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Alpine A390 GTS mit 470 PS im Rennstreckentest!

Die Alpine A390 GTS startet als neues Elektro-Flaggschiff mit einer Systemleistung von 470 PS. Das fünftürige Fastback-Modell soll die Marke über die Nische hinauswachsen lassen und kombiniert Sportwagen-Dynamik mit Alltagstauglichkeit. Die Topvariante beschleunigt in 3,9 Sekunden auf 100 km/h und positioniert sich als elektrische Alternative zu Oberklasse-Limousinen.

Leistungssprung der GTS gegenüber der GT-Variante

Die A390 GTS markiert die Spitze der neuen Modellreihe. Im Vergleich zur Basis-GT-Variante bietet das Topmodell exakt 70 PS mehr Leistung, was die Gesamtsystemleistung auf 470 PS hebt. Dieses Leistungsplus wirkt sich unmittelbar auf die Beschleunigung aus: Während die GT-Version 4,8 Sekunden für den Sprint von 0 auf 100 km/h benötigt, erledigt die GTS diesen Vorgang in 3,9 Sekunden.Ein zentrales Element der Performance ist das maximale Drehmoment von 824 Nm, das über drei Elektromotoren an die Straße gebracht wird. Die Höchstgeschwindigkeit ist auf 220 km/h begrenzt. Für diese Steigerung verlangt Alpine einen deutlichen Aufpreis; die GTS ist etwa 20.000 Euro teurer als die GT-Variante.
MerkmalA390 GTA390 GTS
Systemleistung400 PS470 PS
Beschleunigung (0-100 km/h)4,8 Sekunden3,9 Sekunden
DrehmomentK.A.824 Nm
Startpreisab 67.500 Euroab 78.000 Euro

Strategischer Kurswechsel: Vom Nischenplayer zum Volumenwachstum

Alpine befindet sich in einer Phase der Transformation. Das Ziel ist klar: Die Marke will ihre Abhängigkeit von kleinen Stückzahlen beenden. Laut Autogazette.de konnte Alpine seinen Absatz im Vorjahr um gut 139 Prozent steigern, was einer Gesamtzahl von 10.970 verkauften Modellen entspricht.Interessant ist dabei die Verteilung der Verkäufe. Der neue Hot Hatch A290 dominiert das Portfolio mit 8.198 Einheiten und macht damit 75 Prozent der Auslieferungen aus. Die traditionsreiche A110 folgt mit 2.681 Einheiten. Da die Produktion der aktuellen Verbrenner-A110 Mitte des letzten Jahres endete, füllt die A390 eine kritische Lücke im Angebot, bis 2027 der rein elektrische Nachfolger der A110 auf den Markt kommt.Philippe Krief, Chef der Renault-Tochter AlpineDiese Strategie ist überlebensnotwendig. Die starke Präsenz im Motorsport, etwa in der Formel 1 oder bei Le Mans, dient zwar als technologischer Beweis, reicht aber langfristig nicht aus, um die wirtschaftliche Existenz der Marke zu sichern. Die A390 GTS fungiert daher als wichtiges Flaggschiff, das die Marke in ein neues Segment führt.

Technische Daten und Ladeinfrastruktur des A390

Die A390 GTS ist eine fünf fürsitzige Fastback-Limousine mit einer Länge von 4,615 Metern. Trotz des sportlichen Anspruchs bietet sie mit einem Kofferraumvolumen von 532 bis 1.643 Litern eine beachtliche Alltagstauglichkeit. Die Salzburger Nachrichten beschreiben das Fahrzeug als charmante Alternative zum BMW 5er oder Audi A6.Die elektrische Architektur basiert auf einer Netto-Batteriekapazität von 89 kWh. In Sachen Energieversorgung bietet das Fahrzeug eine DC-Ladeleistung von 190 kW, während die AC-Ladeleistung bei 11 kW liegt. Die WLTP-Reichweite bewegt sich je nach Konfiguration zwischen 497 und 545 Kilometern, bei einem Verbrauch von 19,1 bis 20,9 kWh auf 100 Kilometer.Mit einem Leergewicht von 2.121 kg ist die A390 GTS ein Schwergewicht, das jedoch durch eine präzise Technik kompensiert wird. Die Kombination aus einem Frontmotor und zwei Heckmotoren ermöglicht eine flexible Kraftverteilung.

Fahrdynamik und das Erbe der A110

Die größte Herausforderung für die Ingenieure bestand darin, den Geist der extrem leichten A110 in eine über zwei Tonnen schwere Limousine zu übertragen. Die Lösung ist ein Active-Torque-Vectoring-System. Da die beiden hinteren Motoren die Räder unabhängig voneinander ansteuern, kann das System Unter- oder Übersteuern sowie Schlupfunterschiede aktiv korrigieren.Im Test auf dem Circuito di Vairano di Vidigulfo zeigte das Fahrzeug eine Agilität, die im Widerspruch zu seinem Gewicht steht. Über eine Taste am Lenkrad stehen fünf Fahrmodi zur Verfügung:
  • Save: Für maximale Effizienz im Alltag.
  • Normal: Ausgewogener Modus für normale Fahrten.
  • Sport: Geschärfte Reaktion für dynamisches Fahren.
  • Perso: Individuell anpassbare Einstellungen.
  • Track: Maximale Performance für die Rennstrecke.
Die A390 GTS versucht, den Spagat zwischen einer komfortablen Reiselimousine und einer „Sportskanone“ zu meistern. Während die Technik überzeugt, bleibt die preisliche Positionierung ein Risiko. Mit einem Startpreis von 78.000 Euro bewegt sich das Fahrzeug in einem Segment, in dem etablierte deutsche Premiummarken eine starke Dominanz besitzen. Die Entscheidung der Käufer wird davon abhängen, ob das „gepflegte Anderssein“ der französischen Marke ausreicht, um die Preisdifferenz zur Konkurrenz zu rechtfertigen.

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David Falk

Über den Autor

David Falk verantwortet das Wirtschafts- und Unternehmensressort von Germanic Nachrichten. Er berichtet ueber Maerkte, Mittelstand, Innovation und strategische Entwicklungen in deutschen und internationalen Unternehmen.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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