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07:30 Brent-Preis dreistellig – und klettert weiter – n-tv.de

Der Preis für Nordseeöl Brent ist am Freitagmorgen erstmals seit Mai über die Marke von 100 Dollar pro Barrel gestiegen, was weltweit die Aktienmärkte belastete. Der DAX verlor 1,6 Prozent und sank unter die 25.000-Punkte-Marke, während der US-Index Dow Jones um ein Prozent sank.

Eskalation im Iran-Krieg und Schifffahrtsblockaden

Die Angriffe der mit dem Iran verbündeten Huthi-Miliz auf saudische Tanker im Roten Meer und die nahezu vollständige Blockade der strategisch wichtigen Straße von Hormus führten zu einer drastischen Erhöhung der Ölpreise. Laut dem Analysehaus Kpler passierte am Donnerstag nur ein einziger Tanker die Meerenge, der niedrigste Stand seit dem 7. Mai. „Zwei der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt sind im selben Monat bedroht, und die Märkte fangen gerade erst an zu begreifen, was das bedeutet, sagte Nigel Green, Chef der Finanzberatung deVere Group, gegenüber tagesschau.de.

Der Brent-Preis stieg über Nacht um sieben Prozent auf ein Zwei-Monats-Hoch von 102 Dollar, während das US-Öl WTI bei 91,82 Dollar notierte. Der Anstieg des Ölpreises auf über 100 Dollar belastete auch die Aktienmärkte in Asien, wo der MSCI-Index um ein Prozent und der Nikkei-Index um 3,0 Prozent sank.

Marktreaktionen und Unternehmensberichte

Die Reaktion der Börsen war stark: Der DAX stand am Morgen mit einem Minus von 0,2 Prozent bei 24.714 Punkten, während der Dow Jones nachbörslich um ein Prozent sank. SAP meldete im zweiten Quartal einen Umsatzanstieg von neun Prozent auf 9,88 Milliarden Euro, doch der Ausblick für 2026 wurde gesenkt. Intel profitierte von der boomenden Nachfrage nach Halbleitern für KI-Rechenzentren, wobei der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr auf 16,1 Milliarden Dollar stieg.

Marktreaktionen und Unternehmensberichte
Photo: Spiegel

„Die Zahlen sind insgesamt großartig, aber bei vielen Unternehmen gab es Details, die die Aktie fallen ließen“, sagte Matt Miskin, Anlagestratege bei Manulife John Hancock Investments, gegenüber tagesschau.de.”

Prognosen und Risiken

Analysten warnen vor weiteren Steigerungen des Ölpreises, falls die Blockade der Straße von Hormus anhält. Goldman Sachs prognostizierte, dass der Brent-Preis im vierten Quartal bei 120 Dollar pro Barrel liegen könnte, falls die Route länger blockiert bleibt. „Wenn kein Transport stattfindet, muss man sparsam mit dem Öl umgehen. Und Sparsamkeit erreicht man durch höhere Preise, sagte Jay Hatfield, Geschäftsführer vom Investmenthaus Infrastructure Capital Management, gegenüber boerse.de.

Prognosen und Risiken
Photo: boerse.de

Zusätzlich zur Krise im Iran sorgte Kasachstan für Unsicherheit, nachdem das ölreiche Land seine Fördermengen reduziert hatte. Das Energieministerium begründete den Schritt mit Sicherheitsbedenken am Terminal des Kaspischen Pipeline-Konsortiums in Russland. Diese Entwicklungen trugen zur Unsicherheit auf den Märkten bei, da sie die globale Ölversorgung zusätzlich belasteten.

Was kommt als nächstes?

Die nächste Zinssitzung der US-Notenbank Federal Reserve im nächsten Woche wird entscheidend sein, da die Steigerung der Ölpreise die Inflation weiter beeinflussen könnte. Analysten erwarten, dass die Fed die Zinsen in der kommenden Woche unverändert lässt, mit einer Wahrscheinlichkeit von etwa 64 Prozent. Gleichzeitig werden die Märkte auf die Entwicklung der Schifffahrtsrouten und die Reaktion der Regierungen achten, um die Auswirkungen auf die globale Wirtschaft einzuschätzen.

Die aktuelle Situation zeigt, wie eng die Verknüpfung zwischen geopolitischer Instabilität, Energiepreisen und Finanzmärkten ist. Mit der Eskalation im Iran-Krieg und den eingeschränkten Schifffahrtsrouten bleibt die Volatilität auf hohem Niveau, während Investoren und Analysten die nächsten Schritte abwarten.

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Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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