Rund 1.100 Nachwuchsmusiker aus Österreich, Liechtenstein und Südtirol nahmen vom 23. Mai bis zum 6. Juni am Bundeswettbewerb „prima la musica“ in Eisenstadt und Pinkafeld teil. Der Wettbewerb, der über einen Zeitraum von zwei Wochen die musikalische Exzellenz junger Talente im gesamten deutschsprachigen Raum prüfte, bot eine Plattform für den nationalen Vergleich der Ausbildungskunst. Die Ergebnisse unterstreichen eine außergewöhnliche Leistungsentwicklung regionaler Musikschulen, wobei insbesondere Ensembles aus Neusiedl, Spittal und Tulln durch hohe Punktzahlen überzeugten.
Rekordbeteiligung in Eisenstadt und Pinkafeld

Der größte Jugendmusikwettbewerb Österreichs fand in diesem Jahr erstmals seit einem Jahrzehnt wieder im Burgenland statt. Durch die Rückkehr in das Burgenland konnten die Veranstaltungsorte Eisenstadt und Pinkafeld als zentrale Knotenpunkte für die musikalische Nachwuchsförderung genutzt werden. Die Fachjurys, bestehend aus hochqualifizierten Experten der verschiedenen Instrumentengruppen, bewerteten in Eisenstadt und Pinkafeld das Können der über tausend Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Die Bewertung erfolgt in der Regel nach strengen Kriterien, die sowohl die technische Präzision als auch die musikalische Interpretation und Ausdruckskraft berücksichtigen.
Die hohe Teilnehmerzahl verdeutlicht die Bedeutung des Wettbewerbs als nationales Zentrum für musikalische Nachwuchsförderung. Er dient nicht nur der Ermittlung von Spitzenleistungen, sondern fungiert auch als wichtiger Benchmark für die pädagogische Arbeit der regionalen Musikschulen.
Besonders der Bezirk Neusiedl am See konnte auf eine starke Präsenz zurückblicken. Laut Berichten von BVZ erzielten die dortigen Musikschulen eine Vielzahl an ersten Preisen, was die qualitative Entwicklung der regionalen Ausbildung widerspiegelt. Die Konzentration von Spitzenleistungen in diesem Bezirk unterstreicht die Effektivität der dortigen musikpädagogischen Konzepte.
Goldmedaillen für das Trio Cantovento und Trio Lumen

In der Kategorie Kammermusik für Holzblasinstrumente setzten mehrere Ensembles neue Maßstäbe. Die Kammermusik gilt in der musikalischen Ausbildung als eine der anspruchsvollsten Disziplinen, da sie neben der individuellen Beherrschung des Instruments ein hohes Maß an Zusammenspiel und gegenseitiger Rücksichtnahme erfordert.
Das Trio Cantovento aus dem Bezirk Neusiedl sicherte sich mit der Besetzung durch Noah Rak an der Klarinette, Hannah Sachslehner an der Oboe und Marie-Theres Allacher an der Flöte die Goldmedaille. Die harmonische Abstimmung der drei unterschiedlichen Holzblasinstrumente war ein entscheidender Faktor für die Bewertung der Jury.
Auch aus der Region Langenegg kam ein herausragendes Ergebnis: Hanna Konrad begeisterte die Jury gemeinsam mit Pia Natter an der Oboe und Ruben Neyer am Klavier. Ihr Trio Lumen erreichte in der Kategorie Kammermusik für Holzblasinstrumente 92 Punkte und erhielt damit die Auszeichnung in Gold. Das Erreichen einer Punktzahl über 90 gilt bei diesem Bundeswettbewerb als Indikator für eine herausragende künstlerische Reife.
Breite Erfolgsbilanz der Musikschule Spittal/Drau
Die Musikschule Spittal/Drau-Baldramsdorf präsentierte sich mit drei Solistinnen am Klavier und vier Ensembles so stark wie nie zuvor. Die Ergebnisse in Spittal decken ein breites Spektrum an Auszeichnungen ab, wobei die punktuellen Spitzenleistungen besonders hervorstechen. Die Vielfalt der erfolgreich vertretenen Instrumentengruppen – von der klassischen Klavierausbildung bis hin zu Blechbläser- und Hackbretter-Ensembles – zeigt die Breite des pädagogischen Angebots der Schule.
Die Einstufung in verschiedene Wertungsgruppen (WG) ist ein wesentlicher Bestandteil des Wettbewerbs, um den Leistungsvergleich zwischen Schülern unterschiedlicher Altersstufen und Erfahrungsgrade zu ermöglichen. Die Ergebnisse der Musikschule Spittal/Drau lassen sich wie folgt zusammenfassen:
- Trio Resonance (Hackbrett und Klavier): 94,50 Punkte (Gold)
- Queen of the Kings (Klarinette, Trompete, Fagott, Klavier): 92,15 Punkte (Gold)
- Marie Warmuth (Klavier Solo, WG II): 92,75 Punkte (Gold)
- Lords of Trumpets (Blechbläser): 88 Punkte (Silber)
- Ladies Trio (WG III): 86,60 Punkte (Silber)
- Sarah Ratschl (Klavier Solo, WG I): 86 Punkte (Silber)
- Marie Wiesflecker (Klavier Solo, WG III+): 74,20 Punkte (Bronze)
Das Trio Resonance erzielte mit 94,50 Punkten einen der höchsten Werte des gesamten Wettbewerbs. Dieser Erfolg ist das Resultat intensiver Vorbereitung. Musikschuldirektor Hans Brunner und die Lehrer Regina Wiesflecker sowie Peter Kosz werden als maßgebliche Faktoren für diesen Erfolg genannt. Die Betreuung durch spezialisierte Lehrkräfte ist entscheidend, um die Teilnehmer auf das Niveau eines nationalen Bundeswettbewerbs vorzubereiten.
Silber und Bronze für die Musikschule Tulln
Auch die Musikschule Tulln konnte sich auf nationaler Ebene profilieren. Das Klarinetten-Quintett „Magical Mistery“, bestehend aus Viktor Renezeder, Sophie Haferl, Marlene Ebhart, Fabian Schmid und David Ehmoser, vertrat Niederösterreich beim Bundeswettbewerb.
Gemäß der Berichterstattung von NÖN.at erreichte das Ensemble in der Kategorie Kammermusik für Holzblasinstrumente AG IV eine Punktzahl von 88 und sicherte sich damit einen zweiten Preis. Die Einordnung in die Arbeitsgruppe IV (AG IV) spiegelt das spezifische Leistungsniveau und die Altersstruktur der Gruppe wider. Betreut wurde die Gruppe von Lehrer Jörg Dekan-Eixelsberger.
Die Verteilung der Preise über verschiedene Wertungsgruppen und Instrumentengruppen hinweg zeigt, dass die musikalische Ausbildung in den beteiligten Bezirken nicht nur in Nischen, sondern in der Breite ein hohes technisches Niveau erreicht hat. Die hohe Dichte an Gold- und Silbermedaillen in den Kategorien Kammermusik und Klavier Solo deutet auf einen intensiven Wettbewerb im Jahr 2026 hin. Die Ergebnisse dieses Wettbewerbs dienen nun als Grundlage für die weitere pädagogische Planung in den jeweiligen Musikschulen.
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