Die Bank Vontobel verlegt ihren Hauptsitz im Jahr 2030 von Zürich nach Baar im Kanton Zug. Mehr als 1500 Mitarbeitende sollen künftig auf einem eigens konzipierten Campus in der Innerschweiz zusammenarbeiten, während der bisherige Standort am Bleicherweg als reines Kundenzentrum erhalten bleibt.
Die traditionsreiche, im Jahr 1924 gegründete Bank Vontobel ordnet ihre Schweizer Standorte grundlegend neu und bündelt ihren Betrieb im Kanton Zug. Wie aus übereinstimmenden Medienberichten hervorgeht, hat das Finanzinstitut einen langfristigen Mietvertrag für einen massgeschneiderten Campus abgeschlossen. Das Projekt sieht vor, die gegenwärtig auf sieben verschiedene Gebäude verteilten Arbeitsplätze in Zürich an einem einzigen Ort zusammenzuführen.
Neuer Campus in Baar soll 2030 eröffnen
Der neue Vontobel-Campus in Baar ist auf eine Bürofläche von rund 15’000 Quadratmetern ausgelegt und soll im Jahr 2030 seine Türen öffnen. Der entsprechende Bebauungsplan hat bereits eine Volksabstimmung erfolgreich hinter sich gebracht, und die Bauarbeiten sollen in den kommenden Monaten anlaufen.
Die Konzernleitung und der Verwaltungsrat ziehen ebenfalls in die Innerschweiz um. Damit geht die Bank einen Schritt weiter als viele andere Zürcher Geldhäuser wie die UBS oder Julius Bär, bei denen die Führungsebene in der Zürcher Innenstadt verbleibt, während administrative Abteilungen in Aussenquartiere ausweichen.
Der Standort zeichnet sich nach Angaben der Co-CEOs Christel Rendu de Lint und Georg Schubiger durch eine hervorragende Erreichbarkeit aus, inklusive eines eigenen Bahnhofs auf dem Areal des Lindenparks, das zudem Spielraum für weiteres Wachstum bietet. Neben den Bürogebäuden gehört auch ein Wohnhaus zum Projekt, bei dem die Bankangestellten ein Vormietrecht für 80 Wohnungen erhalten; die Immobilien bleiben im Eigentum der Firma Cham Swiss Properties.
Vertragliche Fristen in Zürich und Verbleib am Bleicherweg
Der bisher grösste Bürostandort von Vontobel an der Gotthardstrasse in Zürich wird im Zuge der Neuausrichtung aufgehoben. Laut Bankangaben liefen bei mehreren der bisherigen Zürcher Standorte ohnehin in den kommenden Jahren die Mietverträge aus, und das Gebäude an der Gotthardstrasse hätte aufgrund vertraglicher Bestimmungen bis 2032 geräumt werden müssen. Da sich in Zürich und Umgebung keine vergleichbare Grosslösung finden liess, fiel die Entscheidung zugunsten des Neubaus in Baar.
Ganz zieht sich Vontobel aus der Limmatstadt jedoch nicht zurück. Der traditionelle Standort am Bleicherweg bleibt bestehen. Dort entsteht ein modernisierter Kundenstandort für mehr als 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Dieser Komplex wird mit erneuerten Empfangs- und Besprechungszonen, einem Private-Dining-Restaurant sowie Räumlichkeiten für die bankeneigene Kunstsammlung ausgestattet. Der Umbau dieses Gebäudes wird voraussichtlich rund sechs Jahre in Anspruch nehmen.
Kein Stellenabbau und steuerliche Einordnung
Von dem Umzug sind vor allem Angestellte aus Stabs- und Backoffice-Funktionen betroffen. Ein konkreter Stellenabbau ist nach Unternehmensangaben mit der Verlegung jedoch nicht verbunden. Die Bank betonte, dass diese Arbeitsplätze nicht ins Ausland verlagert werden, sondern die Organisation gezielt für die Zukunft aufgestellt wird.

Hinsichtlich möglicher finanzieller Entlastungen betonte ein Sprecher gegenüber finews.ch, dass der Wechsel keine reine Sparmassnahme darstelle. Auch die oft diskutierten Steuervorteile im Kanton Zug werden von Experten relativiert: Während je nach Gewinn zwar Einsparungen im zweistelligen Millionenbereich möglich wären, hängen die Effekte von zahlreichen Faktoren ab, zumal ein Teil der Steuern weiterhin in Zürich entrichtet wird und viele Beschäftigte dort ihren Wohnsitz behalten.
Unberührt von der Verlegung des Hauptsitzes bleiben unterdessen die regionalen Standorte der Bank in Basel, Bern, Chur, Genf, Lausanne, Locarno, Luzern, Lugano, St. Gallen und Winterthur sowie die internationalen Niederlassungen.
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