Ein schweres Erdbeben der Magnitude 7,4 erschütterte am Montag den Westen Kolumbiens mit dem Epizentrum in San Jose Del Palmar. Das Beben verursachte schwere Gebäudeschäden in Städten wie Quibdó und Cali sowie Evakuierungen bis nach Bogotá. Verletzte wurden gemeldet, während in Cali Menschen in eingestürzten Gebäuden eingeschlossen sein sollen.
Die Erschütterungen waren so intensiv, dass sie bis in das benachbarte Ecuador spürbar waren. Laut Angaben des U.S. Geological Survey (USGS) und der kolumbianischen Geologiebehörde lag das Epizentrum in San Jose Del Palmar, einer Gemeinde mit etwa 4.800 Einwohnern in der Region Chocó. Das Beben ereignete sich in einer Tiefe von 107 Kilometern, etwa 400 Kilometer westlich der Hauptstadt Bogotá.
Zerstörungen in Quibdó, Cali und Manizales
In der Regionalhauptstadt Quibdó, einer Stadt mit rund 130.000 Einwohnern, meldete die Gouverneurin von Chocó, Nubia Córdoba, über soziale Medien erhebliche Schäden. Sie bestätigte, dass es Verletzte und schwere Schäden an Gebäuden gebe, nannte jedoch keine genauen Opferzahlen.

Die Lage in Cali, einer Metropole mit zwei Millionen Menschen, ist laut Bürgermeister Alejandro Eder besonders kritisch. Er gab an, dass Bewohner in mindestens 19 eingestürzten Gebäuden gefangen seien. Lokale Medien verbreiteten zudem Aufnahmen von kollabierenden Häusern und kleineren Bauwerken in den Städten Pereira, Cali und Quibdó.
Auch in Manizales, etwa 300 Kilometer westlich von Bogotá, kam es zu einem markanten Einsturz: Einer der Türme der neugotischen Kathedrale stürzte ein und fiel auf das Kirchenschiff.
Reaktionen der Regierung und Notfallmaßnahmen
Der kolumbianische Präsident Abelardo de la Espriella kündigte über die Plattform X an, die Wiederherstellungsmaßnahmen persönlich zu beaufsichtigen. Zur Koordination der Hilfe soll ein Notfallzentrum direkt in San Jose del Palmar eingerichtet werden.

Die Intensität des Bebens führte dazu, dass Menschen in weiten Teilen des Landes ihre Wohnungen und Bürogebäude verlassen mussten. Evakuierungen wurden sogar in Bogotá gemeldet.
Seismische Risiken in Kolumbien und Venezuela
Während kleinere Erschütterungen, sogenannte „Temblores, im zentralen und westlichen Kolumbien häufig vorkommen, sind Beben über der Magnitude 6,0 selten. Die Region hat jedoch eine Geschichte verheerender Ereignisse. Im Jahr 1999 forderte ein Erdbeben der Magnitude 6,2 in der Nähe der Stadt Armenia mehr als 1.100 Todesopfer.
Das aktuelle Ereignis folgt auf eine Serie schwerer Beben in der Region. Ende Juni erschütterten zwei aufeinanderfolgende Erdbeben der Magnitude 7,2 und 7,5 Venezuela. Diese Katastrophen zerstörten hunderte Gebäude und forderten laut Berichten mehr als 5.000 Todesopfer.
Die aktuelle Situation in Kolumbien bleibt angesichts der eingestürzten Gebäude in Cali und der noch nicht vollständig bezifferten Verletztenzahlen in der Region Chocó instabil.
