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Welt

Britische Autofahrer stehlen täglich knapp 200.000 Pfund an Treibstoff

Seit dem Beginn des Iran-Krieges und dem damit verbundenen Preisanstieg stehlen Autofahrer in Großbritannien durchschnittlich 194.000 Pfund an Treibstoff pro Tag. Dies geht aus Analysen des Unternehmens bbc.co.uk hervor, das auf die Prävention von Treibstoffdiebstählen spezialisiert ist.

Anstieg der Diebstähle und finanzielle Auswirkungen

In den fünf Monaten nach dem 28. Februar, dem Beginn des Konflikts, stieg die Zahl der Vorfälle, bei denen Treibstoff ohne Bezahlung entnommen wurde, um 20 Prozent im Vergleich zu den vorangegangenen fünf Monaten. Aufgrund der höheren Preise an den Zapfsäulen stieg der Gesamtwert des gestohlenen Kraftstoffs in diesem Zeitraum um 48 Prozent an. Die täglichen Verluste erreichten so den geschätzten Durchschnitt von 194.000 Pfund über alle 8.359 Tankstellen des Vereinigten Königreichs hinweg.

Die Menge des gestohlenen Treibstoffs nahm ebenfalls zu: von geschätzten 87.000 Litern auf 108.900 Liter pro Tag, was einer Steigerung von 24 Prozent entspricht. Die Daten basieren auf einer repräsentativen Stichprobe von 550 Tankstellen. Die registrierten Vorfälle steigerten sich in dieser Stichprobe von etwa 2.400 auf durchschnittlich 2.872 tägliche Ereignisse.

Besonders auffällig ist die Entwicklung bei Ersttätern. Hier verzeichnete Forecourt Eye einen Anstieg der Vorfälle um 23 Prozent und eine Zunahme des gestohlenen Volumens um 26 Prozent. Im Vergleich dazu stiegen diese Werte bei Wiederholungstätern um 17 Prozent bzw. 20 Prozent.

Ursachen und Preisentwicklung

Der Konflikt im Nahen Osten führte zu erheblichen Störungen der Ölversorgung in der Region, was die Großhandelspreise und damit die Kosten an den britischen Pumpen in die Höhe trieb. So kletterte der Durchschnittspreis für einen Liter Benzin auf 160p, was etwa 27p mehr als vor dem Konflikt ist und einen Höchststand seit dreieinhalb Jahren darstellt. Diesel liegt mit 179p pro Liter etwa 37p über dem Niveau vor dem Krieg.

Britische Autofahrer stehlen täglich knapp 200.000 Pfund an Treibstoff
Photo: mirror.co.uk

Zu den Diebstählen zählen sogenannte „Drive-offs, bei denen gar kein Bezahlversuch unternommen wird, sowie Fälle, in denen Kunden behaupten, nach dem Tanken kein Zahlungsmittel mehr zu besitzen. Ben Lawrence, Direktor von Lawrences Garages, wies darauf hin, dass Treibstoffdiebstähle früher oft von Personen begangen wurden, die in andere Straftaten verwickelt waren. Aufgrund der steigenden Lebenshaltungskosten sei dies heute nicht mehr der Fall.

Belastung für unabhängige Betreiber

Neben den finanziellen Verlusten berichten Tankstellen laut Forecourt Eye von einer Zunahme von Missbrauch, Einschüchterung und Gewalt durch frustrierte Kunden. Gordon Balmer, Exekutivdirektor der Petrol Retailers Association, bestätigte, dass seine Mitglieder verstärkt Aggressionen gegenüber Mitarbeitern melden, die keinen Einfluss auf die angezeigten Preise haben.

A close-up of a woman's hand, with pink nail varnish, holding a green petrol pump
Photo: bbc.co.uk

Technologische Gegenmaßnahmen

Um der organisierteren und raffinierteren Kriminalität zu begegnen, plant Forecourt Eye eine Partnerschaft mit dem Unternehmen Facewatch. Ab dem Herbst wird mehr als 2.000 Einzelhändlern kostenloser Zugang zu einer Technologie zur Meldung von Straftaten gewährt. Dies soll die Erfassung von Treibstoffdiebstählen und Ladendiebstählen erleichtern.

Nutzer haben zudem die Möglichkeit, einem Live-Netzwerk für Gesichtserkennung beizutreten, um über bekannte Täter informiert zu werden. Michelle Henchoz, Geschäftsführerin von Forecourt Eye, betonte die Notwendigkeit vernetzter Technologien zum Schutz von Tankstellen und zugehörigen Convenience-Stores. Gordon Balmer bezeichnete die Bündelung solcher Technologien als positiven Schritt für die Branche, um Ermittlungen der Polizei zu unterstützen.

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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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