Der Iran beginnt am 3. Juli 2026 die sechs Tage dauernden Trauerfeierlichkeiten für den getöteten Obersten Führer Ali Khamenei. Millionen Menschen versammelten sich in Teheran, um den 36 Jahre lang an der Macht gewesenen Staatschef zu ehren, der im Februar bei US-amerikanischen und israelischen Luftangriffen ums Leben kam.
Der Ablauf der Trauerfeierlichkeiten in Teheran und darüber hinaus
Das Programm der staatlichen Trauerfeierlichkeiten ist weiträumig angelegt und erstreckt sich über mehrere religiöse Zentren. Am Samstag und Sonntag finden im Grand Mosalla, einem massiven Moschee- und Gebetskomplex im Zentrum von Teheran, die Aufbahrung des Sarges sowie Gebete statt. Für Montag ist eine große Trauerprozession durch die Straßen der Hauptstadt geplant. Die Zeremonien beschränken sich nicht auf Teheran. Weitere Veranstaltungen sind in Qom, dem Zentrum der religiösen Gelehrsamkeit des Iran, sowie in Irak geplant, wo sich zwei der bedeutendsten Schiiten-Schreine befinden. Die Ausweitung der Feierlichkeiten über die Landesgrenzen hinaus dient laut NBC News dazu, die regionale Bedeutung der Islamischen Revolutionsgarde (IRGC) zu unterstreichen. Den Abschluss bilden die Bestattungen am Donnerstag in Khameneis Heimatstadt Maschhad, dem Standort des prominentesten schiitischen Schreins im Land.Die Rolle der IRGC und die Machtverschiebung im Regime

Die Ungewissheit um Mojtaba Khamenei und die Nachfolge
Strategische Inszenierung der Stärke nach den Luftangriffen

das wichtigste Ereignis dieses Jahrhunderts.
Für die Führung in Teheran ist die Mobilisierung von Millionen von Menschen ein notwendiges Signal an die internationale Gemeinschaft und die eigene Bevölkerung.
„Sie möchten es als ein Signal für die Stärke der Islamischen Republik, die Fähigkeit, äußerem Druck zu widerstehen, und die Resilienz darstellen. Sie werden ihr Bestes tun, um die Loyalität des sogenannten Volkes zur Islamischen Republik zu zeigen. Mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln werden sie versuchen, so viele Menschen wie möglich zu bringen.“
Sina Azodi, Direktor des Programms für Nahoststudien an der George Washington University
Dieser Versuch der Legitimation wird durch eine aggressive Rhetorik flankiert. Ghalibaf forderte die Bevölkerung dazu auf, die Botschaft des Landes in die Welt zu tragen:
„Wir müssen aufstehen und den Ruf der Nation (nach der Rache für das Blut des Märtyrer-Führers) in die Welt tragen, damit die Welt weiß, dass die edle Nation des Iran angesichts von Unterdrückung und Arroganz nicht schweigen wird.“
Mohammad Bagher Ghalibaf, Parlamentssprecher
Während die staatlichen Medien den 86-jährigen Khamenei konsequent als „Märtyrer“ bezeichnen, bleibt die politische Lage fragil. Die Kombination aus einem fragilen Friedensabkommen mit den USA und einer Führung, die durch den Verlust ihrer zentralen Figur und der physischen Abwesenheit des Nachfolgers geschwächt ist, macht die kommenden Tage zu einem kritischen Test für die Stabilität der Islamischen Republik.
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