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Sport

VfL Wolfsburg verliert knapp im DFB-Pokal

Der Bundesliga-Absteiger setzte sich beim Viertligisten VSG Altglienicke nach einem dramatischen Spielverlauf mit 9:8 beziehungsweise 6:5 im Elfmeterschießen durch, nachdem die Partie nach 120 Minuten unentschieden 3:3 geendet hatte.

Im Berliner Amateurstadion von Hertha BSC bot der Fußball-Regionalligist dem großen Favoriten einen echten Pokalfight, bei dem die Wolfsburger gleich dreimal einem Rückstand hinterherlaufen mussten. Vor rund 5.000 Zuschauern schienen die Rollen vor dem Anpfiff klar verteilt, doch die VSG Altglienicke trat keineswegs wie ein gewöhnlicher Underdog auf.

Viertligist mit großen Ambitionen und früher Führung

Unterstützt von potenter finanzieller Unterstützung und ambitionierten Zielen für den Aufstieg in die 3. Liga hatten die Berliner ihren Kader im Sommer massiv aufgerüstet. Mit Spielern wie Tolga Cigerci, John Anthony Brooks und Lennart Czyborra holte die sportliche Leitung um den ehemaligen Profi Torsten Mattuschka reichlich Erstliga- und internationale Erfahrung in den Verein. Weil das heimische Stadion in Brandenburg den DFB-Vorgaben für die Spielfeldlänge nicht entspricht, wich die VSG in das Stadion der Hertha-Amateure aus.

Der mutige Auftakt der Gastgeber wurde früh belohnt. Bereits in der 6. Minute traf Jonas Nietfeld zur Führung, nachdem er kurz zuvor noch an VfL-Torhüter Jakub Zielinski gescheitert war. Die Wolfsburger wirkten in der Anfangsphase völlig überfordert von der enormen Spielfreude und Intensität des Regionalligisten. Trainer Tobias Strobl hatte vor der Partie absolute Ernsthaftigkeit gefordert, doch davon war auf dem Platz zunächst wenig zu sehen.

Maximilian Arnold hält den Favoriten im Spiel

Der frühe Gegentreffer wirkte wie ein spürbarer Wachmacher für die Wölfe, die fortan das Kommando übernahmen und den Gegner einschnürten. Zwick fischte mehrere gefährliche Abschlüsse von Reese, Alexander Bernhardsson und Joakim Maehle heraus.

VfL Wolfsburg verliert knapp im DFB-Pokal
Photo: zeit.de

Den längst fälligen Ausgleich besorgte schließlich der eingewechselte Kapitän Maximilian Arnold in der 55. Minute mit einem präzisen Fernschuss an den linken Innenpfosten. Doch die Freude währte nicht lange: Nur wenig später leistete sich VfL-Schlussmann Zielinski einen schweren Patzer, als er den Ball im Aufbau unbedrängt genau in die Füße von Jonas Saliger spielte. Saliger schob die Kugel seelenruhig zur erneuten Führung für den Underdog ins leere Tor.

Erneut war es Arnold, der den Bundesligisten retten musste. In der 83. Minute verwandelte der Kapitän einen direkten Freistoß sehenswert zum 2:2 und erzwang damit die Verlängerung.

Dramatische Verlängerung und Entscheidung im Elfmeterschießen

In der Verlängerung schien die Sensation endgültig greifbar, als sich Maximilian Arnold bei einem Kopfball verschätzte und Mehmet Ibrahimi in der 109. Minute zum 3:2 für die Berliner traf. Der Jubel im Stadion war riesig, doch Wolfsburg schlug noch einmal zurück: Hauke Wahl traf kurz vor dem Abpfiff nach einer Vorlage von Reese zum 3:3 und rettete die Gäste in das entscheidende Elfmeterschießen.

VfL Wolfsburg verliert knapp im DFB-Pokal
Photo: sportschau.de

Dort avancierte der zuvor patzende Torhüter Jakub Zielinski zum Helden der Gäste, indem er zwei Strafstöße parierte. Nach einem langen Nervenkrimi und jeweils sieben beziehungsweise sechs verwandelten Elfmetern machte Kilian Fischer schließlich den Einzug in die nächste Runde perfekt.

Ein Spieler des VfL Wolfsburg betonte nach dem Spiel, dass der Viertligist mit seinem Kader eine Mannschaft der 2. Bundesliga sei, die eigentlich in der ersten Liga spielen sollte.

Während der Regionalligist nach einer beeindruckenden Leistung mit dem bitteren Ausscheiden leben muss, zieht der VfL Wolfsburg zum fünften Mal in Serie in die zweite Hauptrunde des DFB-Pokals ein und entgeht damit dem Schicksal des ebenfalls gescheiterten Ligakonkurrenten 1. FC Heidenheim.

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Felix Neumann

Über den Autor

Felix Neumann leitet das Sportressort von Germanic Nachrichten. Er berichtet ueber Fussball, internationale Turniere und Leistungssport und verbindet Ergebnisberichterstattung mit analytischem Hintergrund.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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