Eine verheerende Sturzflut aus der tibetischen Hochebene hat den Distrikt Rasuwa in Nepal getroffen.
Naturkatastrophen führen die Ohnmacht des Menschen vor Augen. Nach Ereignissen wie der heftigen Sturzflut in Nepal, die sich an einem Mittwoch ereignete, reicht reines Mitleid mit den Betroffenen laut der Süddeutschen Zeitung jedoch bei Weitem nicht aus, um die wahren Dimensionen des Desasters zu begreifen.
Abgebrochene Gletscherzunge löste die Flutwelle im Distrikt Rasuwa aus
Nach ersten Erkenntnissen, über die die Süddeutsche Zeitung berichtet, brach eine Gletscherzunge samt Schnee und Geröll in ein Flussbett ab. Dieser massive Eis- und Erdrutsch bildete einen künstlichen Damm, der den Fluss so lange aufstaute, bis er schließlich brach und eine verheerende Flutwelle von der tibetischen Hochebene über die nepalesisch-chinesische Grenze in den Distrikt Rasuwa riss.
Durch stark steigende Temperaturen wird die mächtige Eis- und Felslandschaft des gesamten Himalaja zunehmend porös. Die Berge stürzen ein, und dieses Phänomen hat laut den vorliegenden Berichten erst begonnen. Die Naturkatastrophe wirft existenzielle Fragen auf, zumal Nepal geografisch an den Südhängen der riesigen Bergkette liegt.
Zerstörte Wasserkraftwerke treffen Nepal und Bhutan hart
Die Flutwelle bedroht insbesondere auch die zahlreichen Wasserkraftwerke in der Region. Allein in Nepal wurden durch die Sturzflut am Mittwoch neun Wasserkraftwerke vernichtet, wie die Süddeutsche Zeitung dokumentiert. Dabei gilt gerade die Wasserkraft als zentraler Lösungsansatz für eine emissionsfreie Energiegewinnung und mehr Klimaschutz.
Das östliche Nachbarland Bhutan steht vor genau demselben Problem. Beide Staaten sind arm und auf internationale Unterstützung angewiesen. Während die Alpen in Europa durch wohlhabende Nationen besser erschlossen und mit Frühwarnsystemen ausgestattet sind, fehlt dem Himalaja ein vergleichbarer Schutz. Zudem scheint der große Nachbar China den Katastrophenschutz in Tibet nach Ansicht von Beobachtern nicht aktiv genug betrieben zu haben.
Forderung nach einer radikalen Risikoanalyse und internationaler Hilfe
Nepal benötigt dringend eine unbarmherzige Risikoanalyse, die möglicherweise auch den Umbau gefährdeter Dörfer einschließt. Die Hauptverantwortung für die Bewältigung und finanzielle Unterstützung sehen Berichte bei jenen Staaten, die maßgeblich für den globalen Klimawandel verantwortlich sind – ausdrücklich genannt wird hierbei auch Deutschland.
Zwar werden Investitionen in den Schutz teuer, doch dies sei der Preis dafür, dass ein Teil der Menschheit die wiederholten Warnungen der Wissenschaft über Jahrzehnte hinweg ignoriert hat, konstatiert die Süddeutsche Zeitung in ihrer Analyse.
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