Im Sommer 2026 setzen immer mehr Schweizer Reisende auf sogenannte Coolcations in nördlichen Regionen, um der extremen Hitze im Mittelmeerraum zu entgehen.
Dertour Suisse: 14 Prozent der Buchungen entfallen auf Coolcations
Die Sommerhitze verändert das Buchungsverhalten in der Schweiz spürbar. Der internationale Reisekonzern Dertour berichtet, dass rund 14 Prozent der Sommerbuchungen auf sogenannte Coolcations entfallen – Reisen in Regionen mit milderen Temperaturen. Besonders in der Deutschschweiz ist dieser Trend stark ausgeprägt; hier stieg die Nachfrage im Vergleich zum Vorjahr um etwa 12 Prozent, wie 20 Minuten über die Mediensprecherin Janine Zimmerli berichtete.Der Tourismus-Experte und Präsident von Zug Tourismus, Andreas Zgraggen, bestätigt eine leichte Verschiebung. Ziele in Skandinavien, Kanada und Alaska erleben laut Zgraggen derzeit einen Boom. Er ordnet dies jedoch als leichten Anstieg ein und betont, dass es nicht von einer generellen Abkehr vom Mittelmeer die Rede sei.Trotz der Flucht in den Norden bleiben die klassischen Badeferien der Favorit. Eine Analyse von Moneycab zeigt, dass Spanien und Griechenland schweizweit an der Spitze der beliebtesten Ferienländer stehen.Regionale Unterschiede zwischen Deutsch- und Westschweiz

| Region | Budget Badeferien | Budget Individual-/Spezialreisen |
|---|---|---|
| Deutschschweiz | – 4,5 Prozent | + 7,9 Prozent |
| Westschweiz (Romandie) | – 2,4 Prozent | + 10 Prozent |
Trenddestinationen: Von Schottland bis Island
Was genau eine Coolcation ist, erklären die Reiseveranstalter als bewusste Wahl kühlerer Orte in den heißen Monaten. Die Liste der Trendziele ist lang. Laut Muriel Wolf Landau von Hotelplan sind dieses Jahr vor allem Schottland, England und Norwegen gefragt, gefolgt von Island, Irland, Finnland, Schweden und Dänemark.Kuoni ergänzt diese Liste um das Baltikum. Markus Flick von Kuoni berichtet, dass Nordeuropa insgesamt 17 Prozent der Kunden des Unternehmens anlockt. Auch die Alpen bleiben eine beliebte sommerliche Alternative.Für Spontane gibt es spezifische Empfehlungen der Branche:- Norwegen: Empfohlen von Hotelplan für Familien, aktive Paare und Senioren.
Der Boom der Nordseeinsel Sylt

Die Logik der Hitze: Klimaanlagen als Entscheidungskriterium
Nicht jeder Schweizer flieht vor der Hitze in den Norden. Einige nutzen die Infrastruktur des Südens, um der Hitze in der Schweiz zu entkommen. Ein Beispiel ist der Fall von Mario (37), der spontan nach Kroatien reiste, weil er in seinem Hotelzimmer in Neuenburg wegen der Temperaturen nicht schlafen konnte.Sein Argument für den Süden trotz Hitzewelle: In Kroatien gehörten klimatisierte Unterkünfte, Restaurants und Cafés zum Standard, selbst in günstigen Hostels. Im Gegensatz zu den stickigen Schweizer Innenstädten wehe dort zudem oft ein Wind und das Meer biete Erfrischung.Andere, wie Jan (20), entscheiden sich bewusst gegen den Süden. Er wählte Norwegen, um Temperaturen zwischen 20 und 25 Grad zu genießen, statt Hitzerekorde zu erleben. Er berichtet, dass der Süden im Sommer mittlerweile zu heiß, zu teuer und zu überfüllt sei.Geopolitische Verschiebungen bei Fernreisen
Neben dem Klima beeinflussen politische Konflikte die Wahl der Reiseziele. Der Iran-Krieg sorgt laut Dertour für Verschiebungen bei Fernreisen. Viele Reisende weichen auf westliche Destinationen wie Kanada oder Ziele in der Karibik aus. Klassiker wie die Malediven und Mauritius bleiben jedoch gefragt, während afrikanische Länder wie Tansania und kombinierte Safari-Reisen an Bedeutung gewinnen.Find more reporting in our Nachrichten section.

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