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Gesundheit

USA-Masernfälle erreichen Höchststand seit 35 Jahren

Die Masernfälle in den Vereinigten Staaten haben den höchsten Stand seit 35 Jahren erreicht. Nach Angaben der US-Gesundheitsbehörde CDC wurden im Jahr 2026 bundesweit mehr als 2.700 Fälle gemeldet, womit die Gesamtzahl des Vorjahres bereits überschritten ist, wie USA Today berichtet. Hauptgründe für den Anstieg sind nach Angaben von Gesundheitsexperten sinkende Impfquoten und eine steigende Zahl von Familien, die Impfausnahmen beantragen. Fast alle gemeldeten Fälle in diesem Jahr stehen im Zusammenhang mit aktiven Ausbrüchen, was die anhaltende Verbreitung des hoch ansteckenden Virus verdeutlicht.

USA-Masernfälle erreichen Höchststand seit 35 Jahren

Ausbrüche in Pennsylvania, Wisconsin und Georgia

Gesundheitsbehörden reagieren derzeit auf wachsende Infektionscluster in mehreren Bundesstaaten. Pennsylvania verzeichnet von den drei betroffenen Staaten den größten Ausbruch. Bis zum 28. August meldete das dortige Gesundheitsministerium 460 bestätigte Fälle, wobei der Schwerpunkt im Lancaster County mit 210 Infektionen liegt. Am 25. August gab Pennsylvania zudem die ersten masernassoziierten Todesfälle des Jahres 2026 bekannt, darunter einen Säugling. Laut Angaben der USA Today waren beide Verstorbenen unvorgeimpft. Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. äußerte sich jedoch skeptisch und zog in Zweifel, ob die Todesfälle tatsächlich durch die Infektion verursacht wurden.

In Wisconsin verzeichnet man den größten Ausbruch seit Jahrzehnten. Einschließlich zweier früherer, nicht zusammenhängender Infektionen kommt der Staat im Jahr 2026 auf 100 Masernfälle – den höchsten Jahreswert seit 1990. Die CDC hat zwei Mitarbeiter zur Unterstützung der lokalen Ermittlungen und Kontaktverfolgung entsandt. In Georgia konzentriert sich das Geschehen auf einen Cluster im Bereich einer Kindertagesstätte in Metro-Atlanta, womit sich die Gesamtzahl im Bundesstaat auf 11 Fälle erhöht hat.

Risiken, Übertragung und medizinischer Hintergrund

Masern zählen zu den am stärksten ansteckenden Viruserkrankungen des Menschen. In einer nicht immunen Bevölkerung kann eine infizierte Person das Virus nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf bis zu 18 weitere Menschen übertragen. Die triblive.com berichtet, dass etwa 90 Prozent der unvorgeimpften Personen nach Kontakt erkranken. Das Virus verbreitet sich durch den Kontakt mit Nasen- oder Rachensekret, einschließlich Tröpfcheninfektionen durch Husten oder Niesen.

USA-Masernfälle erreichen Höchststand seit 35 Jahren
Photo: tbsnews.net

Zu den häufigsten schwerwiegenden Komplikationen zählen Atemwegserkrankungen wie Lungenentzündungen sowie neurologische Störungen wie eine Gehirnentzündung (Enzephalitis). Zudem kann das Virus das Immunsystem langfristig schädigen, indem es Antikörper gegen andere Infektionskrankheiten zerstört – ein Phänomen, das als Immunamnesie bezeichnet wird.

Impfschutz und präventive Maßnahmen

Die CDC empfiehlt die MMR-Impfung (Masern, Mumps, Ruckleln) als wirksamsten Schutz. Zwei Dosen des Impfstoffs sind zu 97 Prozent wirksam und werden für Personen ab einem Alter von 12 Monaten empfohlen. Während die erste Dosis in der Regel im Kleinkindalter verabreicht wird, erfolgt die zweite Spritze im Alter zwischen 4 und 6 Jahren. Menschen, die vor 1957 geboren wurden, gelten aufgrund früherer Durchseuchung als präsumtiv immun. Booster-Impfungen sind laut CDC im Regelfall nicht erforderlich, da die Immunität ein Leben lang anhält.

USA-Masernfälle erreichen Höchststand seit 35 Jahren
Photo: USA Today
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Dr. Lena Hartmann

Über den Autor

Dr. Lena Hartmann leitet das Gesundheitsressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet seit ueber zehn Jahren ueber Praevention, Medizinpolitik und digitale Gesundheit und legt besonderen Wert auf verstaendliche, quellenbasierte Einordnung.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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