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Unternehmen

US-Dollar droht Abwärtsdruck durch ungesicherte Milliardenportfolios

Global investors are reassessing currency risks as unusually low hedging levels leave multi-trillion-dollar portfolios exposed to further declines in the U.S. dollar. As borrowing costs hit multi-decade peaks across major economies, even minor adjustments in hedging ratios threaten to trigger massive foreign-exchange flows and fresh selling pressure on the greenback.

Der US-Dollar gerät international erneut unter starken Abwärtsdruck. An den Devisenmärkten mehren sich die Anzeichen, dass große institutionelle Anleger ihre Währungsrisiken neu bewerten und die traditionelle Rolle des Greenbacks als sicherer Hafen infrage stellen. Verantwortlich dafür sind historisch niedrige Absicherungsquoten bei Pensionskassen und Versicherern, die weltweite Portfolios anfällig für weitere Kursverluste machen.

Milliardenschwere Umschichtungen drohen durch minimale Anpassungen

Die Dimensionen dieser Portfolios sind gewaltig. Die von Bloomberg ausgewerteten Daten aus sechs großen Märkten umfassen Auslandshafte im Wert von rund 4,6 Billionen US-Dollar. Da Absicherungen in der Praxis meist durch den Verkauf von Dollars Terminverträgen gegen die jeweilige Heimatwährung erfolgen, können bereits kleinste Positionsänderungen erhebliche Marktbewegungen auslösen. Eine Erhöhung der Absicherungsquoten um lediglich fünf Prozentpunkte in den analysierten Märkten könnte laut Berechnungen währungsübergreifende Transaktionen von rund 230 Milliarden US-Dollar generieren. Da wichtige Märkte wie das Vereinigte Königreich und der Euroraum in dieser Berechnung noch gar nicht enthalten sind, dürfte das globale Gesamtvolumen deutlich höher ausfallen.

Über ein Jahrzehnt hinweg galt es für viele ausländische Investoren als wirtschaftlich sinnvoll, US-Investitionen ungesichert zu lassen. In Phasen globaler Marktstresssituationen tendierte der US-Dollar historisch dazu, an Stärke zu gewinnen, und dämpfte so die Verluste US-amerikanischer Aktien und Anleihen bei der Rückrechnung in die Heimatwährung. Zudem war die Absicherung aufgrund des Zinsgefälles zwischen den USA und anderen Industriestaaten teuer.

Steigende Renditen und das Wiederbeleben des Debasement-Treads

Beide Annahmen bröckeln im aktuellen Marktumfeld. Der US-Dollar hat im laufenden Quartal gegenüber den meisten G10-Währungen an Boden verloren. Marktbeobachter sprechen bereits von einer Neuauflage des sogenannten dollar debasement trade, der durch die Sorge angetrieben wird, dass die US-Fiskal- und Geldpolitik den langfristigen Wert der Währung untergraben könnten.

Japanese Yen and U.S. dollar banknotes are seen in this illustration taken March 10, 2023. REUTERS/Dado
Photo: reuters.com

Zusätzliche Unsicherheit bringen politische und geldpolitische Signale. Gleichzeitig verringern sich die Absicherungskosten drastisch: Die dreimonatigen Kosten zur Absicherung des Dollars für japanische Investoren sanken auf ein Vierjahrestief von 2,75 Prozent – verglichen mit bis zu sechs Prozent im Herbst 2023. Für Euro-Investoren fiel die entsprechende Kennzahl auf ein Zweijahrestief von 1,32 Prozent.

Globale Anleihemärkte und die Rekordverschuldung von Tech-Giganten

Die Dynamik am Devisenmarkt ist eng mit weltweiten Verwerfungen an den Anleihemärkten verknüpft. Regierungsanleihen von den Vereinigten Staaten über Deutschland bis nach Japan notieren auf oder nahe an Mehrjahrzehnthochs. Nach Angaben von Reuters erreichte die Rendite zehnjähriger japanischer Staatsanleihen erstmals seit 1996 die Marke von drei Prozent, während die US-Schuldenlast die Schwelle von 40 Billionen US-Dollar überschritten hat.

US-Dollar droht Abwärtsdruck durch ungesicherte Milliardenportfolios
Photo: NDTV Profit

Ein wesentlicher Treiber für den weltweiten Zinsanstieg ist der enorme Kapitalbedarf des Technologiesektors. Fünf große Technologiekonzerne – Alphabet, Amazon, Meta, Microsoft und Oracle – haben im laufenden Jahr Anleihen im Wert von insgesamt 220 Milliarden US-Dollar begeben, um Investitionen in Rechenzentren und Künstliche Intelligenz zu finanzieren. Dieser sprunghafte Anstieg hat dazu beigetragen, dass das globale Volumen von Unternehmensanleihen im Jahr 2026 den Rekordwert von 4,9 Billionen US-Dollar erreicht hat, was einem Zuwachs von 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Die Schlüsselrolle japanischer Investoren und das Risiko neuer Kapitalabflüsse

Besondere Aufmerksamkeit richten Analysten auf Japan, das als weltweit größter ausländischer Halter von US-Staatsanleihen etwa zehn Prozent der ausländischen US-Treasuries kontrolliert. Schätzungen der Deutschen Bank zufolge sicherten japanische Anleger im ersten Halbjahr lediglich 41 Prozent ihrer neuen ausländischen Anleihekäufe ab, nach 62 Prozent im Jahr 2024. Shoki Omori, Chef-Festverzinslichen-Stratege für Japan bei der Deutschen Bank, verweist darauf, dass eine ähnlich geringe Absicherungsquote zuletzt im Jahr 2013 gemessen wurde – kurz bevor der zehnjährige Bullenmarkt des Dollars begann. Die heutigen wirtschaftlichen Voraussetzungen weisen jedoch in eine entgegengesetzte Richtung.

US-Dollar droht Abwärtsdruck durch ungesicherte Milliardenportfolios
Photo: New Fortune Times

Ob und wann es zu einer massiven Neubewertung kommt, hängt von geldpolitischen Schritten der Bank of Japan, der Entwicklung der Inflation infolge steigender Energiepreise und der Entschlossenheit der Finanzmärkte ab, ob sogenannte Anleihe-Vigilanten fiskalische Disziplin von den Regierungen einfordern. Solange strukturelle Haushaltsdefizite und geopolitische Risiken bestehen bleiben, dürfte der Druck auf den Greenback und die internationalen Rentenmärkte anhalten.

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David Falk

Über den Autor

David Falk verantwortet das Wirtschafts- und Unternehmensressort von Germanic Nachrichten. Er berichtet ueber Maerkte, Mittelstand, Innovation und strategische Entwicklungen in deutschen und internationalen Unternehmen.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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