Die im Kanton Wallis gegründete Beloved-Stiftung gerät wegen einer Kündigungswelle im Vorstand in die Kritik. Unter dem Vorsitz der ehemaligen Bundesrätin Doris Leuthard verwaltet die Organisation 24 Millionen Franken für die Opfer von Crans-Montana, während nun erste Auszahlungen an die betroffenen Familien anlaufen.
Die Vorstandsmitglieder der Beloved-Stiftung aus der Schweiz, Frankreich und Italien haben in den vergangenen Wochen geschlossen ihre Ämter niedergelegt. Diese plötzlichen Rücktritte fallen genau mit dem Zeitpunkt zusammen, an dem die Organisation die ersten Auszahlungen an die Familien leistet. Das Hilfswerk war nach dem tragischen Unglück von Crans-Montana ins Leben gerufen worden, um den Angehörigen der 41 Opfer und den Verletzten beizustehen.
Millionenvermögen und schwierige Governance unter Druck
Die Stiftung verwaltet derzeit ein Vermögen von 24 Millionen Franken. Dieses Kapital setzt sich aus substanziellen Beiträgen öffentlicher Hand zusammen: Zehn Millionen Franken stammen vom Kanton Wallis, sieben Millionen Franken steuert der Kanton Waadt bei, und eine Million Franken kommt von der Gemeinde Crans-Montana. Nach Angaben aus dem Umfeld der Organisation musste die Stiftung in Rekordzeit gegründet werden, um den dringenden Bedürfnissen der Hinterbliebenen zu begegnen.
Gleichzeitig berichten Kreise aus dem Umfeld der Stiftung von einer teils schweren und belastenden Arbeitsatmosphäre. Die enormen Verantwortlichkeiten und die unzählbaren Anfragen, die seit der Gründung auf die ehrenamtlichen Mitarbeitenden einprasselten, erzeugten einen massiven Druck. Christian Cardon, der Leiter der Geschäftsstelle, räumt ein, dass die Gremienmitglieder bei der Entstehung möglicherweise nicht optimal ausgewählt worden seien.
Sorgen um Transparenz und die psychologische Betreuung der Opfer
Unter den betroffenen Familien sorgt die intransparente Kommunikation bezüglich der kontinuierlichen Abgänge für spürbare Unruhe. Viele Angehörige fürchten negative Auswirkungen auf die Verteilung der Spendengelder. Die Geschäftsführung bemüht sich indessen um Beruhigung und versichert, dass bereits offizielle Beschlüsse zu Auszahlungen gefasst wurden.
Die Gelder flossen vorrangig an Personen, die bislang noch keine Entschädigungen erhalten haben. Dazu gehören vor allem Menschen, die unter schweren psychischen Traumata leiden und nach dem Unglück in den Spitälern keine adäquate Behandlung erfuhren. Die Entlassungen und Rücktritte sollen nun als Chance genutzt werden, um neue Kräfte zu rekrutieren, die gezielter auf die spezifischen psychologischen Bedürfnisse der traumatisierten Familien eingehen können.
Das Stiftungskapital auf einen Blick
| Mittelherkunft | Betrag in Schweizer Franken |
|---|---|
| Kanton Wallis | 10 Millionen |
| Kanton Waadt | 7 Millionen |
| Gemeinde Crans-Montana | 1 Million |
| Gesamtvolumen (aktueller Stand) | 24 Millionen |
Unter der Leitung der früheren Bundesrätin Doris Leuthard steht die Stiftung nun vor der Herausforderung, das Vertrauen der Betroffenen durch eine geordnete Personalgewinnung und klare Strukturen zurückzugewinnen. Ob die geplanten Neubesetzungen im Vorstand für die erhoffte Transparenz sorgen, bleibt in dieser operativen Phase abzuwarten.
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