Schweizer Telekommunikationsanbieter erhöhen seit 2023 schrittweise ihre Handy-Abo-Preise, wobei Salt mit einem Anstieg von bis zu 16,7 Prozent bei bestimmten Tarifen am stärksten an der Preisschraube dreht. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Auswertung des Konsumentenschutzes und des Vergleichsportals Dschungelkompass mit Stand vom 27. August 2026.
Wer in den vergangenen Jahren einen Mobilfunkvertrag in der Schweiz abgeschlossen hat, bemerkt die Anpassungen oft erst im Laufe der Zeit. Ein Franken hier, zwei Franken dort: Die schleichenden Preisanstiege summieren sich über die Jahre deutlich, wie eine neue Untersuchung des Konsumentenschutzes und des Vergleichsportals Dschungelkompass zeigt. Seit rund acht Jahren locken die Telekomkonzerne Neukunden mit teils massiven Aktionspreisen an, um Marktanteile zu gewinnen. Da diese aggressive Rabattpolitik jedoch die Gewinnmargen der Unternehmen schmälert, gleichen einige Anbieter diesen Effekt durch schrittweise Preiserhöhungen nach dem Vertragsabschluss wieder aus.
Salt, Sunrise und Lebara führen die Preiserhöhungen seit 2023 an
Prozentual hat kein grosser Anbieter im Untersuchungszeitraum so stark aufgeschlagen wie Salt. Wer zu Jahresbeginn 2023 den Tarif Swiss Max
für 23.95 Franken erwarb, zahlt laut den Auswertungen inzwischen 27.95 Franken pro Monat – ein Preissprung von 16,7 Prozent. Die Erhöhung erfolgte dabei in mehreren Etappen, beginnend im September 2023 über eine Anpassung im März 2025 bis hin zu einem weiteren Schritt im Juni 2026. Auf ein einzelnes Jahr hochgerechnet bedeutet dies Mehrkosten von 48 Franken gegenüber dem ursprünglichen Vertragsabschluss.
Auch andere Marken und Gesellschaften zeigen spürbare Aufschläge. Die Sunrise-Marken Lebara und Yallo verteuerten ihre Tarife um 12,83 beziehungsweise 12,50 Prozent, wie die detaillierte Erhebung der Konsumontenschützer dokumentiert. In absoluten Beträgen sticht vor allem die Muttergesellschaft Sunrise mit ihrem Tarif Up Mobile M
hervor, bei dem der Monatspreis um ganze 5.50 Franken anzog. Da dieser Tarif allerdings bereits im Jahr 2023 mit 59 Franken zu den teureren Angeboten auf dem Markt gehörte, fällt der prozentuale Aufstieg im Gesamtranking etwas flacher aus. Wingo und Swisscom verzeichnen ebenfalls spürbare Erhöhungen.
Treue Kunden zahlen häufig drauf und verpassen Neukundenrabatte
Die Untersuchung verdeutlicht ein weiteres Branchenphänomen: Wer seinem Telekommunikationsanbieter über Jahre hinweg die Treue hält, fährt keineswegs am günstigsten. Während Neukunden kontinuierlich mit Sonderkonditionen und befristeten Rabatten angelockt werden, verharren Bestandskunden oft in älteren und im Vergleich teureren Tarifen. Ein extremes Beispiel liefert Migros Mobile, wo das ehemalige Aktionsabo Giga
nach Ablauf der Frist und nachfolgenden Preiserhöhungen mittlerweile monatlich mit 60 Franken zu Buche schlägt. Im direkten Kontrast dazu können Neukunden bei demselben Anbieter deutlich günstigere Tarife mit mehr Leistung abschliessen.
Rechtliche Auseinandersetzungen um AGB-Klauseln und Sonderkündigungsrechte
Preiserhöhungen bieten betroffenen Verbrauchern grundsätzlich die Gelegenheit, die Verträge zu überprüfen und gegebenenfalls zu wechseln. Da eine einseitige Erhebung der Abo-Gebühren eine Vertragsänderung darstellt, steht den Kundinnen und Kunden in der Regel ein Sonderkündigungsrecht zu. Der Anbieterwechsel samt Rufnummernmitnahme lässt sich dabei unkompliziert über den neuen Betreiber abwickeln.

Dennoch versuchen einige Konzerne, rechtliche Hürden einzubauen. Salt, Sunrise und Swisscom sehen in ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen vor, dass bei Preiserhöhungen aufgrund der allgemeinen Teuerung kein Kündigungsrecht eingeräumt wird. Gegen diese Klausel in den Bestimmungen von Sunrise ist der Konsumentenschutz rechtlich vorgegangen und hat vor dem Bezirksgericht Zürich in erster Instanz recht bekommen. Da das Unternehmen das Urteil jedoch angefochten hat, ist der Entscheid noch nicht rechtskräftig.
Zusätzlich kritisiert der Konsumentenschutz Preiserhöhungen während einer vereinbarten Mindestvertragsdauer von 12 oder 24 Monaten. Aus Sicht der Verbraucherschützer sind solche Aufschläge unzulässig, weil Kundinnen und Kunden den längerfristigen Vertrag schliesslich im Vertrauen auf die ursprünglich zugesicherten, besonders attraktiven Konditionen eingegangen sind.
Gegenwind aus dem Markt: Wer die Preise stabil hält
Dass regelmässige Teuerungen bei Mobilfunkabos kein unumstössliches Branchengesetz sind, beweist der Blick auf die Konkurrenz. Eine Vielzahl von Anbietern hat ihre Tarife im beobachteten Zeitraum stabil gehalten. Dazu zählen Aldi Mobile, Coop Mobile, Digital Republic, Galaxus Mobile, GoMo, Lidl Connect, Mucho Mobile, Post Mobile, Quickline, Spusu, Swype und TalkTalk. Einzelne Unternehmen wie iWay und SAK führen ebenfalls unveränderte Preise. Eine absolute Ausnahme bildet der Anbieter Teleboy, dessen betrachtetes Abo Swiss
im Jahr 2023 noch 25 Franken kostete und mittlerweile auf 12.90 Franken pro Monat gesunken ist.

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