Das Theaterdebüt „The Popinjay Cavalier“ in Wales
Der 64-jährige Regisseur ist kürzlich in das Vereinigte Königreich gezogen, um an seinem ersten Projekt als Theaterautor und -regisseur zu arbeiten. Bei „The Popinjay Cavalier“ handelt es sich laut BBC um eine swashbuckling comedy
, die für eine Premiere im West End in London im Jahr 2027 geplant ist.
Die Quellen weichen bei den historischen Details des Stücks voneinander ab: Während die BBC angibt, die Handlung spiele im Europa der 1830er Jahre, berichtet Variety, die Komödie sei in den 1930er Jahren angesiedelt.
Die Sichtungen in Wales stehen im Zusammenhang mit den Vorbereitungen für das Stück. Begleitet wurde Tarantino dabei unter anderem von Popstar Kylie Minogue. Die 58-Jährige hat starke walisische Wurzeln; ihre Familie stammte ursprünglich aus Maesteg in der Grafschaft Bridgend, bevor sie in den 1950er Jahren nach Australien auswanderte.
Kritik an Hollywood als „geschmacklose Wurstfabrik“

Tarantino äußert sich in einem Essay für das Magazin Sight & Sound dezidiert negativ über das aktuelle Kino. Er beschreibt die moderne Filmindustrie als eine geschmacklose Wurstfabrik
, in der Mängel, Unplausibilitäten und das Bedienen der Erwartungen des Publikums neue Filme oft ruinieren, so USA Today.
„Heutzutage ist das gesamte Konzept dessen, was ein Film ist, eher dazu geneigt, in mir Verachtung als Großzügigkeit hervorzurufen. Was fair ist, denn im Vergleich dazu lassen die Filme der letzten sechs Jahre die 80er wie die 30er aussehen.“
Quentin Tarantino, Regisseur, via Variety
Tarantino bezeichnete das Jahr 2019 als das „letzte Jahr der Filme“. Seine Frustration rührt unter anderem daher, dass Filme heute oft nur für eine kurze Zeit in den Kinos laufen und bereits nach wenigen Wochen auf Heimmedien verfügbar sind. Er betonte bei einem Gespräch auf dem Sundance Film Festival 2025, dass er nicht für „sinkende Erträge“ in die Branche eingestiegen sei.
Trotz seiner allgemeinen Ablehnung nannte er einige Ausnahmen, die er schätzte:
Warum Tarantino den Netflix-Film „The Rip“ lobt

Eine seltene Ausnahme in seiner aktuellen Kritik ist der 2026 erschienene Netflix-Film „The Rip“. Der von Joe Carnahan inszenierte Krimi mit Ben Affleck und Matt Damon in den Hauptrollen gelang es, die Aufmerksamkeit des Regisseurs vollständig zu fesseln.
Die Handlung des Films konzentriert sich auf zwei Beamte des Miami-Dade Police Department, die Korruption in ihren eigenen Reihen aufdecken, die mit 20 Millionen US-Dollar an Kartellgeld verknüpft ist.
„Ein spannender neuer Film ist erschienen, der mich gepackt und über die gesamte Dauer gehalten hat. Der Film ist ein aufregender Cop-Thriller mit einer neuartigen Prämisse, der die Erwartungen auf wirklich clevere Weise erfüllt.“
Quentin Tarantino, Regisseur, via USA Today
Tarantino lobte insbesondere das „Gesamtpaket“, bestehend aus Carnahans Regie, der Besetzung sowie der Kameraarbeit von Juan Miguel Azpiroz. Als stärkste Komponente hob er das Drehbuch von Carnahan und Michael McGrale hervor, welches er als sensationell
bezeichnete.
Der Weg zum zehnten Film und dem Ruhestand
Tarantino hält an seinem Plan fest, seine Karriere als Regisseur nach insgesamt zehn Spielfilmen zu beenden. Bisher hat er neun Filme unter seiner eigenen Regie veröffentlicht. Sein kommerziell erfolgreichstes Werk war laut Ninja Selection „Django Unchained“, der weltweit 425 Millionen US-Dollar einspielte.
Sein Durchbruch gelang ihm 1992 mit „Reservoir Dogs“, während „Pulp Fiction“ (1994) ihm den Oscar und seinen Status als Legende einbrachte.
Obwohl er seinen Ruhestand ankündigte, gibt es derzeit keinen festen Zeitplan für seinen finalen Film. Die Desillusionierung über die aktuelle Industriestruktur führt dazu, dass er nicht in Eile ist, sein letztes Werk zu produzieren. Bis dahin konzentriert er sich auf den Wechsel zur Bühne und die Entwicklung seines Theaterstücks in London.
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