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Johann Wadephul will Bündnispartner zu Patriot-Lieferungen drängen

Kurz vor dem 35. Unabhängigkeitstag der Ukraine hat Außenminister Johann Wadephul in Kiew weitere militärische Hilfen zugesichert. Bei seinem vierten Besuch im Kriegsgebiet betonte der CDU-Politiker den deutschen Rückhalt und kündigte an, Bündnispartner zur Lieferung dringend benötigter Patriot-Luftverteidigungssysteme zu drängen.

Kurz vor dem 35. Unabhängigkeitstag der Ukraine ist Bundesaußenminister Johann Wadephul mit einem Sonderzug in Kiew eingetroffen, um dem Land die fortgesetzte Unterstützung Deutschlands im Abwehrkampf gegen Russland zu versichern. Im Mittelpunkt der nicht öffentlich angekündigten Reise stehen Gespräche mit der ukrainischen Führung. Es ist der vierte Besuch des CDU-Politikers in dem Land seit seinem Amtsantritt vor 16 Monaten.

Deutschland ist nach Angaben aus Berlin das Land, das am meisten in die militärische und finanzielle Unterstützung der Ukraine investiert. Wir stehen an der Seite der Ukraine. Wir unterstützen sie. Sie wird diese militärische Auseinandersetzung gewinnen, erklärte Wadephul nach seiner Ankunft laut übereinstimmenden Medienberichten.

Kriegswinter, zivile Opfer und die Luftlage in Kiew

Der deutsche Außenminister verwies darauf, dass die Ukraine in den Sommermonaten massiv angegriffen wurde. Juli und August seien für die Zivilbevölkerung die tödlichsten Monate seit mehr als vier Jahren gewesen. Moskau werfe er wahllosen Mord an Zivilisten sowie gezielte Zerstörungen an der Energieinfrastruktur vor, um den Durchhaltewillen der Menschen zu brechen berichten Nachrichtenagenturen. Erst kurz vor der Ankunft des Ministers hatte ein russischer Drohnenangriff auf ein belebtes Einkaufszentrum in der südostukrainischen Großstadt Krywyj Rih mindestens 16 Menschen das Leben gekostet und mehr als 130 Verletzte gefordert.

Mit Blick auf den kommenden Winter, in dem verstärkte Angriffe auf Kraftwerke und Netze erwartet werden, sicherte Wadephul zusätzliche humanitäre Hilfen in Höhe von 50 Millionen Euro zu meldet das Portal DerWesten. Zugleich betonte er, dass die Bundesregierung hoffe, Russland durch anhaltenden militärischen Druck zu ernsthaften Verhandlungen bewegen zu können. Diplomatische Bemühungen zur Beendigung des seit viereinhalb Jahren andauernden Krieges hängen nach wie vor fest.

Wadephul erlebt Raketeneinschlag und drängt auf Patriot-Systeme

Wie akut die Bedrohung durch ballistische Raketen ist, erlebte der deutsche Außenminister während seines Aufenthaltes im Land am eigenen Leib. Als er gemeinsam mit Präsident Wolodymyr Selenskyj an einem Veteranentreffen teilnahm, schlugen nach einem Luftalarm drei russische Raketen in einen Vorort ein, der nur 30 Kilometer entfernt lag. Dabei starben zwei Menschen.

Johann Wadephul will Bündnispartner zu Patriot-Lieferungen drängen
Photo: derwesten.de

Das macht uns noch einmal in erschreckender Weise klar: Wir sind hier in einem Kriegsgebiet.

Wegen fehlender eigener Abwehrmittel sind die ukrainischen Streitkräfte gegenüber ballistischen Angriffen weitgehend ungeschützt, weshalb Raketen ungehindert in Lagerhallen, Rüstungsbetriebe und Treibstoffdepots in Kiew und Umgebung einschlagen. Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte am Vortag in einer Videoansprache eindringlich mehr Luftabwehr gefordert. Es sind Raketen für Patriots nötig, das können nur unsere Partner bereitstellen, sagte Selenskyj und betonte, es gehe der Ukraine dabei um die Bereitschaft, die Waffen zu kaufen, nicht um Geschenke.

Wadephul kündigte an, europäische Verbündete zu einer Abgabe von Patriot-Systemen bewegen zu wollen. Auch Verteidigungsminister Boris Pistorius müsse die erschöpften Bestände der Bundeswehr noch einmal genau überprüfen, um weitere Lieferungen zu ermöglichen.

Kritik am Kreml und Moskauer Reaktionen

Aus Moskau kam indes eine scharfe Entgegnung. Angesichts ukrainischer Drohnenangriffe auf russische Ölraffinerien und Logistikzentren drohte der russische Präsident Wladimir Putin über das Staatsfernsehen mit harter Vergeltung. Kiew habe mit den Angriffen die Büchse der Pandora geöffnet, so Putin.

Johann Wadephul will Bündnispartner zu Patriot-Lieferungen drängen
Photo: finanznachrichten.de
Wadephul überraschend in Kiew – zwei Tage nach Raketenangriff | #Ukraine #Wadephul #Kiew #Patriot
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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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