent fungiert, verkörpert in Primetime
den ehemaligen NBC-Korrespondenten Chris Hansen.
Die Entstehung des Projekts gestaltete sich für Pattinson intensiv. In Interviews beschrieb er die Vorbereitung als grunt work
, bei der er besonders an der markanten Stimmkadenz und der Aussprache des echten Journalisten feilte. Ursprünglich hatte der britische Schauspieler gar nicht vorgehabt, selbst in die Rolle zu schlüpfen, doch im Laufe der Entwicklung wuchs die Faszination für das Material.
Hintergründe zur Mediensatire und dem Jahr 2006
Regisseur Lance Oppenheim, der zuvor vor allem durch Dokumentarfilme bekannt wurde, setzt bei Primetime
auf eine stilisierte Ästhetik. Das Drehbuch stammt von Ajon Singh und basiert lose auf einem im Esquire-Magazin veröffentlichten Artikel von Luke Dittrich mit dem Titel Tonight on Dateline This Man Will Die, der eine folgenschwere Operation im Jahr 2006 in Texas beleuchtet.
Im Zentrum der filmischen Handlung steht die Hochzeit und der darauffolgende Niedergang von To Catch a Predator
. Neben Pattinson gehören Merritt Wever als ehrgeizige Produzentin Andie Bender und Skyler Gisondo zum Cast, während der frühere NBC-Chef Jeff Zucker im Film einen Auftritt als er selbst absolviert. Auch Sängerin Phoebe Bridgers gibt in dem Thriller ihr Schauspieldebüt.
Der reale Chris Hansen und sein cleverer Gegenzug
Während der Film auf dem Festival gefeiert wird, zeigt sich der reale Chris Hansen alles andere als erfreut über das Projekt. Hansen kritisierte die Motive der Filmemacher öffentlich und äußerte im Vorfeld, dass er sich ursprünglich einen anderen Darsteller wie Denis Leary für eine Verfilmung gewünscht hätte. Zudem kam es im Vorfeld zu Reibungen um eine fortgeschrittene Sichtung: Hansen erklärte, er sei zu einer privaten Vorführung eingeladen worden, habe jedoch die Unterschrift unter eine Vertraulichkeitsvereinbarung (NDA) verweigert, weshalb ihm der Einlass verwehrt blieb.

Dennoch nutzt der Fernsehjournalist die Aufmerksamkeit rund um den Film für eigene Zwecke. Wie Recherchen zeigen, kaufte Hansen Werbeplätze in Kinos ein, die exklusiv vor den regulären Aufführungen von Primetime
laufen sollen. Damit wird das Publikum, das den fiktionalisierten Chris Hansen auf der Leinwand sehen will, direkt mit Werbung für Hansens eigenes True-Crime-Netzwerk TruBlu konfrontiert. A24 plant den offiziellen Kinostart des Films in den Vereinigten Staaten für den 25. September 2026, während hiesige Zuschauer den Thriller ab dem 24. September 2026 in den Kinos sehen können.
Der ehemalige Moderator und Journalist Chris Hansen erklärte über Deadline, die Anwälte von A24 hätten im Wesentlichen gewollt, dass er seine Rechte an seinem Namen, seinem Bild und seiner Marke sowie alle eventuellen rechtlichen Ansprüche, die sich aus dem Film ergeben könnten, abtrete.
Robert Pattinson selbst reagierte gelassen auf die Kontroversen und betonte auf der Pressekonferenz in Venedig, er hoffe schlicht, dass dem echten Journalisten das fertige Werk gefallen werde.