Zum Inhalt springen
Unterhaltung

George Clooney erhält Goldenen Löwen

Die Internationalen Filmfestspiele von Venedig eröffnen am Mittwoch ihre 83. Ausgabe mit Danny Boyles Film Ink und einer Ehrung für George Clooney. Neben glamourösen Momenten prägen vor allem geopolitische Konflikte das diesjährige Programm, während die Veranstalter Kritik wegen der starken Unterrepräsentation von Regisseurinnen im Hauptwettbewerb zurückweisen müssen.

Am Ufer des Lido herrscht traditionell reges Treiben, auch wenn sich die ganz großen Hollywood-Studios in diesem Jahr merklich zurückhalten. Während Kamerateams auf den Brücken auf erste Prominente warten, hat der 25-jährige Filmfestfan Matteo Amistà aus Padua sein Zelt bereits vor Tagen direkt an der Absperrung aufgebaut. Für den treuen Anhänger, der zum fünften Mal in Folge den roten Teckteppich umlagert, steht das Ziel fest: Er will nach eigenen Angaben vor allem George Clooney sehen, nachdem er im Vorjahr durch schlechtes Wetter und Regen um ein Treffen gebracht wurde.

George Clooney erhält den Goldenen Löwen für das Lebenswerk

Im Zentrum der Eröffnungsfeierlichkeiten am Mittwoch steht die Verleihung des Goldenen Löwen für das Lebenswerk an George Clooney. Festivaldirektor Alberto Barbera verteidigte die Entscheidung, den US-Schauspieler und Regisseur auszuzeichnen, mit der Notwendigkeit, dessen schöpferische Tiefe jenseits reiner Star-Ästhetik zu würdigen.

Festivaldirektor Alberto Barbera erklärte, dass man sich entschieden habe, George Clooney den Goldenen Löwen zu verleihen, da er unter seinem eigenen Image leide, dem des verführerischen Mannes, eines Bildes von Schönheit und so weiter. Er betonte, dass manchmal vergessen werde, dass Clooney ein großartiger Schauspieler und Regisseur sei.

Ebenfalls ausgezeichnet wird der Regisseur Luca Guadagnino, der den Cartier Glory to the Filmmaker Award entgegennehmen und seine Bertolucci-Dokumentation Joie de vivre präsentieren wird.

Danny Boyles Rupert-Murdoch-Film und das politische Programm

Das elftägige Festival wird mit Danny Boyles Film Ink eröffnet, einer Adaption des gleichnamigen Theaterstücks von James Graham. Der Eröffnungsfilm beleuchtet den Aufstieg von Rupert Murdoch und die Übernahme der britischen Boulevardzeitung The Sun im Jahr 1969. In den Hauptrollen spielen Guy Pearce als Murdoch und Jack O’Connell als Chefredakteur Larry Lamb. Für den US-amerikanischen und lateinamerikanischen Markt hat sich Netflix die Rechte an dem Werk gesichert.

Venice Red Carpet/Golden Lion
Photo: variety.com

Über den konkreten Eröffnungsfilm hinaus zeichnet sich der diesjährige Jahrgang nach Einschätzung der Leitung durch eine außergewöhnliche politische Dringlichkeit aus. Festivaldirektor Barbera erklärte, dass die meisten der gesichteten Werke drängende Krisen der Gegenwart aufgreifen.

Festivaldirektor Alberto Barbera betonte, dass die meisten Regisseure sich entschieden hätten, die großen Probleme der zeitgenössischen Welt anzugehen, wie den Ukraine-Krieg, das Drama Palästinas, das Klimawandel-Problem und die Krisen der Institutionen, wie Familie und Schule.

Zu den prominenten Beiträgen des Hauptwettbewerbs und des Rahmenprogramms zählen Dokumentationen über den Gaza-Krieg, Elon Musk sowie unabhängige russische Journalisten im Exil.

Debatte um Frauen im Wettbewerb und Hollywoods Krise

Kritik erntete das Festival zudem für die Zusammensetzung des Hauptwettbewerbs um den Goldenen Löwen. Unter den 21 konkurrierenden Filmen befindet sich lediglich ein Werk unter der Regie einer Frau. Alberto Barbera räumte diesen Umstand als gravierendes Problem ein.

George Clooney erhält Goldenen Löwen
Photo: Tagesschau

Zwar seien zahlreiche Filme von Regisseurinnen in den Nebensektionen vertreten, doch hätten sich im Auswahlprozess keine qualitativ starken Kandidaten für den Hauptwettbewerb durchgesetzt. Die Festpielleitung stehe jedoch uneingeschränkt hinter dem Bestreben nach Gleichberechtigung in der Filmbranche, betonte Barbera.

Hinter den Kulissen spiegelt sich auch die fundamentale Erschütterung des klassischen US-Filmmarktes wider. Barbera analysierte die aktuelle Lage der amerikanischen Studios und verwies darauf, dass die traditionellen Produktionsstrukturen gegenwärtig grundlegend neu verhandelt werden.

Festivaldirektor Alberto Barbera erklärte, dass Hollywood einen schwierigen Moment durchmache, da die Studios ihre Produktionsrichtlinien neu definieren und Spielräume ausloten, deren Ergebnisse noch nicht absehbar seien. Er betonte, dass die großen Studios nicht mehr das seien, was sie einmal waren.

September und bleibt trotz aller Branchenstrukturen ein zentrales Schaufenster für internationale Prestigeproduktionen und hochkarätige Premieren im Herbst.

George Clooney gets the Golden Lion at Venice Film Festival
Teilen Facebook X WhatsApp E-Mail
Sophie Krueger

Über den Autor

Sophie Krueger leitet das Unterhaltungsressort von Germanic Nachrichten. Ihr Schwerpunkt liegt auf Film, Streaming, Popkultur und prominenten Entwicklungen mit redaktioneller Einordnung und sauberer Quellenlage.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.