Forschende der Kütahya Health Sciences University betonen im Fachjournal Journal of Mental Health
den Wert dieser Beziehungen für das allgemeine Wohlbefinden.
Gute Freundschaften sind nicht nur für das Seelenheil wichtig, sondern zeigen auch handfeste Auswirkungen auf den Körper. Wer stabile soziale Beziehungen pflegt, profitiert körperlich und psychisch von einem deutlich besseren Gesundheitszustand. Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler der türkischen Kütahya Health Sciences University in einer umfangreichen internationalen Untersuchung.
Global Flourishing Study beleuchtet den Zustand in 22 Ländern
Für die im Fachjournal Journal of Mental Health
veröffentlichte Untersuchung wertete ein Team um Veli Durmus die Angaben von 204.907 Menschen ab 18 Jahren aus. Die zugrundeliegenden Daten stammen aus der ersten Erhebungsphase der sogenannten Global Flourishing Study (GFS). Diese Initiative befragt Menschen in 22 verschiedenen Nationen über Faktoren, die ein gelingendes und zufriedenes Leben ausmachen.
Die Studienteilnehmer stammten aus Europa, Amerika, Asien, Ozeanien, dem Nahen Osten sowie Afrika. Dabei bewerteten die Befragten ihre Zufriedenheit mit Freundschaften, Partnerschaften und ihrem allgemeinen gesundheitlichen Befinden in Eigenregie. Die Auswertung berücksichtigte zudem das jeweilige Einkommen sowie den Bildungsstand der Personen.
Indonesien an der Spitze, Japan mit den niedrigsten Werten
Die internationalen Vergleiche offenbaren deutliche Unterschiede zwischen den beteiligten Regionen. Am zufriedensten mit ihren sozialen Kontakten und Freundschaften zeigten sich demnach die Menschen in Indonesien. Ganz anders stellt sich die Situation in Japan dar, wo im Rahmen der Befragung die niedrigsten Zufriedenheitswerte ermittelt wurden.
Auch zwischen den verschiedenen Altersgruppen zeigten sich Muster. Während das psychische Wohlbefinden bei Personen im Alter zwischen Mitte 30 und Ende 40 tiefere Werte aufwies als bei den 18- bis 34-Jährigen, kletterten die Werte bei den über 65-Jährigen wieder nach oben.
Rolle der Kindheit im Vergleich zu späteren Kontakten
Ein zentraler Aspekt der Untersuchung widmete sich dem familiären Hintergrund in jungen Jahren. Wer sich positiv an die Beziehungen zu seinen Eltern in der Kindheit erinnerte, berichtete zwar ebenfalls von besseren Gesundheitswerten. Dieser Effekt fiel jedoch schwächer aus als der Einfluss aktueller Freundschaften.

Das soziale Umfeld eines Menschen verändere sich im Laufe des Lebens beständig, erklären die beteiligten Forschenden. Partnerschaften, Freundschaften und andere soziale Netze können frühere Erfahrungen aus der Kindheit demnach entweder verstärken oder im weiteren Lebensverlauf abmildern. Kindheitserfahrungen bilden daher kein vollständiges Abbild der späteren Verfassung.
Weitere Einflussfaktoren und methodische Einordnung
Neben dem direkten Freundeskreis identifizierte das Forschungsteam weitere Faktoren, die im Durchschnitt mit einer besseren körperlichen und psychischen Verfassung einhergehen. Dazu gehören eine bestehende Ehe, ausreichende finanzielle Mittel sowie die Zugehörigkeit zu einer Religion.

Den aussagekräftigen Ergebnissen sind jedoch wissenschaftliche Grenzen gesetzt. Da alle Daten auf reinen Selbstauskünften beruhen, spiegeln sie die rein subjektive Wahrnehmung der Befragten wider. Forschende weisen deshalb darauf hin, dass die Erhebung klare Korrelationen aufzeigt, jedoch keine strikte Kausalität beweist.