Kaliforniens Justizminister Rob Bonta hat am Montag ein geplantes Schlichtungstreffen mit Paramount-Vertretern kurzfristig abgesagt. Auslöser ist ein mutmaßlicher Mediendurchstecherei-Skandal rund um die geplante Übernahme von Warner Bros. Discovery durch Paramount Skydance im Volumen von 111 Milliarden US-Dollar.
Der Streit um eine der größten Hollywood-Transaktionen der jüngeren Geschichte hat eine neue Eskalationsstufe erreicht. Nur wenige Tage nach ersten Gesprächen zwischen den Beteiligten ließ Kaliforniens Generalstaatsanwalt die für Montag angesetzten Verhandlungen platzen. Hintergrund des Bruchs ist der Vorwurf, Paramount habe vertrauliche Details eines früheren Treffens gezielt an die Öffentlichkeit gespielt und dabei die Inhalte falsch dargestellt.
Das geplatzte Treffen und die Vorwürfe aus dem Justizministerium
Paramount, California AG to meet over possible settlement in
Die Verhandlungen zwischen der US-Produktionsgesellschaft und dem Staat Kalifornien sollten eigentlich dazu dienen, eine gütliche Einigung im laufenden Kartellrechtsstreit zu finden. Doch die Stimmung kühlte schlagartig ab. Nach Angaben aus Behördenkreisen begründete Bonta die Absage mit einem eklatanten Vertrauensbruch des Medienkonzerns.
Rob Bonta, kalifornischer Justizminister, erklärte, Paramount habe nicht nur den angeblichen Inhalt von Schlichtungsgesprächen durchgestochen, sondern diese Gespräche auch falsch dargestellt, was einen Mangel an gutem Glauben beweise.
Das Zitat verdeutlicht die kompromisslose Haltung der Staatsanwaltschaft. Wie aus einer Erklärung hervorgeht, zeigte sich die Behörde jedoch gesprächsbereit, sobald der Konzern die Spiele beende und wieder ernsthaft verhandle.
Die Rolle der Politik und die Dimension des 111-Milliarden-Dollar-Deals
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Ans Licht gebracht hatte die Kontakte hinter den Kulissen kein Geringerer als der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom. In einer Äußerung bestätigte der als potenzieller Präsidentschaftskandidat gehandelte Politiker, dass intensive Gespräche liefen. Die Dimension des Vorhabens ist enorm: Im Februar hatte sich Paramount darauf geeinigt, Warner Bros. Discovery für 31 US-Dollar je Aktie in bar zu übernehmen. Inklusive Schulden wird das Geschäft auf rund 110 bis 111 Milliarden US-Dollar beziffert.

Die Transaktion stößt jedoch auf massiven Widerstand. Im Juli reichte Bonta gemeinsam mit Vertretern aus elf weiteren Bundesstaaten eine Kartellklage ein, um die Fusion zu verhindern. Bonta led a coalition of 12 state attorneys general in filing the lawsuit in July, alleging the combination would reduce competition in theatrical film distribution and basic cable programming. Die Kläger argumentieren, der Zusammenschluss von zwei der fünf großen Hollywood-Studios würde den Wettbewerb bei der Verteilung von Kinofilmen und im Kabelfernsehen drastisch einschränken.
Mögliche Auflagen und drohende Milliardenkosten für Paramount
Während Paramount-Chef David Ellison zuletzt zuversichtlich auftrat und auf weltweite Genehmigungen in 65 Jurisdiktionen verwies, bereitet sich die Führungsetage auf eine juristische Auseinandersetzung vor. Berichten zufolge hätte Bonta im Rahmen einer Einigung von den Unternehmen verlangt, bestimmte Kabelkanäle zu veräußern und das Filmstudio strikt getrennt zu halten.
California cancels talks with Paramount over Warner Bros merger
Ein zentraler Faktor in diesem Poker ist der Zeitplan. Ein Bundesgericht hat die Übernahme vorerst per einstweiliger Verfügung gestoppt. Für den Rechtsstreit ist ein zwölftägiges Verfahren angesetzt, das im März 2027 beginnen soll. Die Verzögerungen gehen ins Geld: Da die Transaktion nach dem 30. September nicht abgeschlossen werden konnte, schuldet Paramount den Aktionären sogenannte Ticking Fees von rund 650 Millionen US-Dollar je Quartal, was umgerechnet etwa sieben Millionen US-Dollar pro Tag entspricht.
Kritik aus der Kreativbranche und der Weg zum Gericht
Nicht nur staatliche Regulierer laufen Sturm gegen das Vorhaben. Auch international regt sich Widerstand: Prominente britische Filmschaffende wie Benedict Cumberbatch, Alan Cumming und Benedict Wong forderten die britische Regierung auf, die Fusion zu blockieren, da sie erhebliche Einschnitte für die europäische Kultur- und Medienlandschaft befürchten.
Ob es vor dem für März 2027 terminierten Kartellprozess noch einmal zu konstruktiven Verhandlungen zwischen Kalifornien und Paramount kommt, hängt nun davon ab, ob die beteiligten Parteien zu einem formellen Dialog ohne Indiskretionen zurückfinden.
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