US-Vizepräsident JD Vance hat bei einem Auftritt in der Richard Nixon Presidential Library in Kalifornien den Watergate-Skandal relativiert. Er zog Parallelen zwischen den Bemühungen gegen Richard Nixon und den Herausforderungen von Donald Trump durch einen angeblichen „Deep State“. Vance deutete zudem seine eigene politische Karriere und eine mögliche Präsidentschaftskandidatur für 2028 an.
Die Entwertung historischer Skandale
Während eines Gesprächs in der Richard Nixon Presidential Library im US-Bundesstaat Kalifornien äußerte sich der Vizepräsident JD Vance ungewöhnlich provokant über eines der bedeutendsten politischen Ereignisse der US-Geschichte. Er bezeichnete die Vorstellung, dass ein Skandal in der Größenordnung von Watergate heute noch eine Präsidentschaft zu Fall bringen könnte, als „verrückt“. Wie STERN.de berichtete, behauptete Vance im Hinterzimmer eines Gesprächs, dass die heutige Medienlandschaft die Schlagkraft solcher Affären massiv reduziert habe.„Wenn Watergate morgen passieren würde, wäre das zwölf Stunden lang eine Story“, sagte Vance.

Der „Deep State“ als verbindendes Narrativ
Vance nutzte die Bühne in Yorba Linda nicht nur zur historischen Einordnung, sondern auch, um eine Brücke zwischen der Ära Nixon und der Amtszeit von Donald Trump zu schlagen. Dabei griff er gezielt auf das Narrativ des sogenannten „Deep State“ zurück. Laut einer Meldung von T-Online behauptete der US-Vizepräsident, dass die Institutionen, die Richard Nixon zu Fall gebracht hätten, dieselben seien, die auch versucht hätten, Donald Trump während seiner ersten Amtszeit zu schaden.„Wenn man sich anschaut, wie der ‚Deep State‘ Richard Nixon zu Fall gebracht hat, dann unterscheidet sich das nicht allzu sehr von dem, was dieselben Gruppen und Institutionen während der ersten Amtszeit Donald Trumps versucht haben. Es gibt eine Parallele“, sagte der Republikaner.

Nixons Erbe und Vances eigene Ambitionen
Trotz der harten Kritik an den Kontrollmechanismen der US-Regierung zeigte sich Vance gegenüber der Person Richard Nixon positiv gestimmt. Er bezeichnete Nixon als „politisches Genie“ und plädierte dafür, dessen außenpolitische Leistungen stärker zu würdigen. Insbesondere die Annäherung an China und die Bemühungen um ein Ende des Vietnamkriegs seien Teil eines Vermächtnisses, das derzeit eine „kleine Renaissance“ erlebe. Dabei suchte der Vizepräsident auch die Nähe zu seiner eigenen Biografie. In einem Moment der Selbstinszenierung zog er eine direkte Verbindung zwischen seinem Werdegang und dem von Nixon.„Junger Senator. Vizepräsident. Schreibt Bestseller. Wird von den Medien gehasst – das klingt irgendwie nach JD Vance“, sagte er.


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