Der Animationsfilm „Minions & Monsters“ von Illumination/Universal startete am Mittwoch mit einem Einspielergebnis von 14,23 Millionen US-Dollar, berichtet Deadline. Die Produktion von Pierre Coffin ist der siebte Teil einer Franchise mit einem Gesamteinspielergebnis von 5,6 Milliarden US-Dollar und erreicht eine CinemaScore-Bewertung von A-.
Einspielergebnisse und Marktposition im Juli
Photo: Deadline
Mit 14,23 Millionen US-Dollar an seinem ersten Tag übertraf „Minions & Monsters“ die ursprünglichen Schätzungen von 13,75 Millionen US-Dollar. Damit belegt der Film den viertbesten Start eines Animationsfilms an einem Mittwoch im Juli. Er liegt hinter „Ich – Despicable Me 2“ (35 Mio. USD), „Ich – Despicable Me 4“ (27,2 Mio. USD) und „Ice Age 2 – Das Eremitagetal“ aus dem Jahr 2009 (13,79 Mio. USD).
Die Produktionskosten beliefen sich auf netto 85 Millionen US-Dollar vor den weltweiten Marketingausgaben. Während das inländische Geschäft im Laufe des Feiertagswochenendes schwanken könnte, wird erwartet, dass die internationalen Märkte die Führung übernehmen, da diese bei der Franchise typischerweise über 60 Prozent des Umsatzes ausmachen. Der Film ist bereits in 69 Territorien gestartet.
Im direkten Vergleich mit der aktuellen Konkurrenz behauptet sich der Illumination-Titel deutlich. Disney/Pixars „Toy Story 5“ erzielte am Mittwoch 7,8 Millionen US-Dollar, was einem Rückgang von 38 Prozent gegenüber dem Dienstag (12,6 Mio. USD) entspricht. Das Gesamtergebnis für den von Andrew Stanton Regie geführten Film liegt bei 326,6 Millionen US-Dollar. Warner Bros/DCs „Supergirl“ belegte mit 2,1 Millionen US-Dollar den dritten Platz, mit einem Gesamtergebnis nach sechs Tagen von 46,5 Millionen US-Dollar.
Film
Mittwoch-Einspielung
Status/Gesamtsumme
Minions & Monsters
14,23 Mio. USD
Platz 1 (Starttag)
Toy Story 5
7,8 Mio. USD
326,6 Mio. USD (Gesamt)
Supergirl
2,1 Mio. USD
46,5 Mio. USD (6 Tage)
Besonders hervorzuheben ist die kritische Resonanz. Mit einer Bewertung von 90 Prozent „certified fresh“ ist „Minions & Monsters“ der am besten bewertete Film in der 16 Jahre alten Geschichte der Franchise.
Eine Hommage an die Ära des Stummfilms
Minions & Monsters – A Review for Parents
Die Handlung führt die Minions zurück in die 1920er Jahre, die Blütezeit Hollywoods. Laut Time Magazine ist der Film tief in der Filmgeschichte verwurzelt. Bereits die Eröffnungstitel zeigen die gelben Helfer in Montagen klassischer Stummfilme, darunter Werke von Eadweard Muybridge, George Méliès und den Brüdern Lumière.
Die Referenzen sind spezifisch und detailreich:
The Horse in Motion (1878): Minions galoppieren auf einem Pferd.
Dog Running (1887): Die Figuren rennen neben einem Hund her.
L’Arroseur Arrosé (1895): Ein Gärtner wird von den Minions ausgetrickst.
Workers Leaving the Lumière Factory (1895): Die Minions beenden einen langen Arbeitstag.
Train Pulling Into a Station (1896): Die Minions sind am Bahnhof präsent.
A Trip to the Moon (1902): In einer Anlehnung an Méliès wird eine Minion zum Mond, in dessen Auge die Kapsel landet.
Regisseur Pierre Coffin erklärte gegenüber The Guardian, dass die Wahl dieser Ära bewusst getroffen wurde, da dies die Zeit war, in der das Kino zu einer Industrie wurde und Regisseure wie Fritz Lang und Michael Curtiz aus Osteuropa einwanderten, um Studios aufzubauen. Coffin integrierte zudem visuelle Anspielungen auf Harold Lloyd, Buster Keaton und Charlie Chaplin. Der Film spielt mit der Idee, dass ikonische Filmszenen der Geschichte nur deshalb so wurden, weil die Minions darin involviert waren. Sogar die Nouvelle Vague wird parodiert; am Ende des Films wird gezeigt, wie die Minions das Editing-Zimmer von Außer Atem (Breathless) stören, was laut Coffin die „wackelige“ Optik des Originals erklärt.
Die Biologie der Minions und Pierre Coffins Vision
Photo: The Guardian
In einem Interview befasste sich Coffin mit den oft diskutierten Fragen zur Natur der Minions. Auf die Frage nach weiblichen Minions zeigte er sich skeptisch.
„Eine weibliche Minion wäre der Anfang vom Ende. Universal würde es wollen, weil sie denken, dass es alle Frauen da draußen erfreuen würde. Aber ich bin nicht überzeugt. Wenn ich eine Frau wäre, würde ich denken, dass es tokenistisch ist.“
Pierre Coffin, Regisseur
Coffin räumte ein, dass die Idee einer Insel mit einem weiblichen Stamm kurzzeitig geprüft wurde, dies jedoch nicht weiterverfolgt wurde. In seiner Vorstellung sähen weibliche Minions exakt so aus wie männliche. Zur Fortpflanzung stellte er klar, dass die Minions sich nicht vermehren, sondern einfach existieren. Ebenso altersresistent sind sie: Minions altern nicht.
Die Charakterentwicklung hat sich über die Jahre gewandelt. Während sie in den ersten beiden „Ich – Despicable Me“-Filmen als homogene Gruppe fungierten, erhielten sie in den „Minions“-Filmen distinkte Persönlichkeiten: Kevin steht für Autorität, Stuart für Distanziertheit und Bob für Naivität. Ein neuerer Charakter, Otto, wird als jemand beschrieben, der auf eine einfache Frage mit seinem gesamten Lebenslauf antwortet.
„Wie läuft’s?“
Beispielhafte Frage an Otto
„Oh, alles läuft bestens. Ich liebe das Wetter. Du wirst nicht glauben, was mir heute passiert ist …“
Otto, Minion (via The Guardian)
Auch die Vorliebe für Bananen hat einen pragmatischen Hintergrund. Coffin gab zu, selbst kein großer Fan der Frucht zu sein, wählte sie aber aufgrund der Farbe und der praktischen „eigenen Verpackung“ als passendes Verlangen für die gelben Gestalten aus.
Mit der Kombination aus einer Meta-Erzählung über die Filmgeschichte und der bewährten Slapstick-Komik positioniert sich „Minions & Monsters“ als qualitativer Sprung für die Franchise. Während frühere Teile wie „Minions“ (2015) und „Ich – Despicable Me 3“ (2017) die Milliardenmarke knackten, setzt der aktuelle Teil auf eine stärkere künstlerische Verankerung, was sich in den bisherigen Kritiken widerspiegelt.
Sophie Krueger leitet das Unterhaltungsressort von Germanic Nachrichten. Ihr Schwerpunkt liegt auf Film, Streaming, Popkultur und prominenten Entwicklungen mit redaktioneller Einordnung und sauberer Quellenlage.
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