Militärische Vergeltung für Drohnenangriffe
Angriffe auf Drohnendepots und Radarsysteme
Das US-Kommando im Zentralkommando (Centcom) griff mehrere Ziele im Iran an, darunter militärische Ausrüstung, Kommunikationssysteme, Luftabwehrstandorte und Lagerstätten für Drohnen. Diese Operationen waren die direkte Antwort auf zwei separate Angriffe auf Handelsschiffe. Zunächst wurde am 25. Juni die singapurische Frachtschiff MV Ever Lovely von einer Drohne getroffen.
Kurz darauf, am Samstag, attackierte eine iranische Einwegdrohne den panamaischen Tanker MT Kiku. Laut einer Mitteilung der BBC hatte der Iran die Chance, das Waffenstillstandsabkommen einzuhalten, entschied sich jedoch gegen diesen Weg.
Die unberechtigte Aggression gegen die kommerzielle Schifffahrt durch iranische Streitkräfte hat eindeutig das Waffenstillstandsabkommen verletzt. Zudem hat das gefährliche Verhalten des Iran die Freiheit der Schifffahrt untergraben, während der Handel zunehmend durch diesen lebenswichtigen internationalen Handelskorridor fließt.

Centcom, via offizielle Stellungnahme
Die US-Militärs bezeichneten ihre Operationen als eine kraftvolle Antwort. Während die Angriffe die strategische Infrastruktur Teherans trafen, betonte Centcom, dass die Koordination und Unterstützung für Handelsschiffe in der Straße von Hormus weiterhin gewährleistet bleibt.
Scheitern des diplomatischen Memorandums

Das gescheiterte Memorandum von Juni
Die Eskalation erfolgt nur elf Tage nach einem diplomatischen Durchbruch. Am 17. Juni hatten Präsident Donald Trump und der iranische Präsident Masoud Pezeshkian ein 14-punktiges Memorandum of Understanding (MOU) unterzeichnet. Ziel dieses Abkommens war es, die Feindseligkeiten zu beenden und 60 Tage lang Gespräche über einen umfassenden Deal zur Beendigung des iranischen Atomprogramms zu führen.
Ein zentraler Punkt des Abkommens sah vor, dass der Iran beste Bemühungen für die sichere Passage von Handelsschiffen ohne Gebühren für 60 Tage unternehmen würde. Präsident Trump bezeichnete die jüngsten Drohnenangriffe gegenüber Reportern im Oval Office als eine törichte Verletzung des Vertrages.
Vizepräsident JD Vance, der die US-Verhandlungen mit Teheran leitete, warnte auf der Plattform X deutlich vor weiteren Provokationen. Er betonte, dass die USA das Abkommen geehrt hätten und Differenzen über die Anwendung des MOU telefonisch geklärt werden könnten. Sein Fazit war knapp: Gewalt wird mit Gewalt beantwortet.
Teherans Vorwürfe und militärische Gegenreaktion
Teherans Vorwürfe und Gegenangriffe
Der Iran bestreitet, den Waffenstillstand zuerst gebrochen zu haben. Das iranische Außenministerium erklärte, die Angriffe auf die Frachtschiffe seien erfolgt, weil diese nicht autorisierte Routen durch die Golf-Wasserwege genutzt hätten. Aus Sicht Teherans stellen die US-Luftschläge eine Verletzung des Interimsdeals dar.
Die Reaktion aus Teheran folgte prompt. Das Außenministerium beschuldigte das vertragsbrechenden US-Regime für die aktuelle Situation. Die Islamische Revolutionsgarde (IRGC) gab bekannt, dass ihre Marine US-Militärpositionen in der Region angegriffen habe, ohne jedoch Details zu den Zielen zu nennen.
Diese rücksichtslose Verletzung des Waffenstillstands wird, wie immer, zu einem Rückzug und Bedauern ihrerseits führen. Das gegenseitige Beschuldigen funktioniert nicht mehr.
Ebrahim Azizi, Vorsitzender der nationalen Sicherheitskommission des iranischen Parlaments
Die staatliche Nachrichtenagentur ISNA verbreitete zudem ein Versprechen der Revolutionsgarden, dass die US-Aggression nicht unbeantwortet bleibe und die Reaktion schnell und entscheidend erfolgen werde.
Ausweitung der regionalen Instabilität
Ausweitung des Konflikts auf Bahrain und Tanker
Die Spannungen beschränken sich nicht mehr nur auf den direkten Schlagabtausch zwischen den USA und dem Iran. Laut Yahoo wurde Bahrain am frühen Samstagmorgen Ziel mehrerer iranischer Drohnen. Das bahrainische Außenministerium verurteilte dies als flagrante Verletzung seiner Souveränität und warf Teheran vor, die Friedensbemühungen aktiv zu untergraben.
Gleichzeitig meldete das United Kingdom Maritime Trade Operations (UKMTO), dass ein Tanker in der Straße von Hormuz von einem nicht identifizierten Projektil getroffen wurde. Das Schiff erlitt Schäden an der Brücke, wobei die Besatzung sicher blieb und keine Umweltverschmutzung gemeldet wurde.
Diese Instabilität hat massive globale Auswirkungen. Nachdem der Iran die strategische Wasserstraße Ende Februar faktisch geschlossen hatte, stiegen die weltweiten Ölpreise sprunghaft an. Zudem wurden Lieferungen wichtiger Rohstoffe, wie etwa Düngemittel, unterbrochen.
Innerhalb der US-Regierung herrscht Uneinigkeit über die Folgen dieser Zyklen. Während Quellen aus dem Umfeld des Weißen Hauses warnen, dass die frühen Verletzungen des Waffenstillstands schlecht für den weiteren Friedensprozess stehen, sehen andere Militärquellen die US-Angriffe als kontrolliert an. Sie argumentieren, dass die USA bewusst nicht-eskalierende Ziele gewählt haben, um den diplomatischen Rahmen des MOU nicht vollständig zu zerstören.
Trump selbst hatte bereits am 8. April angedeutet, dass begrenzte Kämpfe ausbrechen könnten, ohne einen diplomatischen Deal zu gefährden. Nach seiner Logik bedeutet ein Waffenstillstand im Nahen Osten lediglich, dass man in einer moderateren Weise schießt.
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