Der britische Finanzdienstleister Revolut hat eine Banklizenz in Frankreich erhalten, die von der Aufsichtsbehörde ACPR und der Europäischen Zentralbank (EZB) genehmigt wurde. Das Unternehmen plant, Paris als Hauptsitz für Westeuropa auszubauen und insgesamt über 600 neue Stellen in der Region zu schaffen.
Revolut treibt seine Expansion in Europa voran. August 2026, mitteilte. Die Entscheidung der französischen Aufsichtsbehörde ACPR und der Europäischen Zentralbank (EZB) ermöglicht es dem Unternehmen, seine regulatorische Struktur in der EU grundlegend zu ändern.
Personalaufbau und strategischer Fokus auf Paris
Mit der neuen Lizenz plant Revolut, Paris zum zentralen Knotenpunkt für seine Aktivitäten in Westeuropa zu machen. Dieser strategische Schritt geht mit einem erheblichen Personalaufbau einher: In Frankreich sollen rund 400 neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingestellt werden. Insgesamt sieht das Unternehmen in Westeuropa die Schaffung von mehr als 600 neuen Stellen vor, laut einem Bericht von T-online.
Bisher steuerte Revolut sein Geschäft innerhalb der Europäischen Union über eine litauische Lizenz. Diese Struktur wird nun schrittweise aufgelöst. Die Kunden sollen sukzessive auf die französische Gesellschaft übertragen werden. Dieser Prozess beginnt in Frankreich und wird anschließend auf weitere Märkte ausgeweitet, darunter Deutschland, Italien, Spanien, Portugal und Irland.
Lokale Produkte und Marktwachstum in Deutschland
Die neue Lizenz erweitert das Produktportfolio von Revolut erheblich. Das Unternehmen kann nun Dienstleistungen anbieten, die spezifisch auf lokale Märkte zugeschnitten sind, wie etwa regulierte Sparprodukte und Kredite. Damit positioniert sich die Neobank als direkter Konkurrent für etablierte Geldhäuser.
Besonders im deutschen Markt strebt Revolut ein schnelles Wachstum an. Derzeit verzeichnet das Unternehmen in Deutschland rund drei Millionen Kunden. Bis zum Ende des Jahres will Revolut diese Zahl auf fünf Millionen steigern, wie T-online berichtet.
Bewertung von 115 Milliarden Dollar übertrifft Traditionsbanken
Die finanzielle Schlagkraft des Unternehmens spiegelt sich in seiner Marktbewertung wider. Bei einem kürzlich erfolgten Aktienverkauf von Altaktionären an Investoren wurde Revolut laut Insiderangaben mit 115 Milliarden Dollar bewertet. Diese Summe übersteigt die Bewertungen traditioneller Bankinstitute wie der französischen Société Générale oder der britischen Barclays deutlich.
Der Weg zur derzeitigen Marktposition begann im Jahr 2015. Revolut startete damals mit einer Prepaid-Karte, die Reisenden den Umtausch und die Abhebung von Geld im Ausland ohne die üblichen hohen Bankgebühren ermöglichen sollte. Heute gilt das Unternehmen als eine der wertvollsten Neobanken weltweit.
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