Die deutsche Männer-Freistil-Staffel hat am ersten Tag der Beckenwettbewerbe bei der Schwimm-EM in Paris über 4×200 Meter die Bronzemedaille gewonnen. Mit einer Zeit von 7:02,28 Minuten stellten Lukas Märtens, Timo Sorgius, Jarno Bäschnitt und Cornelius Jahn einen neuen deutschen Rekord auf und unterboten die Bestmarke aus dem Jahr 2009 um knapp eine Sekunde. Damit knackten sie einen 17 Jahre alten Rekord, der zuvor bei der WM 2009 in Rom aufgestellt worden war.
Spannendes Finale im Centre Aquatique Olympique
In einem hochspannenden Endlauf im WELT mussten die deutschen Schwimmer lediglich den favorisierten Nationen Großbritannien (7:01,52) und Frankreich (7:02,23) den Vortritt lassen. Auf den Silberplatz fehlten dem deutschen Quartett lediglich fünf Hundertstelsekunden. Lukas Märtens, der als Startschwimmer ins Becken sprang, führte das Team an, gefolgt von Timo Sorgius, Jarno Bäschnitt und dem Schlussmann Cornelius Jahn.

Märtens, der bereits Olympiasieger, Weltrekordhalter und Weltmeister über 400 Meter ist, äußerte sich euphorisch über den Erfolg: Ich bin unfassbar stolz. Ich kann das gar nicht beschreiben, was wir da heute geschafft haben. Richtig genial
, sagte er laut ARD. Besonders hervorhob er die Leistung von Cornelius Jahn, der das Rennen beendete, obwohl er normalerweise nicht die 200 Meter Freistil schwimmt. Der 20-jährige Jarno Bäschnitt bezeichnete den Erfolg als den größten seiner bisherigen Karriere und erklärte: Das werde ich, glaube ich, nie vergessen
.
Weitere deutsche Rekorde und knappe Entscheidungen
Neben dem Erfolg der Männer gab es am ersten Tag weitere deutsche Rekorde, wenngleich nicht alle mit Medaillen belohnt wurden. Die deutsche Frauen-Staffel über 4×200 Meter Freistil stellte mit einer Zeit von 7:49,14 Minuten ebenfalls eine neue deutsche Bestmarke auf und verbesserte damit einen 20 Jahre alten Rekord aus Budapest (2006). Maya Tobehn, Linda Roth, Nina Holt und Nicole Maier verpassten die Bronzemedaille jedoch extrem knapp; mit einem Rückstand von 0,01 Sekunden belegten sie den vierten Platz hinter Großbritannien, Ungarn und Russland.
Auch Luca Nik Armbruster sorgte für einen Rekord. Der 24-Jährige verbesserte im Halbfinale über 50 Meter Schmetterling seinen eigenen deutschen Rekord um 13 Hundertstelsekunden auf 22,71 Sekunden. Damit qualifizierte er sich als Fünfter für das Finale am Dienstag. Armbruster unterbot seine bisherige Bestmarke von 22,84 Sekunden aus dem Vorjahr um mehr als eine Zehntelsekunde.
Ausblick und weitere Wettbewerbe
Die deutschen Schwimmer stehen an diesem Dienstag vor weiteren wichtigen Aufgaben. Luca Armbruster startet um 18:37 Uhr im Finale über 50 Meter Schmetterling. Ebenfalls im Endlauf stehen Lise Seidel über 200 Meter Rücken, die im Halbfinale die fünftbeste Zeit (2:09,43 Minuten) schwamm, sowie Melvin Imoudu über 100 Meter Brust.
Große Erwartungen gelten zudem Isabel Gose, der Freiwasser-Europameisterin, die über 800 Meter im Becken antritt. Für Lukas Märtens bietet die EM die Chance auf einen weiteren Titel: Sollte er über 400 Meter Freistil gewinnen, wäre er gleichzeitig Olympiasieger, Weltrekordhalter, Weltmeister und Europameister. Zudem hat er über 200 Meter Freistil gute Medaillenchancen.
Ergebnisse der Becken-Wettbewerbe (Auswahl)
| Disziplin | Athleten / Team | Ergebnis / Platz | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| 4x200m Freistil (M) | Märtens, Sorgius, Bäschnitt, Jahn | 7:02,28 (Bronze) | Deutscher Rekord |
| 4x200m Freistil (W) | Tobehn, Roth, Holt, Maier | 7:49,14 (4. Platz) | Deutscher Rekord |
| 50m Schmetterling | Luca Nik Armbruster | 22,71 (Finale) | Deutscher Rekord |
| 400m Lagen | Cedric Büssing / Finn Hammer | 4. / 5. Platz | – |
Bei den 400 Meter Lagen verlief es für Deutschland weniger erfolgreich: Cedric Büssing belegte mit 4:14,16 Minuten den vierten Platz, während Finn Hammer mit 4:14,31 Minuten den fünften Rang erreichte. Gold gewann Ilia Borodin, der für ein BILD startete.
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