Die US-Wettbewerbsbehörde FTC und mehr als 20 Bundesstaaten haben Amazon wegen des Vorwurfs der Preismanipulation bei Werbeanzeigen verklagt. Die am Montag veröffentlichten Gerichtsunterlagen werfen dem Online-Händler vor, rund 1,2 Millionen Werbekunden getäuscht und durch künstlich erhöhte Auktionspreise geschädigt zu haben. Amazon weist die Vorwürfe zurück.
Die Klage wurde am Montag im US-Bezirkgericht für den westlichen Bezirk von Washington eingereicht, wie Berichte der Nachrichtenagentur AP bestätigen. Neben der Federal Trade Commission (FTC) sind 22 Bundesstaaten an dem rechtlichen Vorgehen beteiligt. Die Vorwürfe richten sich gegen die Geschäftspraktiken des weltgrößten Online-Händlers im Bereich der Online-Werbeauktionen.
Vorwurf der verdeckten Mindestpreise
Im Zentrum der Beschwerde steht der Verdacht, dass der Konzern Werbetreibende systematisch über die tatsächlichen Kosten für Anzeigenerbesserungen im Unklaren ließ. Dem „Wall Street Journal zufolge wirft die Behörde Amazon vor, heimlich den Mindestpreis angehoben zu haben, den Unternehmen für die Platzierung ihrer Anzeigen entrichten mussten. Dabei soll das Unternehmen konkurrenzfähige Preise vorgeguckt, die tatsächlichen Auktionskosten für Werbekunden jedoch aufgebläht haben. Das Kartellverfahren betrifft nach Angaben aus den Gerichtsunterlagen schätzungsweise 1,2 Millionen betroffene Werbekunden.
Die Behörden betonen die Dimensionen des mutmaßlichen Schadens.
Ferguson fügte hinzu, dass Millionen von Werbekunden durch irreführende Praktiken dazu gebracht worden seien, signifikant höhere Preise zu zahlen, wie die Agenturberichte detaillieren. Durch die mutmaßlichen Manipulationen sei ein Schaden in Milliardenhöhe entstanden.
Reaktion des Konzerns und finanzielle Dimensionen
Amazon hat die Anschuldigungen umgehend zurückgewiesen. In einem veröffentlichten Blog-Beitrag kritisierte das Unternehmen das Vorgehen der Wettbewerbsbehörde scharf. Der Konzern erklärte, die FTC stütze sich auf eine Handvoll vereinfachter Aussagen, um ein angeblich systemweites Täuschungsmanöver zu konstruieren.

Das Unternehmen wies die Darstellung als unzutreffend zurück. Die beteiligten Bundesstaaten prüfen indessen zivilrechtliche Strafen und versuchen, einen Teil der entwendeten Gelder für die betroffenen Kundinnen und Kunden zurückzuerlangen. Die finanzielle Tragweite von Behördenverfahren ist für den Konzern kein Neuland. Vor rund einem Jahr hatte sich Amazon in einem anderen Verfahren mit der FTC geeinigt und zugestimmt, 2,5 Milliarden Dollar an Strafen und Rückerstattungen an Prime-Abonnenten zu zahlen, nachdem die Behörde dem Unternehmen irreführende Methoden beim Abschluss von Abonnements vorgeworfen hatte.
Kursreaktion an der Börse und der Blick nach vorn
Die juristische Auseinandersetzung schlägt sich unmittelbar an den Märkten nieder. Im Zuge der am Montag bekanntgewordenen Nachricht verloren die Aktien des Online-Händlers rund drei Prozent an Wert.
Ob die Vorwürfe der Preismanipulation dieses Geschäftsmodell nachhaltig belasten, werden die anstehenden Verhandlungen vor dem US-Bezirksgericht zeigen.