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Unternehmen

Siemens Energy prüft mögliche Abspaltung der Sparte Transformation of Industry

Finanzinvestoren zeigen Interesse an dem Bereich, der zuletzt starke Margen und erhebliche Umsätze verzeichnete, während der Gesamtkonzern von massiver Nachfrage in der Netzsparte profitiert.

Bei Siemens Energy driften operative Stärke und strukturelle Überlegungen derzeit spürbar auseinander. Während der Konzern mit enormer Geschwindigkeit wächst, treibt die Führung gleichzeitig organisatorische Neuausrichtungen voran. Im Zentrum dieser Überlegungen steht ein Geschäftsbereich, der für den industriellen Sektor von zentraler Bedeutung ist und bei Investoren Begehrlichkeiten weckt.

Außerordentliche Aufsichtsratssitzung zur Zukunft der Industriesparte

Der Aufsichtsrat von Siemens Energy wird zu einer außerordentlichen Sitzung am 25. August zusammenkommen, um über eine mögliche Abspaltung der Sparte Transformation of Industry zu beraten. Das bestätigte eine mit der Angelegenheit vertraute Person gegenüber Nachrichtenagenturen. Konkrete Beschlüsse wurden für das Treffen jedoch im Vorfeld nicht erwartet.

Die Pläne spiegeln das Gewicht wider, das dieser Unternehmensbereich inzwischen erreicht hat. Vorstandschef Christian Bruch bestätigte laufende Gespräche über die Zukunft der Einheit. Die Sparte, die unter anderem Dampfturbinen, Kompressoren und Wasserstoffelektrolyseure fertigt, erzielte im dritten Quartal einen Umsatz von 1,5 Milliarden Euro und wies dabei eine beachtliche operative Marge von 14,0 Prozent aus. Der gesamte Jahresumsatz dieser Division bewegt sich damit auf hohem Niveau.

Finanzinvestoren und mögliche Unternehmensbewertungen

Sollte es tatsächlich zu einer Verselbstständigung der Industriesparte kommen, könnte dies weit über eine rein administrative Maßnahme hinausgehen. Mehrere namhafte Finanzinvestoren bringen sich bereits für Beteiligungen in Stellung. In Finanzkreisen werden in diesem Zusammenhang Namen wie CVC Capital Partners, EQT, Bain Capital, Brookfield und KKR gehandelt.

Analysten und Marktbeobachter diskutieren eine Bewertung von mehr als 10 Mrd. Euro für diesen Unternehmensbereich. Eine Transaktion in dieser Größenordnung würde es dem Mutterkonzern erlauben, bislang verborgene Werte zu monetarisieren und gleichzeitig frisches Kapital freizusetzen.

Starke Kennzahlen und Boom im Netzgeschäft

Hintergrund der Überlegungen ist eine insgesamt sehr solide Verfassung des Gesamtkonzerns. Der Reiz einer solchen Aufspaltung liegt für Siemens Energy auch darin, die eigenen Kräfte noch zielgerichteter auf die Bereiche Stromnetze, Elektrifizierung und Energieerzeugung zu lenken. In diesen Segmenten herrscht derzeit eine außergewöhnliche Nachfrage, die durch den weltweit steigenden Strombedarf von KI-Rechenzentren zusätzlich angeheizt wird.

  • Der Auftragseingang kletterte im dritten Quartal auf 17,9 Mrd. Euro.
  • Der Book-to-Bill-Faktor erreichte einen Wert von 1,57.
  • Der gesamte Auftragsbestand schwoll auf rekordverdächtige 162 Mrd. Euro an.
  • Das Ergebnis vor Sondereffekten verdreifachte sich im Vergleich zum Vorjahresquartal auf 1,623 Mrd. Euro.
  • Der Free Cashflow belief sich auf 2,319 Mrd. Euro.

Auch die oft Sorgen bereitende Windkrafttochter Siemens Gamesa zeigt Anzeichen einer Stabilisierung. Die Sparte verbuchte erstmals seit dem Geschäftsjahr 2022 wieder ein positives Quartal und befindet sich nach Unternehmensangaben weiterhin auf Kurs, im Geschäftsjahr 2026 den Break-even zu erreichen.

Börsenreaktion und Analystenerwartungen

Trotz dieser operativen Erfolge zeigt sich die Börse kurzfristig zurückhaltend. Die Aktie notierte zuletzt weiterhin im Bereich von rund 150 Euro und spiegelte damit die ambitionierten Erwartungen mancher Beobachter noch nicht vollständig wider. Mittlere Kurszielschätzungen von Analysten gehen von einem potenziellen Anstieg der Aktie auf bis zu 198 Euro aus.

The logo of energy technology company Siemens Energy is displayed during the LNG 2023 energy trade show in Vancouver
Photo: reuters.com

Ob der Aufsichtsrat auf seiner Sitzung Ende August konkrete Weichen für den Verkauf oder Spin-off stellt, bleibt abzuwarten. Das Unternehmen selbst lehnte es ab, sich über die offiziellen Bestätigungen hinaus zu den laufenden Spekulationen zu äußern.

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David Falk

Über den Autor

David Falk verantwortet das Wirtschafts- und Unternehmensressort von Germanic Nachrichten. Er berichtet ueber Maerkte, Mittelstand, Innovation und strategische Entwicklungen in deutschen und internationalen Unternehmen.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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