Ein Diebstahl-Coup auf der Gamescom 2026 in Köln hat am Freitag, den 28. August, mehrere Entwickler getroffen. Mindestens sieben bis acht Laptops wurden aus dem gesicherten Business-Bereich gestohlen. Unter den Betroffenen sind der britische Solo-Entwickler Ryan Laley und das US-Verlagshaus iam8bit, dessen Demo-Geräte unveröffentlichte Spielversionen enthielten.
Die weltgrößte Gaming-Messe in Köln wurde für mehrere Aussteller abrupt überschattet. In der Nacht zum Freitag, den 28. August 2026, drangen Unbekannte in den geschlossenen Business-Bereich der Messe ein und entwendeten gezielt Hardware aus mehreren Ausstellerständen. Der Vorfall trifft vor allem kleinere Entwickler hart, die auf die Präsenz vor Ort angewiesen sind.
Betroffene Indie-Studios und gestohlene Spiel-Builds auf der Gamescom
Ryan Laley, der als Solo-Entwickler an dem Horror-Titel Mimic arbeitet, entdeckte den Schaden am Freitagmorgen. Seiner Schilderung nach wurde sein Stand im Bereich der International Game Developers Association Lounge ausgeraubt. Der Brite hatte die Reise von Essex nach Köln angetreten, um sein im Oktober erscheinendes Spiel Pressevertretern und Partnern zu zeigen. Die Kosten für den Stand bezifferte er auf knapp 3.000 Euro, umgerechnet etwa 3.500 Dollar während der gesamten Messe.
Ryan Laley erklärte als Indie-Entwickler via Aftermath, er sei ein Solo-Entwickler, der das alles ganz alleine mache, und er sei sehr, sehr müde sowie sehr, sehr gestresst.
Direkt neben Laley traf es das Merchandising- und Verlagsunternehmen iam8bit, das dort Titel wie Escape Academy 2: Back 2 School und Petal Runner präsentieren wollte im Rahmen der Präsentationen. Die Täter entwendeten dort zwei Demogeräte. Laut Mitteilung des Verlags enthielten diese Rechner unfertige Spiel-Builds, die nun ohne Zustimmung des Unternehmens im Umlauf sein könnten. Ein weiteres Studio, Tessera Studios, meldete den Diebstahl von zwei Laptops und einer Steam Deck, nachdem ein Schrank im Stand aufgebrochen worden war.
Kritik an den Sicherheitsvorkehrungen in der Business-Halle
Der Business-Bereich der Gamescom ist für das allgemeine Publikum gesperrt und ausschließlich für Aussteller, Fachbesucher und Medien zugänglich. Nach Angaben der Betroffenen war die Zone mit einem Versprechen von rund um die Uhr anwesendem Sicherheitspersonal und eingeschränktem Zugang in den Nachtstunden beworben worden nach Darstellung der Aussteller.
Dennoch gelang es den Dieben, unbemerkt vorzugehen. Auffällig ist, dass die Täter an mehreren Stationen die Laptops mitnahmen, die Netzteile und Ladekabel jedoch an Ort und Stelle zurückließen wie die Beobachtungen vor Ort zeigten. Mehrere Beteiligte äußerten ihren Unmut über die Handhabung der Sicherheit. Messevertreter erklärten gegenüber Medien, dass die betroffenen Parteien die etablierten Abläufe eingehalten und die Polizei verständigt hätten laut der offiziellen Mitteilung der Messeleitung.
Solidarität aus der Gaming-Branche für geschädigte Entwickler
Nachdem die Verluste bekannt geworden waren, formierte sich rasch Unterstützung innerhalb der internationalen Spieleindustrie. Zahlreiche Fans boten finanzielle Hilfe an, was Ryan Laley jedoch dankend ablehnte; er bat stattdessen darum, sein Spiel auf Steam auf die Wunschliste zu setzen und Bekanntheit zu verschaffen.

Besondere Aufmerksamkeit erregte eine Reaktion des Entwicklers CD Projekt Red. Über den offiziellen Account von Cyberpunk 2077 wandte sich das Studio an den betroffenen Solo-Entwickler mit einer Zusage.

CD Projekt Red teilte als Entwicklerstudio via Ixbt.games mit, es tut ihnen sehr leid, dass dies passiert ist, und sie hoffen, dass man versteht, dass man in dieser Situation nicht allein ist; auch wenn es im Moment nicht weiterhilft, werden sie die Arasaka-Ausrüstungsarchive überprüfen und nachsehen, ob sie etwas schicken können, da kein Chumba ganz von vorne anfangen sollte.
Auch andere Branchengrößen und Marketing-Dienstleister boten direkte Hilfe an, um die beschädigte Hardware zu ersetzen während der laufenden Messe. Trotz des finanziellen und mentalen Rückschlags kündigte Laley an, den verbleibenden Messeverlauf zu nutzen, um abseits des eigenen Standes Gespräche zu führen und Kontakte zu pflegen bis zum Ende der Veranstaltung am Sonntag.