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Unterhaltung

Gamescom entschuldigt sich für Umgang mit Diebstählen

Die Gamescom-Veranstalter haben sich am 4. September 2026 für ihre kritisierte Reaktion auf eine Diebstahlserie in der Kölner Business Area entschuldigt. Mehrere Indie-Entwickler hatten nach Messeschluss den Verlust von Laptops und Arbeitsgeräten beklagt, woraufhin die Koelnmesse zunächst auf Ausstellerverantwortung und Versicherungen verwiesen und damit heftige internationale Proteste ausgelöst hatte.

Hardware-Diebstähle und das schmerzhafte Ende für Indie-Aussteller

Ende August 2026 wurde die Gamescom in Köln von einer Welle von Diebstählen im Business-Bereich getroffen, die vor allem kleinere und unabhängige Entwickler hart trafen. Der Solo-Entwickler Ryan Laley berichtete am 28. August in einem emotionalen Video auf X, dass ihm und anderen Ausstellern über Nacht sämtliche Laptops vom Stand gestohlen wurden. Für Laley, der dort sein Horror-Abenteuer Mimic präsentieren wollte, bedeutete der Vorfall das vorzeitige Ende seines Messeauftritts. Neben seinem Alienware-Gerät verschwanden auch mehrere Razer-Laptops.

Der Sachschaden geht dabei weit über den reinen Gerätekostenwert hinaus, da auf den Festplatten monate- und jahrelange Entwicklungsarbeit lag. Betroffen war laut den Berichten unter anderem auch das Publisher-Kollektiv iam8bit, dem in Halle 5.2 gleich zwei Laptops aus dem Standbereich entwendet wurden. Auch das Studio Tessera Studios, das am Projekt The Zibbo Show arbeitet, meldete den Diebstahl von zwei Laptops und einer Nintendo Steam Deck, nachdem ein Schrank gewaltsam aufgebrochen worden war.

Kritik an Koelnmesse und das umstrittene Sicherheits-Statement

Die erste Reaktion der Koelnmesse vom 29. August sorgte international für heftige Empörung. In einer englischsprachigen Stellungnahme hatte der Co-Veranstalter erklärt, dass uniformiertes Sicherheitspersonal für die allgemeine Ordnung sorge, während für den individuellen Stand eine kostenpflichtige Zusatzbewachung gebucht werden müsse. Zudem wurde auf die Pflicht verwiesen, Ausrüstung selbst zu versichern. In den Teilnahmebedingungen und technischen Richtlinien ist festgehalten, dass der Veranstalter keine Haftung für Verluste eingeht.

Aus der Gaming-Branche hagelte es daraufhin scharfe Kritik. Entwickler und Content Creator warfen den Verantwortlichen Täter-Opfer-Umkehr und mangelnde Empathie vor. Weitere Stimmen aus der Industrie bemängelten die Einlasskontrollen.

Die Entschuldigung der Gamescom und angekündigte Konsequenzen

Nach tagelanger Kritik lenkte der Veranstalter am 4. September 2026 ein und veröffentlichte eine offizielle Entschuldigung auf X. Darin räumten die Organisatoren ein, dass die anfängliche Kommunikation fehlerhaft war und den betroffenen Menschen nicht das nötige Mitgefühl entgegenbrachte.

Gamescom entschuldigt sich für Umgang mit Diebstählen
Photo: pcgames.de

Die Gamescom erklärte über Eurogamer, dass sie in den vergangenen Tagen viel Kritik für die Art und Weise erhalten habe, wie über den Diebstahl von Hardware mehrerer Indie-Entwickler kommuniziert worden sei. Diese Kritik sei berechtigt. Die erste Reaktion habe nicht den richtigen Ton getroffen und den betroffenen Menschen nicht die Empathie entgegengebracht, die sie verdient hätten, und man wolle sich dafür entschuldigen.

In der revidierten Erklärung kündigte die Messe an, die Sicherheitsstandards speziell für Indie-Aussteller grundlegend zu überprüfen. In den kommenden Wochen soll eine eigene Gesprächsrunde mit Organisatoren von Gemeinschaftsständen stattfinden, um gemeinsame und konkrete Verbesserungen auszuarbeiten.

Solidarität aus der Community und offene Fragen

Während die Messeleitung zwar Fehler in der Aussprache eingestand, blieb in der Stellungnahme jedoch offen, ob die bestohlenen Studios eine finanzielle Entschädigung für den verlorenen Hardware-Wert erhalten werden. Dennoch zeigte sich die Spielebranche von ihrer hilfsbereiten Seite. Der YouTuber Indie Game Joe sprang ein und spendete unbürokratisch die Summe, um die gestohlene Ausrüstung von Ryan Laley vollständig zu ersetzen. Auch das Entwicklerstudio CD Projekt Red schaltete sich über den offiziellen Cyberpunk-2077-Account ein und bot an, Hardware-Ersatz aus den eigenen Beständen zur Verfügung zu stellen. Zahlreiche Spieler reagierten zudem, indem sie Laleys anstehendes Spiel Mimic auf Steam auf ihre Wunschlisten setzten, dessen Veröffentlichung für den 26.

Gamescom is back this year - but who will be there
Photo: Eurogamer
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Sophie Krueger

Über den Autor

Sophie Krueger leitet das Unterhaltungsressort von Germanic Nachrichten. Ihr Schwerpunkt liegt auf Film, Streaming, Popkultur und prominenten Entwicklungen mit redaktioneller Einordnung und sauberer Quellenlage.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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