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Technik und Wissenschaft

Bundesregierung beschließt Strategie zum Ausbau deutscher Rechenzentren

Die Bundesregierung hat eine nationale Rechenzentrumsstrategie beschlossen, um die Rechenkapazitäten in Deutschland bis 2030 mindestens zu verdoppeln. Ziel ist es, durch 28 konkrete Maßnahmen den massiven Rückstand gegenüber den USA aufzuholen.

Deutschland versucht, die infrastrukturellen Lücken im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz zu schließen. Während die USA über eine Rechenleistung von mehr als 48 Gigawatt verfügen, kommt Deutschland laut einer Studie des Digitalverbands Bitkom auf etwa drei Gigawatt. Damit ist die US-Kapazität sechzehnmal so hoch; allein die zehn größten US-Rechenzentren erreichen in ihrer Summe etwa die Leistung aller deutschen Anlagen zusammen.

Die nationale Rechenzentrumsstrategie und ihre 28 Maßnahmen

Um diesen Abstand zu verringern, setzt die Bundesregierung auf eine neue Strategie, die drei Schwerpunkte definiert: Technologie und digitale Souveränität, Standorte und Flächen sowie Energie und Nachhaltigkeit. Die Strategie sieht vor, Genehmigungsverfahren zu beschleunigen, neue Standorte zu erschließen und wettbewerbsfähige Strompreise zu ermöglichen.

Zusätzlich sollen energieeffizientere Rechenzentren gefördert werden, die verstärkt auf erneuerbare Energien setzen und Abwärme nutzen. Dennis Kenji-Kipker, IT-Experte vom cyberintelligence.institute, bewertet diesen Schritt im Gespräch mit der ARD-Finanzredaktion als essenziell.

Laut Kipker macht die Strategie Deutschland zwar nicht sofort zur Weltspitze, sie sei jedoch die notwendige Voraussetzung, damit das Land bei dieser Schlüsseltechnologie nicht weiter zurückfällt.

Strombedarf und Ressourcen als Engpass

Der Ausbau stößt in der Realität an physische Grenzen. Moderne KI-Rechenzentren, die Tausende Spezialprozessoren gleichzeitig für das Training großer Sprachmodelle benötigen, verbrauchen enorme Mengen an Energie. Jens Gröger vom Öko-Institut erklärt gegenüber der ARD-Finanzredaktion, dass ein solches Zentrum so viel Strom verbrauchen kann wie eine Kleinstadt.

Neben dem Strom sind vor allem leistungsfähige Netzanschlüsse, geeignete Industrieflächen und – je nach gewählter Kühltechnik – Wasser entscheidende Faktoren, die an vielen Standorten fehlen. Gröger betont deshalb die Notwendigkeit, den Ausbau künftig enger mit der staatlichen Energieplanung zu verzahnen.

Chance für die Wärmewende und spezialisierte KI-Infrastruktur

Rechenzentren werden nicht nur als Energieverbraucher, sondern auch als potenzielle Partner der Energiewende betrachtet. Laut Jens Gröger könnten sie gezielt dort entstehen, wo ausreichend erneuerbare Energien verfügbar sind. Durch die Nutzung von Batteriespeichern und die Einspeisung von Wärme in Nahwärmenetze könnten sie aktiv zur Wärmewende beitragen.

Kabinett beschließt Strategie zum Ausbau von Rechenzentren

Gleichzeitig warnt Gröger davor, blind dem US-Vorbild riesiger Rechenzentren für generative KI zu folgen. Er argumentiert, dass Deutschland nicht verzweifelt riesige KI-Lösungen nachbauen müsse, da viele Anwendungen solche Anlagen gar nicht benötigen.

  • Öffentliche Verwaltung.

Solche spezialisierten Modelle benötigen laut Gröger häufig deutlich weniger Rechenleistung als universelle große Sprachmodelle, die eine Vielzahl unterschiedlicher Aufgaben erfüllen sollen.

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Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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