Am Sonntag, den 30. August 2026, hat die US-Raumfahrtbehörde NASA das Nancy Grace Roman Space Telescope vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida aus ins All gestartet. Die vier Milliarden Dollar teure Mission soll mithilfe einer Falcon Heavy von SpaceX dunkle Materie und Exoplaneten erforschen.
Die US-Raumfahrtbehörde NASA hat ein neues Flaggschiff-Observatorium auf den Weg ins All gebracht. Das Nancy Grace Roman Space Telescope startete am Sonntag mithilfe einer Falcon Heavy-Rakete des privaten Raumfahrtunternehmens SpaceX vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida, wie die NASA mitteilte. Trotz anfänglicher Bedenken bezüglich des Wetters trug die Rakete das Teleskop durch blauen Himmel und vereinzelte Wolken aus der Erdatmosphäre.
Benannt ist das Instrument nach Nancy Grace Roman (1925–2018), einer der ersten Frauen in leitender Position bei der NASA.
Eine rund vier Milliarden Dollar teure Reise zum Lagrange-Punkt 2
Das Gesamtbudget für die Mission beläuft sich auf etwa vier Milliarden Dollar. Nach dem erfolgreichen Start befindet sich das Observatorium nun auf dem Weg zu seinem Bestimmungsort: dem Lagrange-Punkt 2 (L2), der sich etwa 1,6 Millionen Kilometer oder rund 932.000 Meilen hinter der Erde aus Sicht der Sonne befindet. Diese Position liegt etwa viermal weiter von der Erde entfernt als der Mond.

In etwa einem Monat soll das Teleskop diesen Zielpunkt erreichen, und erste wissenschaftliche Bilder werden für Anfang 2027 erwartet. Die primäre Mission ist auf fünf Jahre ausgelegt, wobei die Raumfahrtbehörde anmerkt, dass ausreichend Treibstoff für fünf weitere Jahre vorhanden sein könnte.
Technische Höchstleistung und ein Blick durch das Weitwinkelobjektiv
Das Teleskop verfügt über eine massive 300,8-Megapixel-Kamera, bekannt als das Wide Field Instrument (WFI), sowie über hochentwickelte Koronografen-Systeme. In Heidelberg entwickelte Präzisionstechnik, darunter ein vom Max-Planck-Institut für Astronomie (MPIA) entworfener Koronograf, soll das Licht von Muttersternen ausblenden, um Exoplaneten in ungekannter Schärfe abzubilden. Das System ist laut Institutsangaben darauf ausgelegt, Planeten bei extrem hellen Sternen nachzuweisen und mechanisch extrem stabil zu bleiben.

Vergleich der Beobachtungskapazitäten von Hubble und Roman
Die Leistungsfähigkeit des neuen Observatoriums übertrifft ältere Systeme in ihrer Geschwindigkeit massiv.
| Merkmal | Hubble-Weltraumteleskop | Nancy Grace Roman Space Telescope |
|---|---|---|
| Startjahr | 1990 | 2026 |
| Datenaufkommen | Rund 400 Terabyte in über 35 Jahren | Erwartet: Mehr als 500 Terabyte pro Jahr |
| Beobachtungsgeschwindigkeit | Ein Monat Beobachtung = ca. 1 Jahrhundert Hubble-Arbeit | Bis zu hundertmal breiteres Sichtfeld als Hubble |
Auf der Jagd nach dunkler Energie und tausenden Exoplaneten
Die Hauptaufgabe der Mission besteht darin, die großen Rätsel der Kosmologie zu entschlüsseln. Wissenschaftler versuchen, die Natur von dunkler Materie und dunkler Energie besser zu verstehen, die zusammen den weitaus größten Teil des Universums ausmachen. Durch eine umfassende dreidimensionale Karte von mehr als zwei Milliarden Galaxien soll das Teleskop helfen, diese beschleunigte Expansion des Universums, die seit 1998 bekannt ist, genauer zu vermessen.
Darüber hinaus wird das Observatorium eine der umfangreichsten Suchen nach Exoplaneten durchführen. Astronomen erwarten die Entdeckung Tausender neuer Welten und wertvolle Daten über planetare Systeme, die unserem eigenen ähneln.